Zinsen stagnieren

Neue Schatten über Wirtschaft & Politik halten die Zinsen im Griff

Ein steigendes Vertrauen in den weiteren Bestand der EU-Währungszone hat Anfang 2013 zu einer vorübergehenden Entspannung an den Rentenmärkten gesorgt infolge dessen sind auch die Geldmarktzinsen leicht gestiegen.

Mit einem Zuwachs bei der Rendite für die 10jähren Bundesanleihen keimte auch die Hoffnung für eine Trendwende bei den Zinsen für Tagesgeld und Festgeld. Leider gab es im Februar mehrere Ereignisse, die diese Hoffnung zunächst zunichtegemacht haben:

 

Keine Aussicht auf steigende Zinsen 2013

  • Steigende Arbeitslosenzahl in vielen Ländern der EU-Währungsunion. Besonders in Spanien, Portugal und Griechenland
  • Politische Patt-Situation in Italien und damit die Infragestellung von Spar- und Strukturmaßnahmen
  • Negative Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung fast aller Mitgliedsländer des EU-Währungsbündnisses für 2013. Rezession in Spanien, Portugal, Griechenland in Italien.
  • Abnehmende Inflationsraten sowohl in der EU als auch in Deutschland
  • Sequester in den USA (automatische, pauschale Kürzungen von Staatsausgaben für alle Ressorts)
  • Weiterhin offensive Geldpolitik (Liquiditätszufuhr) durch die wichtigsten Notenbanken
  • Ultralockere Geldpolitik in Japan

 

 

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All diese Ereignisse führen dazu, dass die Kapitalmarktzinsen auf absehbare Zeit weiter sehr niedrig bleiben. Nach dem jetzigen Stand wird die EZB die Leitzinsen in 2013 nicht mehr anheben. Sollten die südlichen Länder der EU-Währungszone wieder größere Probleme bei der Staatsfinanzierung am Kapitalmarkt bekommen, ist eher mit einer weiteren Leitzinssenkung zu rechnen. Die EZB hat dafür auch einen wichtigen theoretischen Rückhalt bekommen: Die EU-Inflationsrate ist wieder rückläufig. Sie betrug im Februar 2013 noch 1,8%. In Deutschland liegt die aktuelle Inflationsrate bei nur noch 1,5%. Da die EZB in besonderem Maß auf die Geldwertstabilität achtet und sie diese bei einer Inflation von ungefähr 2,0 % als Zielmarke gewahrt sieht, hat die Zentralbank nun bezüglich einer Leitzinsänderung alle Möglichkeiten offen. Den Kritikern ist zu diesem Thema der Wind aus den Segeln genommen.

 

Für Anleger bedeutet diese politische und monetäre Gemengelage nichts Gutes: Tagesgeld Zinsen und die Zinsen für Termingelder werden aller Voraussicht in 2013 nicht steigen. Eher könnten bei einer weiteren Verschlechterung der Konjunktur und einer Zuspitzung der Staatsverschuldung & Bankenkrise in den Sorgenländern die Zinsen noch weiter sinken.