Fallende Rohstoffkurse lassen Rohstoffwährungen sinken

Die schwächelnde Weltwirtschaft bringt die Rohstoffwährungen unter Druck

Rohstoffwährungen sind seit einigen Jahren ein Begriff in der Wirtschaft, der nicht allen Anlegern geläufig ist. Geprägt wurde dieser Begriff durch die Verbindung zwischen Rohstoffen und Devisen.

Bei den Devisen der Rohstoffländer handelt es sich um die Währungen der Länder, deren Export mindestens zu 60 Prozent aus Rohstoffen besteht.

Und hier gibt es einen neuen Trend: fallende Rohstoffkurse bringen die Rohstoffwährungen unter Druck.

 

 

Devisenboom flaut ab

Die letzten Jahre haben einen Anstieg einiger Währungen mit sich gebracht, welcher kaum vorstellbar war ( Fremdwährungskonten der comdirect, der DAB oder bei Cortal Consors verzeichneten ein deutliches Wachstum). So legte der Austral-Dollar gegenüber dem US-Dollar um 100 Prozent zu, die norwegische Krone, der kanadische Dollar und auch der südafrikanische Rand erlebten Höhenflüge im Vergleich zu den übrigen Leitwährungen.

 

Die top Anbieter von Währungskonten

comdirect Fremdwährungskonto

DAB Fremdwährungskonto

Cortal Consors Fremdwährungskonto

 

 

Chinas Wirschaft schwächelt. Schon seit drei Monaten ist der Einkaufsindex der chinesischen Manager rückläufig, im Mai rutschte er unter die magische Marke von 50. Die Konsequenz im Rahmen der Globalisierung ist, dass beispielsweise der Austral-Dollar wieder im Sinkflug ist. Wenn die chinesische Wirtschaft lahmt, bedeutet dies für die rohstoffexportierenden Länder dieser Welt einen drastischen Einkommensverlust, der sich sofort im Wert ihrer Währung niederschlägt. Der Wertanstieg dieser Währungen war das Ergebnis einer Spirale. Die ansteigende Nachfrage nach Konsumgütern aus den Schwellenländern führte dazu, dass auch die Nachfrage nach Rohstoffen zwangsläufig anstieg. Dieser Kreislauf wurde jetzt durch die nachlassende Nachfrage unterbrochen. Institutionelle Anleger hatten Rohstoffe zunehmend als Sicherheiten in die Portfolios aufgenommen, beginnen aber inzwischen damit, sich davon wieder zu trennen. Dies hat ebenfalls zur Folge, dass die Nachfrage bei den rohstoffexportierenden Ländern rückläufig ist.

 

Auswirkungen auf die Fremdwährungskonten

Anleger, welche in diesen Rohstoffwährungen investiert waren, hatten auf der einen Seite den Vorteil, dass beispielsweise australische Anleihen im Vergleich zum Euro relativ hoch rentierten. Der Nachteil war jedoch, dass der Euro im Vergleich zum Austral-Dollar zusehends nachgegeben hatte. Ein Schwächeln der Währung von Down Under hat natürlich für deutsche Anleger den Vorteil, dass sie bei einer Rekonvertierung von australischen Dollars in Euro eine möglicherweise höhere Summe an Euro erhalten, als beim Anleiheerwerb notwendig war.

Diese Spekulation, auch auf norwegische Kronen oder kanadische Dollar kann kurzfristig Erfolg versprechend sein, birgt aber die üblichen Risiken des Devisengeschäftes. Gerade Norwegen sieht sich in einer fatalen Lage. Das Land hatte, ebenso wie Australien, voll auf den Rohstoffexport gesetzt. Die Krone ist aktuell stark überbewertet, die Inflation führte zu einem Immobilienboom, welcher dazu führte, dass Oslo nach Tokio die teuerste Stadt geworden ist. Dem steht mit dem Abflauen des Rohstoffexportes jedoch keine weitere Industrialisierung gegenüber. Norwegen droht, durch den Boom seiner Rohstoffwerbung, jetzt eine Immobilienblase, stellvertretend für die anderen Rohstoffstaaten.

 

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