Negativ Saldo bei Zinsgewinnen und Zinsverlusten pro Bundesbürger durch EZB Geldpolitik

EZB Geldpolitik bewirkt Geldverlust für BundesbürgerDie EU hält nun schon seit einigen Jahren den Hauptrefinanzierungssatz deutlich unter der Inflationsrate. Damit werden die Geldmarktzinsen künstlich niedrig gehalten, um die schwächelnden Wirtschaften der mediterranen EU Länder zu stützen und die Staatsfinanzierung zu erleichtern.

Welche finanziellen Auswirkungen folgen für die Bundesbürger, wenn die Zinsgewinne und Zinsverluste mit aktuellen Zinssätze und mit durschnittlich normalen Zinssätzen vor der Finanzkrise für Einlagen und Kredite berechnet und saldiert werden.

So wirkt die Niedrigzinspolitik der EZB für die EU Bürger: Für alle deutschen Gläubiger (=Sparer) bedeutet das finanzielle Verluste durch entgangene Zinsen, denn die Tagesgeld Zinsen, kurzfristige Einlagenzinsen und Sparbuchzinsen liegen weit unterhalb der üblichen Sätze. Andererseits profitieren Schuldner von günstigen Zinsen, wenn sie neue Kredite aufnehmen. Die Frage ist, wie sich die Niedrigzinspolitik der EZB saldiert für Deutschland und die anderen EU Länder auswirkt, also die Zinsverluste und die Zinsgewinne gegenüber einer Zins-Normalperiode gegenüberstellt.

 

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Die Allianz hat das in einer größeren Studie berechnet, die Vorgaben und Berechnungsweisen können unter ECONOMIC RESEARCH & CORPORATE DEVELOPMENT Working Paper 163 (Juni 2013) nachgelesen werden. Hier nur soviel: Als Referenzzeitraum für die  Zinsnormal-Zeit wurden die Jahre 2003 – 2008 gewählt.

Das Ergebnis ist in der Abbildung 1 dargestellt. Deutlich zu sehen ist das negative Abschneiden der Deutschen, während die anderen Länder von der EZB-Niedrigzinspolitik profitieren.

 

Zinssaldo

Bilanzierung der Zinsgewinne und Zinsverluste pro Bürger in Euro durch die EZB-Niedrigzinspolitik. Datenquelle: Allianz.com

 

Berücksichtigt wurden die Höhe der Tagesgeld Zinsen, Negativ Saldo bei Zinsgewinnen und Zinsverlusten pro Bundesbürger durch EZB Geldpolitikund Spareinlagen und mit den jeweiligen Zinssätzen gewichtet multipliziert. Die Rechnungen wurden für die aktuellen Zinssätze und denen aus den Normaljahren (2003 – 2008) gegenübergestellt. Dasselbe erfolgte für die Kredite. Die Rechnungen wurden für Deutschland, dem Euroraum ohne Deutschland (EU ex D), Frankreich, Italien und Spanien durchgeführt.

Das Ergebnis für Deutschland, bei dem jährlich pro Bundesbürger saldiert 71 Euro Verlust aus der Verrechnung von Zinsgewinnen und Zinsverlusten entstehen, kommt durch die deutlich höheren Einlagensummen im Vergleich zu den Verbindlichkeiten zustande.

Dagegen profitiert der Euroraum (Deutschland herausgerechnet) mir durschnittlich 134 Euro pro Bürger. Selbst Frankreich liegt noch mit 92 Euro im Plus. Besonders lukrativ ist die Niedrigzinspolitik für Italiener und Spanier mit 204 bzw. 250 Euro Einsparungen pro Kopf. Die Bürger dieser Länder profitieren insbesondere von den im Vergleich zu Normalzeiten aktuell sehr niedrigen Kreditzinsen. Darüber hinaus zahlen die Banken dort auch höhere Zinsen als in Deutschland auf Einlagen.

Fazit: Durch die Niedrigzinspolitik, die nach Angaben der EZB noch längerfristig auf dem jetzigen Niveau fortgeschrieben werden soll, verlieren Deutsche Geld. Im Vergleich gehören Bürger insbesondere aus dem südlichen EU-Raum zu den Gewinnern.

 

 

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