Tipps für Ausländer oder ausländische Investoren, die in Deutschland Tagesgeld anlegen möchten

Der deutsche Finanzplatz ist international attraktiv. Oft möchten Ausländer deshalb bei einer Bank Kapital als Tagesgeld anlagen. Der folgende Artikel gibt Tipps & Informationen was Ausländer oder private ausländische Investoren dabei beachten sollten.

 

Deutsches Tagesgeldkonto für Ausländer

Englische Version

Eine beliebte Anlageform ist das Parken von Geld, bei dem der Kontoinhaber täglich über den gesamten Betrag verfügen kann: Cash halten. Das entsprechende Finanzprodukt wird in Deutschland als Tagesgeld bezeichnet.

 

Was ist Tagesgeld?

Die Bank zahlt für die Tagesgeld Einlage des Kunden einen Zinssatz, den sie jederzeit, ohne vorherige individuelle Benachrichtigung verändern kann. Im Gegenzug kann der Kontoinhaber jederzeit einen beliebigen Geldbetrag auf das Konto überweisen oder abbuchen. Bei einigen Banken bestehen Höchstgrenzen für den Einlagebetrag. Einige wenige Institute fordern einen Mindestanlagebetrag.

 

Das Tagesgeldkonto

Die genaue Bezeichnung für das Bankkonto ist „Tagesgeldkonto“. Der Anleger, der noch kein Kunde der Bank ist, kann normalerweise einen Kontoeröffnungsantrag (Tagesgeldkonto eröffnen) auf der Webseite der Bank online ausfüllen. Aufgrund gesetzlicher Vorschriften zum Schutz vor Geldwäsche ist eine Identifizierung des Antragstellers erforderlich. Dies kann über das sogenannte Postident-Verfahren erfolgen. Alternativ kann das Tagesgeldkonto in einer der Bankfilialen eröffnet werden, dort ist auch die Identifikation oder durch Vorlage des Personalausweises oder Reisepasses möglich.

Die Eröffnung des Tagesgeldkontos sowie dessen Führung ist ebenso wie die Identitätsfeststellung via Postident für den zukünftigen Antragsteller kostenlos.

 

 

hier gelangen Sie zum Tagesgeldvergleich

 

 

Privatkunde oder Geschäftskunde

Deutsche Banken unterscheiden streng zwischen Privatanlegern, die ein Privatkonto eröffnen, die die Einlage auf eigene Rechnung betreiben und zwischen Geschäftskunden. Die Unterschiede erfolgen überwiegend aus steuerrechtlichen Gründen, da sich die Besteuerung von Zinserträgen zwischen Privatkonten und Geschäftskonten unterscheidet. Üblicherweise sind die Zinssätze für Tagesgeld für Einlagen auf Privatkonten höher als solche auf Geschäftskonten.

 

Banken unterscheiden sich in den Bedingungen für die Tagesgeld Zinssätze

Diese unterschiedlichen Zinsstaffelungen sind möglich

Die Zinsen für Tagesgeld werden oft zu unterschiedlichen Konditionen angeboten. Diese Modelle sind in Deutschland verbreitet:

1. Der Zinssatz gilt ohne Einschränkungen
Die Bank unterscheidet nicht zwischen Bestandskunden und Neukunden. Der angebotene Zinssatz gilt universell

2. Unterschiedliche Zinssätze für Neukunden und Bestandskunden
Es handelt sich um sogenannte Lockangebote: Neukunden erhalten für eine bestimmte Zeit, meist 6 Monate, einen höheren Zinssatz als Bestandskunden (Zinsgarantie). Nach Ablauf dieser Zeit gilt dann der übliche, niedrigere Zinssatz (Standardzinssatz) für Bestandskunden.

3. Gestaffelter Zinssatz
Der Zinssatz wird je nach Einlagenhöhe gestaffelt, wobei oft höhere Einlagebeträge niedriger verzinst werden.

4. Garantierter Zinssatz
Oft nur als Angebot für Neukunden: Bis zu einer bestimmten Anlagesumme (üblich: 20.000 – 50.000 €) wird ein Zinssatz für einen bestimmten Zeitraum (üblich 6 Monate, seltener 12 Monate) garantiert. Der Kunde kann trotzdem jederzeit über seine Einlage verfügen. Nach Ablauf der Garantiezeit gilt der niedrigere Standardzinssatz.

Es sind Kombinationen aus den genannten Modellen möglich. Interessenten für ein Tagesgeldkonto sollten sich eine Bank aussuchen, deren Angebot den eigenen Interessen für die Geldanlage Tagesgeld am Besten entspricht.

Bonität & Einlagensicherung beachten

In Deutschland existieren mehrere, voneinander unabhängige Einlagensicherungsfonds. Die Zugehörigkeit einer Bank zu einem Sicherungsfonds hängt von der Organisationsform des Institutes ab. In Deutschland bieten nicht nur deutsche Banken, sondern auch ausländische Banken mit einer deutschen Niederlassung und ausländische Banken ohne Niederlassung nur über eine Webseite ein Tagesgeldkonto an. Auch wenn eine ausländische Bank nur eine Webseite in Deutschland anbietet, ist dieser Vorgang durch die zuständige Behörde, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), genehmigungspflichtig.

Im Schadensfall (z. B. Bankeninsolvenz) muss sich der Inhaber des Tagesgeldkontos an den jeweiligen nationalen Einlagensicherungsfonds wenden, dem die Bank angehört.

Für die Einlagen gilt nach EU Verordnung ein Schutz bis maximal 100.000 Euro pro Kunde. Deutsche Einlagensicherungsfonds sichern zum Teil deutlich höhere Einlagebeträge bis in den mehrstelligen Millionenbereich ab.

Achtung: Die EU beabsichtigt ab 2014 auch Kontoinhaber mit Einlagen auf Tagesgeldkonten, die höher als 100.000 Euro sind, bei der Abwicklung oder Sanierung einer notleidenden Bank an den Kosten zu beteiligen (directive establishing a framework for the recovery and resolution of failing banks). Daher sollten sich Investoren mit größeren Anlagebeträgen genau über die Bonität der Bank vorab informieren oder alternativ den Betrag auf mehrere Banken verteilen.

 

Voraussetzung für eine Tagesgeldkonto Eröffnung ist oft ein deutscher Wohnsitz

Nicht alle Banken, die in Deutschland ein Tagesgeldkonto anbieten, tun dies auch für Ausländer. Und wenn sie es doch anbieten, verlangen sie fast immer einen Wohnsitz in Deutschland (oft noch die Vorlage einer Meldebescheinigung) und zusätzlich ein deutsches Referenzkonto.

 

Einen Überblick über die top Anbieter gibt die Seite:

hier gelangen Sie zum Tagesgeldvergleich

 

Auf Anfrage der Redaktion erklärten beispielsweise die folgenden Banken, generell kein Tagesgeld für ausländische Staatsangehörige anzubieten (Auswahl):

 

Bei diesen Banken können Ausländer ein Tagesgeldkonto eröffnen (Auswahl):

 

Alle Angaben sind ohne Gewähr!