Das Sparbuch ein Dino?

Das Sparbuch als Relikt?Bei dem bekannten Sparbuch handelt es sich laut Definition zunächst um eine besondere Form einer Sparurkunde, die ursprünglich als ein gebundenes Buch ausgegeben worden ist. Mittlerweile gibt es das altbekannte Sparbuch häufig auch als Loseblatt-Sammlung. Dabei wird die rechtliche Grundlage für das Sparbuch durch das Bürgerliche Gesetzbuch vorgegeben. Direkt bei der erstmaligen Einzahlung wird dem Kunden dabei ein Sparbuch ausgehändigt. Dieses Sparbuch ist dann in der Zukunft bei jeglicher Verfügung vorzulegen.

Dabei unterscheidet sich das ursprüngliche Sparbuch von dem Loseblatt Sparbuch nur in der äußeren Form, denn die rechtlichen Grundlagen sind bei beiden Varianten gleich.

Die drei rechtlichen Funktionen des Sparbuches:

 

Schuld- und Beweisurkunde

Das Sparbuch beinhaltet zunächst einmal in seiner grundsätzlichen Form ein Zahlungsversprechen der Bank. Denn die Bank garantiert mit der Eintragung der entsprechenden Einzahlung in das Sparbuch, dass die getätigte Zahlung auf Wunsch des Inhabers wieder zurückgezahlt wird. Darüber hinaus ist das Sparbuch auch ein Beweis über das grundsätzliche Vorhandensein einer Spareinlage, das bedeutet, dass das Sparbuch eine Beweisurkunde über eine Forderung des Inhabers gegenüber dem Geldinstitut ist.

 

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Das Sparbuch ist eine qualifizierte Legitimationsurkunde

Weiterhin hat das Sparbuch auch die rechtliche Funktion als Legitimationspapier, denn eine Auszahlung erfolgt nur gegen Vorzeigen des Sparbuches. Dabei hat die Bank grundsätzlich das Recht auf die Legitimationswirkung des Buches zu vertrauen. Dadurch ist das Geldinstitut berechtigt demjenigen Gelder auszuzahlen, der das Buch vorlegt, ohne selbst weitere Legitimationsprüfungen vornehmen zu müssen. Allerdings gibt es hierbei Ausnahmen, denn wenn ein Geldinstitut von einem Missbrauch ausgeht, ist die Bank zu einer weiteren Legitimationsprüfung dennoch verpflichtet.

 

Das Sparbuch ist ein sogenanntes hinkendes Inhaberpapier

Der Begriff hinkendes Inhaberpapier bedeutet, dass ein Geldinstitut nicht verpflichtet ist, neben dem Sparbuch als qualifiziertes Legitimationspapier weitere Prüfungen zur Legitimation vorzunehmen. Aber die Bank hat durchaus das Recht eine zusätzliche Legitimierung des Vorlegers des Sparbuches zu verlangen. Daraus folgt, dass nur aus dem Besitz der Urkunde kein automatisches Anrecht auf die Leistungen des Sparbuches erfolgt, weil die Bank berechtigt ist, Verfügungen zu verweigern.

Aber auch der rechtmäßige Inhaber des Sparbuches hat die Möglichkeit zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen gemeinsam mit der Bank zu vereinbaren. Es kann etwa festgelegt werden, dass nur der Sparer selbst Geld von dem Sparbuch abheben kann. Oder falls der Sparbuchinhaber auch anderen Personen Verfügungen ermöglichen möchte, ist auch ein zusätzlich vereinbartes Kennwort als Sicherheit denkbar.

Bei Einzahlungen ist es übrigens so, dass diese generell auch ohne Vorlage des Sparbuches möglich sind. Tritt der Fall ein, so werden die Einzahlungen einfach zu einem späteren Zeitpunkt bei dem Vorlegen des Sparbuches nachgetragen.

 

Die Höhe der Mindesteinlage

Bei vielen Sparanlagen gibt es Mindestsummen, die als Einzahlung geleistet werden müssen. Dies ist bei dem klassischen Sparbuch anders, denn bei dieser Sparvariante reicht schon eine Einzahlung von nur einem Euro aus, um in den Besitz eines Sparbuches zu gelangen. Daher bietet sich diese Sparform auch besonders gut für Kinder und Jugendliche an, die in der Regel noch nicht über größere Geldbeträge verfügen. Aber auch nach oben gibt es bei dem Sparbuch keine Begrenzungen, was bedeutet, dass auch hohe Geldsummen einfach auf das Buch eingezahlt werden können. Ein weiterer positiver Aspekt, der gerade auch bei der Anlage von kleineren Beträgen für das Sparbuch spricht, ist der Verzicht seitens der Geldinstitute auf Eröffnungskosten oder auch vom Girokonto bekannte Führungsgebühren gibt es bei dem Sparbuch nicht.

 

 

Verfügbarkeit der Gelder und Kündigung

Ein weiterer Pluspunkt beim Sparbuch ist die Möglichkeit schnell und flexibel wieder an das angesparte Guthaben heranzukommen. Denn grundsätzlich ist eine Abhebung in Höhe von zumeist 2.000 Euro pro Monat möglich. Dieser Wert kann je nach Geldinstitut variieren, aber die meisten Banken ermöglichen das Abheben eines solchen Betrages pro Monat. Falls mehr Geld zur Verfügung stehen soll, dann gibt es entweder die Möglichkeit höhere Beträge oder das komplette Sparbuch mit einer Frist von drei Monaten zu kündigen. Benötigt ein Sparer eine höhere Summe als die festgelegten 2.000 Euro sofort, so ist dies bei den meisten Geldinstituten möglich, wobei die Banken dann in aller Regel eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.

 

Einlagensicherung beim Sparbuch

Gerade auch in der heutigen Zeit ist ein entscheidendes Kriterium bei der Anlage von Geldern die Sicherheit, welche die Anlageform bietet. Bei dem Sparbuch handelt es sich um eine der sichersten Anlagen. Denn auf gesetzlicher Basis ist das Guthaben auf einem Sparbuch auf jeden Fall zu 90 Prozent abgesichert, und zwar bis zu einer Höhe von 20.000 Euro. Im Normalfall gibt es darüber hinaus aber auch verschiedene Sicherungssysteme der Banken, welche eine zusätzliche Sicherheit gewährleisten. Das Geldinstitut ist verpflichtet über diese Sicherungen zu informieren.

 

Die Zinsen bei einem Sparbuch sind sehr überschaubar

Die Zinsen, die man bei einem Sparbuch auf seine Einzahlungen erhalten kann, sind bei einem Sparbuch jedoch leider sehr niedrig. Daher ist es besonders wichtig, dass entsprechende Informationen über gut verzinste Sparbücher eingeholt werden, damit sich das Sparen auch auf einem Sparbuch am Ende lohnt.

 

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