Sortenkurse sind die Wechselkurse für Bargeld

Sorten sind Währungen in barWas ist eine Sorte bzw. ein Sortenkurs? Der Begriff wird häufig mit dem Devisenkurs verwechselt.

Urlauber, welche die Eurozone nicht mehr verlassen, müssen sich zu diesem Thema keine Gedanken mehr machen. Wer sich jedoch als Tourist aufmacht in fremde Länder, in denen der Euro kein Zahlungsmittel ist, benötigt dort die Landeswährung.

 

Der Bargeldumtausch, entweder in bar auf der Bank oder die Barverfügung am Geldautomaten, führt dazu, dass der Urlauber oder auch Geschäftsreisende “Sorten“ in der Hand hält, die fremde Währung in physischem Zustand. Bei einer Barverfügung am Geldautomaten liegt jedoch, da Giralgeld in Bargeld gewandelt wird, kein Sortengeschäft vor. Die Bank in Deutschland berechnet in diesem Fall für die Konvertierung nicht den Sortenumtauschkurs, sondern den Devisenkurs. Der Sortenkurs findet nur bei einem echten Bargeldtausch Anwendung. Dies beschreibt auch bereits die Abgrenzung zu Devisen, Sorten ist die Bezeichnung für Fremdwährung in Noten. Erst mit der Einzahlung auf ein Fremdwährungskonto oder die Gutschrift auf einem solchen wandelt Sorten in Devisen. Da Sorten nur Banknoten sind, fallen beispielsweise keine Reiseschecks unter diese Rubrik.

Bei dem gewerblichen Umtausch von Sorten handelt es sich um eine lizenzpflichtige Tätigkeit, die nur von Banken und zugelassenen Wechselstuben vorgenommen werden darf. In Deutschland ist die Reisebank einer der großen Anbieter.

 

Der Sortenumtausch wird gern für die Geldwäsche genutzt

Unter internationalen Gesichtspunkten birgt der Sortenumtausch immer wieder die Gefahr, für Geldwäsche genutzt zu werden. Aus diesem Grund sieht der Gesetzgeber im Paragraf 25 ff, Absatz 3 des KWG eine Identifizierungspflicht der Kunden ab einem Umtauschvolumen von 2.500 Euro oder dem ausländischen Gegenwert vor.

Für unbare Transaktionen, heißt Überweisungen, besteht eine Identifizierungspflicht ab einem Gegenwert von 15.000 Euro. Der Handel mit Sorten setzt eine uneingeschränkte Verfügbarkeit der Fremdwährung voraus, da er eine Erleichterung für Reisen in das Ausland bedeuten soll. Nach wie vor sind jedoch nicht alle Währungen im freien Handel erhältlich. Einige Länder sehen generell ein Ein- oder Ausfuhrverbot ihrer Währung vor, andere limitieren die Beträge. Im Grunde ist der Handel mit Sorten jedoch auch unter Privatpersonen ohne Weiteres möglich (Ausnahme beispielsweise China reglementiert den Kauf des Renminbi ohne „Handelshintergrund“). Wer nach einem Urlaub, beispielsweise in den USA noch Dollars übrig hat, kann diese völlig legal einem anderen künftigen USA-Urlauber zu einem angemessenen Kurs gegen Euro verkaufen. Die Wechselkurse für Sorten sind in der Regel ungünstiger als die Devisenabrechnungskurse.

 

Fazit: Sortenkurse sind Wechselkurse für Bargeld (Banknoten und Münzen), mithin Bargeldkurse.

 

 

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