Varianten der Mietkaution: Mietaval, Mietkautionsversicherung

Die Mietkaution muß auf einem Mietkautionskonto hinterlegt werdenEine Kaution, einen Geldbetrag, als Sicherheit zu hinterlegen, wenn etwas gemietet wird, ist an der Tagesordnung. Gerade bei der Vermietung spielt die Mietkaution eine wichtige Rolle. Es ist üblich, dass ein Vermieter eine Mietkaution vom Mieter verlangt und auf einem Mietkautionskonto insolvenzsicher hinterlegt.

Die Kaution dient nach § 9 Abs. 5 Satz 1 WoBindG dem Vermieter zur Sicherheit, falls es zu Mietausfällen kommt oder der Mieter die Wohnung in einem Zustand hinterlässt, die eine aufwendige Renovierung notwendig macht. Diese Sicherheitsleistung beträgt in der Regel drei Monatskaltmieten und kann auf verschiedene Arten erbracht werden.

 

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Das Sparbuch als Mietkautionskonto

Traditionell hatte das Sparbuch über Jahrzehnte hinweg auch als Mietkaution fungiert. Bei einem Sparbuch handelt es sich um eine Inhaberurkunde. Das bedeutet, dass derjenige verfügungsberechtigt ist, der sie vorlegt. Das Sparbuch als Urkunde, als Mietkautionskonto sichtbar gemacht, konnte dem Vermieter ausgehändigt werden, eine Verfügung war jedoch nicht möglich, da der Begünstigte zunächst der Mieter ist. Die Verfügung seitens des Mieters ist durch den Sperrvermerk „Mietkautionskonto“ nicht willkürlich gegeben. Da der Mieter der zunächst Begünstigte aus dem Sparbuch ist, stehen ihm auch die Zinsen zu, die während der Laufzeit anfallen. Damit sich die Abtretung des Sparbuches durch den Mieter an den Vermieter rechtswirksam darstellt, bedarf es einer von der Bank bestätigten Abtretungserklärung. Ohne diese ist das Mietkautionskonto für den Vermieter wertlos. Der Vermieter darf allerdings während der Mietzeit bei Forderungen an den Mieter nicht einfach auf Einlagen des Mietkautionskontos zurückgreifen, wie der Bundesgerichtshof in einem Gerichtsurteil (Urteil des VIII. Zivilsenats vom 7.5.2014 – VIII ZR 234/13 –) klargestellt hat.

 

Das Mietaval bietet einen Liquiditäts Vorteil

Bei einem Mietaval in der klassischen Form handelt es sich um eine Bankbürgschaft. Die Bank erklärt dem Vermieter gegenüber, dass sie für den im Aval benannten Betrag aufkommt, wenn der Vermieter ein berechtigtes Interesse nachweisen kann. Die Mietkautionsbürgschaft hat für den Mieter den Vorteil, dass er keine Liquidität binden muss. Für den Vermieter liegt der Vorteil in Bezug auf die Bonität seines Mieters ebenfalls auf der Hand. Da es sich bei einem Aval um eine Eventualbürgschaft handelt, muss die Bank damit rechnen, dass sie für ihren Kunden einstehen muss. Das Mietkautionskonto entfällt in diesem Fall.

Mietkaution als Aval nur für top Bankkunden

Um diese Wahrscheinlichkeit möglichst gering zu halten, werden Mietkautionen als Aval nur für Kunden mit bester Bonität ausgestellt. Das Aval endet, wenn der Begünstigte, der Vermieter, die Urkunde an die Bank zurückgibt, respektive der Mieter die Beendigung des Mietverhältnisses ohne weitere Verpflichtungen nachweisen kann. Für die Bereitstellung des Avals berechnet die Bank die sogenannte Avalprovision, welche sich aber in überschaubaren Größen bewegt. Mietkautionsavale dürfen nur von Banken begeben werden, da es sich um eine Form von Kredit handelt, dessen Vergabe im Kreditwesengesetz geregelt ist.

 

Die Mietkautionsversicherung

Seit geraumer Zeit bieten Versicherer, in der Regel Nischenversicherer, eine Mietkautionsversicherung an. Im Grunde handelt es sich dabei um nichts anderes als um ein Mietaval, die Rechtsgrundlage findet sich jedoch im Versicherungsvertragsgesetz (VVG). Ähnlich wie bei einem Aval ist der Antragsteller der Schuldner, in diesem Fall der Mieter als Versicherungsnehmer, der Begünstigte jedoch der Vermieter.

Die Mietkautionsversicherungen gibt es ohne Bonitätfrage

Mietkautionsversicherungen liegen in der Prämie zwar deutlich über den Kosten für ein Mietaval, haben aber den Vorteil, dass sie von jedem Mieter abgeschlossen werden können. Die Bonitätsfrage entfällt, genau wie das Mietkautionskonto. Der Haken dabei ist, ähnlich zum Mietaval, dass der Mieter die Gebühren nicht zurückerhält. Die Problematik des Mietnomadentums zeigte in der Vergangenheit aber immer wieder, dass eine Mietkaution in Höhe von drei Monatsmieten häufig nicht ausreichend ist, um den entstandenen Schaden zu kompensieren. Diese Marktlücke haben einige Versicherer erkannt und bieten daher ergänzend zur Mietkautionsversicherung für den Mieter auch eine Absicherung gegen Schäden durch Mietnomaden für die Vermieter an.

 

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