EU Verbraucherkredit Richtlinie was ist das

EU-Verbraucherkredit-RichtlinieDie neue EU-Verbraucherkredit-Richtlinie ist seit dem 11.06.2010 in Kraft und von den meisten Verbrauchern nur bedingt wahrgenommen worden. Dabei bietet sie einschneidende Veränderungen für Kreditnehmer. Ziel der Richtlinie ist mehr Transparenz für die Darlehensnehmer in Bezug auf die Kosten des Kredites. Dabei punktet die Richtlinie gerade in Bezug auf die Werbung für Darlehen.

 

  • Niedrigster Zins muss um den Zinssatz ergänzt werden, der für zwei Drittel der Kreditnehmer zutrifft.
  • Beispielrechnung auch für Zweidrittelzinssatz
  • Widerrufsfrist 30 Tage statt bisher 14 Tage
  • Werbung muss Kreditbetrag, Sollzins und effektiven Jahreszins enthalten, sowie alle Kosten, die mit der Darlehensaufnahme anfallen.
  • Kreditinformationen müssen dem Darlehensnehmer rechtzeitig vor Abschluss des Darlehens zur Verfügung gestellt werden und alle relevanten Informationen zum Darlehen enthalten.
  • Enthalten sein müssen auch alle Kosten oder Zinsen, welche bei verspäteter Ratenzahlung in Rechnung gestellt werden.
  • Ein Ratenkredit kann jederzeit gekündigt werden, allerdings kann die Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung geltend machen.
  • Diese beträgt bei einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr ein Prozent auf die Restsumme, bei weniger als 12 Monaten 0,5 Prozent auf die Restschuld.
  • Die Kündigungsfrist darf maximal einen Monat betragen.

Dieser Auszug aus der EU-Verbraucherkredit-Richtlinie gibt eine Übersicht, dass in Bezug auf die Transparenz zumindest bei Ratenkrediten schon Verbesserungen erzielt werden konnten.

 

Für welche Darlehen gilt die EU-Verbraucherkreditrichtlinie?

Die Verordnung findet nicht auf alle Darlehen Anwendung. Ausgenommen sind Kredite unter 200 Euro und Darlehen, welche über Kreditplattformen für sogenannte Kredite von privat an privat zustande kommen. Ebenfalls ausgeschlossen sind Förderdarlehen und zinslose Kredite. Anwendung findet die Richtlinie auf:

Deutlicher Vorteil der Richtlinie ist die Tatsache, dass auch bonitätsschwächere Interessenten im Vorfeld durch die Zweidrittelregelung nachvollziehen können, wie hoch die Rate ungefähr sein wird. Nach wie vor gilt die Ratenhöhe als das am meisten Ausschlag gebende Kriterium bei der Anbieterauswahl. Die plakative Darstellung des niedrigsten Zinses war für das Gros der Verbraucher nicht zielführend.

Nachteilig ist die teilweise von den Verbraucherschützern kritisierte schwammige Formulierung, welche den Banken gerade bei der Berechnung des effektiven Jahreszinses wieder Spielräume zugesteht, welche die Vergleichbarkeit der Anbieter geschwächt hat (z. B. von den Verbraucherzentrale NRW). Für die Banken hat sich aufgrund der Informationspflicht der Verwaltungsaufwand erhöht, was allerdings nicht im Widerspruch zum Verbraucherschutz stehen sollte. Noch kann durch die Regulierungsbehörde auch nicht bestätigt werden, dass alle in Deutschland aktiven Banken die Umsetzung der Regulierung vollzogen haben. Für Baufinanzierungen gilt, dass der effektive Jahreszins jetzt nicht mehr für die Dauer der vereinbarten Zinstilgung angegeben werden muss, sondern auf die gesamte Darlehenslaufzeit berechnet wird. Dies bedeutet allerdings auch, dass für den Zeitraum von Ablauf der Zinsbindung bis zur Zahlung der letzten Rate mit einem hypothetischen Zinssatz gerechnet wird. Dieser kann von dem jeweiligen Institut subjektiv festgelegt werden.

Doch auch die Banken sind mit der zum, Teil unzufrieden. Do beklagt die Deutsche Kreditwirtschaft die einseitige Verlagerung der Haftung auf die Banken. und nicht

 

 Literatur

Deutscher Bundestag EU-Verbraucherkredit-Richtlinie