Höhere Einlagensicherung für ein Gemeinschaftskonto bei Tagesgeldkonto bzw. Festgeldkonto

Wird ein Tagesgeldkonto oder ein Festgeldkonto als Gemeinschaftskonto geführt, resultiert eine höhere Einlagensicherung

höhere Einlagensicherung bei Gemeinschaftskonten

Ehepaare die Ihr Tagesgeldkonto als Gemeinschaftskonto führen, profitieren von höherer Sicherheit. Die Sicherheit einer Geldanlage ist für professionelle Anleger schon immer ein wesentliches Entscheidungskriterium. Seit der Pleiteder Investmentbank Lehmann Brothers und der daraus folgenden Krise an den Finanzmärkten ist die Einlagensicherung auch für den Sparer und privaten Anleger zunehmend von Bedeutung. Denn wer sein Kapital auf einem Tagesgeldkonto oder einem Festgeldkonto einer Bank gegen Zinszahlung leiht, möchte dafür eine hinreichende Sicherheit für die Rückzahlung auch im Insolvenzfall haben.

Inhaber von Gemeinschaftskonten, wie Ehepaare können in diesem Zusammenhang von einer höheren Einlagensicherung profitieren.

Die Bundesregierung hat mit dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz die EU-Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsrichtlinien konsequent umgesetzt (den Gesetzestext finden Sie hier). In Deutschland sind damit Guthaben auf einem Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto pro Person bis zur Obergrenze von 100.000 gesichert. Viele Banken gehören darüber hinaus noch einem zweiten, privaten Sicherungssystem an, wodurch häufig deutlich höhere Beträge zu 100% abgesichert sind.

Grundsätzlich gilt die Einlagensicherung pro Kunde bzw. Gläubiger.

 

Für Tagesgeld-Einzelkonten garantiert das Anlegerentschädigungsgesetz eine Sicherung des Guthabens von 100.000 €. Unterhalten Ehegatten gemeinsam ein Tagesgeldkonto als Gemeinschaftskonto, so sind 200.000 € gesetzlich gesichert. Dabei müssen allerdings die Anteile der beiden Parteien an dem Guthaben zu berücksichtigt werden:

 

Vorsicht bei unterschiedlichen Eigentumsverhältnissen an dem Guthaben

Ehepaare profitieren bei einem Gemeinschaftskonto von einer höheren Einlagensichung

Würde bei einem Guthaben von 200.000 € ein Vertrag vorliegen, nachdem einer Partei (A) davon 150.000 € gehören und der anderen (B) die verbleibenden 50.000 €, wären im Insolvenzfall nur 100.000 € von A und 50.000 € von B entschädigungspflichtig.

In der Praxis, bzw. der überwiegenden Zahl der Konten, ist das Kontoguthaben von Gemeinschaftskonten nicht zwischen beiden Parteien aufgeteilt und es gilt dann rechtlich eine hälftige Zuordnung des Gesamtbetrages, wodurch Einlagen auf Tagesgeldkonten und Festgeldkonten bis zur Obergrenze von 200.000 Euro entschädigungspflichtig sind.

Einzelkonto oder Gemeinschaftskonto

Ehegatten können alternativ jeweils ein eigenes Tagesgeld- oder Festgeldkonto unterhalten. In der Summe sind dann wie bei dem Gemeinschaftskonto insgesamt 200.000 Euro als Obergrenze entschädigungspflichtig bzw. gesetzlich zu 100% gesichert.

 

Das Fazit: Für Ehepaare, oder Lebensgemeinschaften, die ein Tagesgeldkonto oder Festgeldkonto als Gemeinschaftskonto nutzen und den Betrag nicht anteilig erklären, ist das Guthaben bis zur Obergrenze von 200.000 Euro einlagengesichert.

Tipp der Redaktion für Ehepaare/Lebensgemeinschaften: gleich bei der Tagesgeldkonto-Eröffnung ein Häkchen bei „Gemeinschaftskonto“ anstelle von „Einzelkonto“ setzen.