Die Geldbasis wird auch als Zentralbankgeld bezeichnet

Die EZB hütet die Geldbasis auch als M0 bezeichnet

Begriff: Die Geldmenge M0, die Basisgeldmenge, ist das Segment in der Geldmengenbetrachtung, welches nur aus zwei Faktoren besteht. Zum einen handelt es sich um das bei Nichtbanken in Umlauf befindliche Bargeld zum anderen um den Zentralbankbestand der Banken. Wichtig ist, dass Bargeld, welches sich in den Kassen der Banken befindet, also der Kassenbestand, nicht zur Gelmenge M0 gerechnet wird.

 

Damit zählen zur Geldmenge M0:

  • Im Umlauf befindliches Bargeld
  • Mindestreserven
  • Überschussreserven

 

Geldmenge M0 nur mit geringem Einfluss auf die Wirtschaft

Obwohl die Geldmengen und das von der EZB zur Verfügung gestellte Bargeld in den vergangenen Jahren stark zugenommen haben, ist der Einfluss auf die Wirtschaft geringer als erwartet. Werden die Banken mit Bargeld durch die Zentralbank versorgt, bringen dieses jedoch nicht durch Kreditvergabe in Umlauf, sondern halten es auf ihren Zentralbankkonten, bleibt dies ohne konjunkturelle Auswirkungen.

Die Geldmenge M0 liefert daher keine Aussage über die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung. Eine solche Aussage kann nur unter Berücksichtigung der Gelder getroffen werden, die tatsächlich in den Wirtschaftskreislauf einfließen und entsprechende Auswirkungen auf die Konjunktur haben. Für diese Analyse und letztendlich die Steuerung der Geldpolitik dient der Europäischen Zentralbank die Geldmenge M3.

Im Rahmen der Finanzkrise hat die EZB als Hüterin des Zentralbankgeldes den Banken mehr als 1 Billion Euro zum jeweils gültigen Hauptrefinanzierungssatz zur Verfügung gestellt. Dadurch hat sich die Geldbasis deutlich erhöht. Wenn in dem Zusammenhang von Bereitstellung von Liquidität durch die EZB gesprochen wird, ist damit die Geldbasis gemeint.

 

Auswirkungen von Änderungen der Geldbasis auf Zinsen

Nur wenn dadurch auch die Geldmenge M2 erhöht wird, was nur dann der Fall ist, wenn die Liquidität über Kredite in den Wirtschaftskreislauf gelangt, steigt die Inflation. Eine reine Erhöhung der Geldbasis wirkt nicht inflatorisch, was in der aktuellen Finanzkrise gut zu beobachten ist.

Allerdings hat die deutliche Ausweitung der Geldmenge M0 Auswirkungen auf die kurzfristigen und die langfristigen Zinsen. Die Banken nutzen die Liquidität u.a. zum Ankauf von deutschen Staatsanleihen und treiben dadurch die Kurse, wodurch die Rendite sinkt. Auch die Geldmarktzinsen werden aktuell durch die immer noch vorhandene Überschussliquidität bei den Banken niedrig gehalten. Das führt auch zu Niedrigzinsen bei Tagesgeld.