Euro muß als Reservewährung Federn lassen

Euro verliert an Bedeutung als Reservewährung

Die jüngsten Zahlen des Internationalen Währungsfonds sind keine Lobeshymne auf den Euro. Weltweit stoßen gerade die Schwellenländer den Euro aus ihren Währungsreserven im Milliardenumfang ab.

Laut IWF wurden dort Euroreserven in einem Volumen von fast 34 Milliarden Euro abgebaut. Dies bedeutet einen Rückgang von sechs Prozent der gesamten Euroreserven der Entwicklungs- und Schwellenländer. Nach wie vor halten diese Staaten aber immer noch um die 24 Prozent ihrer Währungsreserven in Euro.

 

Allerdings darf nicht vergessen werden, dass dies der niedrigste Stand seit zehn Jahren ist. Im Jahr 2009 belief sich das Volumen noch auf 31 Prozent. Wer jetzt glaubt, dass dieser Umstand dem Dollar zugutegekommen ist, irrt. Dessen Anteil ist von 70 auf 60 Prozent an den Währungsreserven gesunken. Diese Lücke konnte der Euro leider nicht für sich besetzen. Nutznießer sind der australische Dollar und der chinesische Renminbi. Der Anstieg dieser Reservewährungen hat sich in den letzten Jahren von einem Anteil von einem Prozent auf acht Prozent vervielfacht.

Neben den hier genannten Währungen wird auch Gold zunehmend eine Alternative für die Entwicklungs- und Schwellenländer. Ein großer Teil der 535 Tonnen Gold, den die Zentralbanken im vergangenen Jahr erworben hatten, wanderte in die Tresore der Entwicklungs- und Schwellenländer.

Ein Währungspakt zwischen China und Brasilien zeigt, dass Euro und Dollar tatsächlich an Glanz verloren haben. Beide Länder verpflichten sich, den Gegenwert von 30 Milliarden Dollar der jeweils anderen Währung als Reserve zu halten.

Die Politik der EU ist nicht aufgegangen, den Euro zu einer echten Alternative zum US-Dollar zu machen und als Leitwährung zu etablieren. Aktuell scheinen nur noch die Länder der Eurozone unbegrenztes Vertrauen in diese Währung zu haben.