Portfoliotheorie, mehr Erfolg durch diversifizieren der Assetklassen

Nach der Portfoliotheorie lohnt sich die Diversifikation der Geldanlage

Wer als Anleger gegen die unterschiedlichsten negativen Auswirkungen am Kapitalmarkt gewappnet sein will, kommt nicht darum herum, sein Portfolio entsprechend zu diversifizieren. Der Nobelpreisträger Markowitz ging in seiner Portfoliotheorie von der Annahme aus, dass Anleger und Investoren logisch agieren und bei der Anlageentscheidung objektive Marktumstände berücksichtigen. Es ist heute aber hinlänglich bekannt, dass

 

Durchschnittsanleger nach wie vor Anlageentscheidungen häufig emotional und aus dem Bauch heraus treffen. Im klassischen Filialbankgeschäft entscheiden nach wie vor in den meisten Fällen die Bankberater im Rahmen von Verkaufsgesprächen, wie die Diversifizierung der Assetklassen aussieht – abhängig davon, welche Fonds gerade im Vertriebsfokus stehen. Anleger, welche ihre Depots bei Direktbanken unterhalten, gehen im Rahmen der autonomen Auswahl allerdings zunehmend skeptischer bei ihren Anlageentscheidungen vor. Die Bandbreite der Investitionsmöglichkeiten hat den alten Spruch „ein drittel Geld, ein Drittel Gold, ein Drittel Immobilien“ längst in den Hintergrund gedrängt.

 

Risikobereitschaft steht heute im Vordergrund

Das Wertpapierhandelsgesetz schreibt vor, dass ein Investment nur auf der Grundlage des WpHG-Bogens erfolgen darf. In diesem Formular werden Anlageerfahrung, Anlagehorizont, Vermögen und Risikobereitschaft des Anlegers erfasst, die Einstufung reicht von der Risikoklasse Eins bis zur Risikoklasse Fünf. Schwierig aber nicht unmöglich wird die Diversifizierung bei Anlegern mit Risikoklasse Eins, der konservativsten Ausprägung. Liquidität und Sicherheit sind hier die maßgeblichen Komponenten. Neben Einlagen mit verschiedenen Laufzeiten bieten sich im Grunde nur noch Bundeswertpapiere als Alternative an. Demgegenüber lässt die Risikoklasse Fünf jede Form des Investments (alle Assetklassen), und damit eine absolut breite Streuung der Anlagegüter zu. Für die Diversifizierung in dieser Risikoklasse gilt aber auch, dass Liquidität und Sicherheit eines gewissen Prozentsatzes der Anlagen gewahrt bleiben sollten, die risikoreicheren Bestandteile des Portfolios relativ gesehen mit dem wachsenden Risiko abnehmen.

 

 

Depot Vergleich

 

 

Portfoliodiversifizierung bedeutet Risikodiversifizierung

Portfoliotheorie

Risiken gibt es im Grunde in allen Anlageklassen. Während Optionsscheine einen Totalverlust inklusive Nachschusspflicht mit sich bringen können, laufen sehr konservative Anleger mit schlecht verzinsten Einlagen Gefahr, dass ihr Vermögen durch den Kaufkraftverlust kontinuierlich abnimmt. Die Herausforderung liegt also darin, die Vermögensbestandteile so aufzugliedern, dass ein Asset das potenzielle Risiko eines anderen kompensiert. Der Inflationsgefahr für Einlagen sollten daher durchaus Aktien, als Repräsentanten der Sachwertgattung gegenüberstehen. Dabei muss es sich nicht um riskante Papiere aus der IT-Branche handeln, konservative Bluechips leisten durchaus ihren Beitrag, ohne schlaflose Nächte mit sich zu bringen. Die Kapitalanlage in Silber, Rohstoffe, Wasser oder Holz beispielsweise, hat inzwischen auch einen immer größeren Stellenwert eingenommen.

 

Rendite oder Risiko?

Bei der Portfoliodiversifizierung steht immer wieder die Frage im Vordergrund, besteht eine gewisse Risikobereitschaft, die mit einer höheren Rendite einhergeht, oder ist die Rendite zweitrangig. Es ist eine alte Weisheit, dass sich kein Risiko und hohe Rendite gegenseitig ausschließen. In diesem Spannungsfeld ist die Liquidität die dritte Komponente, die bei einer Anlageentscheidung berücksichtigt werden muss. Die Markowitzsche Theorie geht bei der Depotbildung davon aus, dass das ideale Depot einer Risikoklasse von keinem anderen Depot in der Rendite geschlagen wird und erst dann als effizient bezeichnet werden kann. Wie bereits erwähnt, geht Markowitz in seinem Portfolio Modell allerdings auch von einem absolut emotionslosen Anleger aus, der rein aufgrund der Marktdaten seine Anlageentscheidung trifft.

Die Risikodiversifikation eines Depots kann allerdings nicht grundlegend pauschal für jede Risikoklasse vorgenommen werden. Zu viele unterschiedliche Assets innerhalb einer Anlageklasse, beispielsweise Fonds, welche nur deutsche Aktien berücksichtigen, sind am Markt vertreten. Tagesgelder werden mit unterschiedlichen Zinsboni ausgestaltet, und müssten nach Ablauf der Zinsbindungen kontinuierlich neu angelegt werden. Aktien, auch Fonds, performen unterschiedlich, eine permanente Neuausrichtung wäre hier notwendig. Dies sind Aufgaben, welche für den durschnittlichen Anleger kaum zu bewältigen sind. Eine grundlegende Diversifizierung unter den Aspekten Rendite, Risiko und Liquidität ist aber durchaus von Zeit zu Zeit machbar und sollte auch durchgeführt werden.

 

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