Zahlungen mit Bargeld sind teuer

Bargeld lacht – und wird dennoch von Kreditkarten verdrängt

Bargeld, gleich in Münzen oder Scheinen, repräsentiert physisch die Währung eines Landes oder einer Länderunion. Erstmals im siebten Jahrhundert vor Christus wurden Goldmünzen von den Lydern geschlagen. Sie erleichterten den Handel und Warenaustausch ungemein, mussten Kaufleute nicht mehr zehn Ballen Stoff mit sich tragen, um eine Karaffe „bezahlen“ zu können. Das erste Papiergeld wurde in China gedruckt. Es war allerdings nicht als Ergänzung zu den vorhanden Münzen gedacht, sondern sollte zum Einsatz kommen, wenn es eine Verknappung von Münzen kam. In Europa war es Spanien, welches im 14. Jahrhundert Wegbereiter für Papiergeld wurde. Die Geschichte des Bargeldes reicht 2.700 Jahre zurück, Währungen kamen, Währungen gingen, Bargeld als solches blieb. Dennoch beginnt ein verstärkter Verdrängungsprozess.

 

Unterschiedliche Handhabung in den verschiedenen Ländern

Bargeld Münzen und Scheine

Reisende kennen die Situation, dass sie in ein Land fahren möchten, aber Probleme haben, hierzulande die dortige Währung zu erwerben. Die Handhabung von Bargeld wird in vielen Staaten sehr unterschiedlich, teilweise restriktiv gehandhabt. Während es in den westlichen Staaten in der Regel keine Limitierung in Bezug auf die Konvertierung von Bargeld gab, legen einige Schwellenländer und Staaten der Dritten Welt auch heute noch restriktive Maßstäbe im Umgang mit ihrer Währung an. Beispielsweise, wenn es sich um eine reine Binnenwährung handelt. In diesem Fall darf diese weder in Form von Münzen oder Banknoten ein- oder ausgeführt werden. Andere Staaten stellen ausländischen Banken zwar Bargeld für den Geldwechsel zur Verfügung, limitieren jedoch die Einfuhr und Ausfuhr. In der Geschichte Deutschlands gab es während des Bestehens der DDR den „Zustand“, dass Besucher aus dem Westen gezwungen wurden, DM gegen Ost-Mark zu tauschen. Auf diese Art konnte die DDR-Regierung das Devisenkontingent erhöhen, eine Rekonvertierung nicht verbrauchter Ost-Mark war nicht möglich. Bargeld ist, wenn keine Restriktionen vorliegen, eine nur schwer überprüfbare Größe.

 

In der Europäischen Union erstmalig Beschränkungen

Der Zusammenbruch der zyprischen Bankenlandschaft führte zu einem in der Europäischen Union bis dahin einmaligen Vorgang. Die zyprische Regierung regulierte den Bargeldumlauf. Die Verfügungsmöglichkeiten an Geldausgabeautomaten wurden limitiert. Zum einen sollte damit vermieden werden, dass Geld in großen Mengen aus dem Wirtschaftskreislauf abgezogen wird, zum anderen sollten Bargeldtransfers in das Ausland unterbunden werden. Mit Hilfe von Überweisungssperren war dies, zumindest teilweise, bereits beim Buchgeld möglich. Geldtransfers einer Währung in das Ausland sind bei Giralgeld kontrollierbar, bei Bargeld nicht. Kapitalverkehrskontrollen können daher nur bei der Vermeidung von Bargeldabflüssen nachhaltig greifen.

 

Buchgeld verursacht geringere Kosten

Untersuchungen im europäischen Einzelhandel haben ergeben, dass die Bezahlung mit Bargeld für die Unternehmen eine finanzielle Belastung darstellt. Die Kosten für Barzahlung betragen zwischen 0,8 und 1,3 Prozent des Gesamtumsatzes. In Belgien und den Niederlanden machen sie mit 0,91 Prozent ein Viertel des Bruttosozialproduktes aus. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Kartenzahlung nicht nur aus Sicht der Verbraucher, sondern auch aus Sicht des Handels an Attraktivität gewinnt. Dies ist trotz der Gebühren der Kreditkartengesellschaften der Fall. Schwedens Banken gehen jetzt ganz eigene Wege. Ein Viertel der Bankfilialen hat sowohl die Bargeldbestände in den Filialen abgeschafft als auch Geldausgabeautomaten. Die weite Verbreitung der Bezahlung mit Bankkarten und Kreditkarten soll die kostenintensive Bargeldhaltung für die Kreditinstitute minimieren.