Zwischengewinne bei Wertpapieren & Definition

Zwischengewinne fallen im Zusammenhang mit Investmentfonds oder festverzinslichen Wertpapieren an, sofern diese kürzer als ein Jahr im Depot gehalten werden. Die Definition des Begriffs Zwischengewinn: Es handelt sich dabei um die summierten Gewinne, die zwischen den Ausschüttungsterminen des Fonds aufgelaufen sind.

 

Definition lauf Investmentsteuergesetz

Im Investmentsteuergesetz (InvStG) sind Zwischengewinne definiert als:

(4) Zwischengewinn ist das Entgelt für die dem Anleger noch nicht zugeflossenen oder als zugeflossen geltenden

1. Einnahmen des Investmentfonds im Sinne des § 20 Abs. 1 Nr. 7 und des Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe b sowie des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 des Einkommensteuergesetzes, soweit sie zu den ausschüttungsgleichen Erträgen im Sinne des Absatzes 3 Satz 3 gehören, sowie für die angewachsenen Ansprüche des Investmentfonds auf derartige Einnahmen; die Ansprüche sind auf der Grundlage des § 20 Abs. 2 des Einkommensteuergesetzes zu bewerten;

2. Einnahmen aus Anteilen an anderen Investmentfonds, soweit darin Erträge des anderen Investmentfonds im Sinne des § 20 Abs. 1 Nr. 7 und des Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 Buchstabe b sowie des § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 7 des Einkommensteuergesetzes, soweit sie zu den ausschüttungsgleichen Erträgen im Sinne des Absatzes 3 Satz 3 gehören, enthalten sind;

3. Zwischengewinne des Investmentfonds;

4. zum Zeitpunkt der Rückgabe oder Veräußerung des Investmentanteils veröffentlichte Zwischengewinne oder stattdessen anzusetzende Werte für Anteile an anderen Investmentfonds, die der Investmentfonds hält.

 

Zwischengewinne bei Investmentfonds und festverzinslichen Wertpapieren

Bei Aktienfonds zählen gezahlte Dividenden zu den Stückzinsen, bei Renten- und Geldmarktfonds die gezahlten Zinserträge. Ähnlich den Stückzinsen bei Anleihen, werden Stückzinsen bei Käufer und Verkäufer unterschiedlich besteuert. Während sie für den Käufer als negative Erträge steuerlich wirksam und im Verlusttopf seines Depots verrechnet werden, stellen sie für den Verkäufer einen steuerpflichtigen Gewinn dar.

Der Zwischengewinn wird seitens der Fondsgesellschaften börsentäglich publiziert. Zwischengewinne unterliegen in voller Höhe der Abgeltungssteuer. Im Verlusttopf kumulieren die Verluste aus dem jeweiligen Wertpapiersegment. Dies bedeutet, dass ein Anleger mehrere Verlusttöpfe, beispielsweise für Aktien oder Anleihen, bei der jeweiligen Depotbank führt. Um die Verluste mit den Gewinnen zu kompensieren, muss bei der Bank eine Verlustbescheinigung beantragt werden. Dies kann für das laufende Jahr bis zum 15.12. vorgenommen werden. Mit Ausstellen dieser Bescheinigung werden die Verlusttöpfe wieder auf null gesetzt. Im Rahmen der Depotbuchhaltung sucht ein Anleger die Bezeichnung „Verlusttopf“ allerdings vergeblich. Buchungstechnisch gilt hier der Ausdruck „Steuerbuchung“.

Der Ausweis des Zwischengewinns erfolgt bei den Factsheets zu den Fonds ebenfalls in unterschiedlicher Terminologie. Während die eine Fondsgesellschaft tatsächlich den Begriff „Zwischengewinn“ verwendet, lautet er bei einem anderen Anbieter beispielsweise „kumulierter Thesaurierungsbetrag“.

 

Zwischengewinn in der Erträgnisaufstellung & steuerliche Behandlung

In der Erträgnisaufstellung werden gezahlte Zwischengewinne als negative Einnahmen unter den Einkünften aus Kapitalvermögen aufgeführt.

Erhaltene Zwischengewinne werden in der Erträgnisaufstellung unter laufende Kapitalerträge ausgewiesen und werden entsprechend steuerlich berücksichtigt. Sie sind nicht Bestandteil des Veräußerungserlöses.

 

Kein Zwischengewinn bei Tagesgeld oder Festgeld

Bei Anlagen auf einem Festgeldkonto oder einem Tagesgeldkonto fallen keine Zwischengewinne an. Vielmehr handelt es sich bei den Erträgen um Zinsen, die bei Fälligkeit dem direkten steuerlichen Abzug unterliegen. Tagesgeld ist daher ein steuerlich gesehen einfaches Finanzprodukt.

 

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