Open Market ist der Freiverkehr an der Börse Frankfurt

Der Open Market wird auch als Freiverkehr bezeichnetDer Begriff Freiverkehr ist ein Spezifikum der Frankfurter Wertpapierbörse. Der Freiverkehr fand in früheren Jahren auf dem Bürgersteig vor den Türen der Frankfurter Börse statt. Hier wurden alle Papiere gehandelt, die nicht im amtlichen Handel zugelassen waren. Im Jahr 2005 wurde der Freiverkehr in den Open Market umbenannt.

 

Es stellt sich natürlich die Frage, was den Open Market vom regulierten Handel unterscheidet und welche Voraussetzungen ein Unternehmen erfüllen muss, um die Handelszulassungen zu erhalten. Der Freiverkehr ist kein unkontrolliertes Marktsegment, wie der graue Kapitalmarkt, erfährt aber auch nicht die strengen Regulierungsvorgaben wie der geregelte Handel. Er unterliegt aber auch nicht den Reglementierungen entsprechend des Wertpapierhandelsgesetzes sondern findet sich im § 48 des Börsengesetzes.

 

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Die Zulassungsvoraussetzungen

Wer als Anleger Papiere im Freiverkehr erwirbt, muss sich über bestimmte Abweichungen gegenüber dem regulierten Markt im Klaren sein. Die Emittenten unterliegen nicht der Verpflichtung zur Publikation von ad hoc Meldungen. Die Publikation des Emissionsprospektes (Börsenzulassungsprospekt) ist mit weniger strikten Auflagen Verbunden. Die nachfolgenden Kriterien muss ein Unternehmen für die Zulassung zum Open Market erfüllen:

  • Ein an der Frankfurter Wertpapierbörse bereits zugelassener Teilnehmer muss den Antrag auf Zulassung für das neue Unternehmen stellen.
  • Der Antragsteller muss über eine ISIN (International Securities Identification Number) verfügen oder diese muss beantragt sein.
  • Seitens der Behörden dürfen keine Handelsbeschränkungen bestehen.
  • Der Wertpapierprospekt darf nicht älter als sechs Monate sein. Eine Ausnahme wird nur zugelassen, wenn bereits ein Handel an einer ausländischen Börse erfolgt.
  • Die Antragstellung auf Zulassung zum Handel muss bei der Deutsche Börse AG erfolgen.
  • Der neue Marktteilnehmer muss die Verpflichtungserklärung zur Anerkennung der AGB sowie die Schadensausschlusserklärung unterschreiben.
  • Das Unternehmen muss einen Skontroführer nachweisen.
  • Für die Zulassung muss die einmalige Gebühr von 750 Euro entrichtet werden.

 

 

Was wird im Open Market gehandelt?

Der Open Market wird nicht nur als Handelsplatz für Aktien genutzt. Ebenfalls handelbar sind Anleihen, Zertifikate und Optionsscheine. Der Handel selbst erfolgt, wie im regulierten Geschäft auch, über Xetra. Bis zur Einstellung des Parketthandels war dieser ebenfalls möglich. Den größten Anteil im Handel machen Optionsscheine aus, gefolgt von Zertifikaten und Aktien. Das Handelsvolumen festverzinslicher Wertpapiere stellt sich als vergleichsweise gering dar.

Literatur: Eine Übersicht zum Thema gibt das Buch: Kümpel S, Hammen H.; 2003: Börsenrecht: eine systematische Darstellung.

 

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