Bedeutung von Tagesgeldkonten in der Drittmittelforschung

Universitäten und Hochschulen erzielen Zinseinnahmen aus Drittmittelgeldern auf Tagesgeldkonten

Drittmittel stellen einen wesentlichen Posten auf der Einnahmenseite in der universitären Hochschulfinanzierung dar. Die Drittmitteleinnahmen der deutschen Hochschulen werden regelmäßig vom Statistischen Bundesamt in Wiesbaden veröffentlicht. Es handelt sich dabei um Gelder öffentlicher bzw. privater Zuwender oder Auftraggeber (z. B. Institutionen wie die DFG oder der EU oder dem Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF).  Dankbar für Zinseinnahmen, werden freie Drittmittelgelder gern von der Universitätsverwaltung auf Tagesgeldkonten geparkt.

Die Datenerhebung des Statistischen Bundesamtes hinkt dabei immer um fast 2 Jahre der aktuellen Entwicklung hinterher, in 2010 warben deutsche Hochschulen 5907,895 Millionen Euro an Drittmitteln ein, mehr als jemals zuvor. Die Höhe der von einer Uni vereinnahmten Drittmittel spielt darüber hinaus für das Ranking der betreffenden Hochschulen eine wesentliche Rolle.

 

 Ausschnitt aus dem Sachkontenplan der Uni Paderborn

Sachkontenplan Uni Paderborn

Quelle: Sachkontenplan Uni Paderborn

 

Ein Teil der Drittmittelgelder gelangt irgendwann auf ein Tagesgeldkonto. Denn Zinsgewinne aus Drittmitteln sind bei den Universitätsverwaltungen besonders begehrt, da sie freier verausgabt werden können, als die jährlichen Zuwendungen aus dem regulären Etat der Ministerien, für die strenge Ausgabeverordnungen bestehen.

 

Drittmittelgelder werden gern auf einem Tagesgeldkonto geparkt

Die Gelder aus Drittmitteln sind haushälterisch wie reguläre Haushaltsmittel zu führen. Entsprechend werden sie unter den vorgegebenen Titeln vereinnahmt und verausgabt.

Wie in den meisten Bewilligungsbescheiden vorgegeben, können die Mittel i.d.R. einige Wochen vor ihrer Verwendung durch einen Mittelabruf von der Universitätsrechnungsstelle angefordert werden. Die Hochschulen parken das täglich nicht benötigtes Geld auf einem Tagesgeldkonto. Die so generierten Zinseinnahmen verwenden die Universitäten gern für Aufwendungen bei Einladungen ausländischer Forscher, Tagesgelder für Gastforscher etc., die sonst über den regulären Haushaltsetat wegen den Mittelverwendungsvorschriften nicht abgerechnet werden dürfen.

 

 Literatur

DFG: Wettbewerb um Drittmittel, Förderatls 2012

Bundesministerium für Forschung und Technologie: EU Förderdatenbank