Von der Bad Bank zur Good Bank

Begriff & Definition von Bad Bank

 

Bei einer sogenannten Bad Bank handelt es sich nicht um ein Kreditinstitut, das für den allgemeinen Publikumsverkehr gedacht ist. Stattdessen wird eine „schlechte Bank“, wie die wörtliche Übersetzung lautet, zu einem bestimmten Zweck gegründet oder es handelt sich um ein Tochterinstitut einer renommierten Bank.

Andere Begriffe für eine Bad Bank sind Abwicklungsanstalt, Abwicklungsbank oder Auffangbank.

 

Aus diesen Bezeichnungen geht die Aufgabe einer Bad Bank deutlicher hervor, da es sich um Banken handelt, die in wirtschaftlich schwierigen Zeiten risikobehaftete Wertpapiere und nicht einlösbare Kreditforderungen eines anderen Kreditinstitutes aufkaufen. Das abgebende Kreditinstitut erhöht seine Bonität durch Entfernung der Risiken aus seiner Bilanz. In einigen Fällen kann nur auf diese Weise die Insolvenz einer Bank verhindert werden. Was ist nun eine Bad Bank genau?

 

Die globale Finanzkrise als Auslöser der Bad Banks

Mit Beginn der globalen Finanzkrise gerieten auch in Deutschland viele Kreditinstitute in eine wirtschaftliche Notlage und mussten staatliche Hilfe beantragen. Um eine endgültige Bankenpleite zu verhindern, gliederten zum Beispiel die Hypo Real Estate (HRE) oder die Westdeutsche Landesbank AG (WestLB AG) vor allem risikoreiche Immobilienkredite, Staatsanleihen, Projektfinanzierungen und Infrastrukturfinanzierungen in eigens gegründete Bad Banks aus.

So stellt die FMS Wertmanagement beispielsweise die Abwicklungsanstalt der Hypo Real Estate dar, während die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) für die Risiken der WestLB zuständig ist. Die Aufgabe der Bad Bank liegt darin, die Risikopapiere zu übernehmen und sie zu einem späteren Zeitpunkt möglichst mit Gewinn wieder zu verkaufen beziehungsweise bei Kreditverpflichtungen die Forderungen einzutreiben. Damit wird die Bilanz der abgebenden Kreditinstitute bereinigt.

Hat die Auffangbank ihre Aufgabe erfüllt, wird sie entweder aufgelöst oder sie wird in eine sogenannte Good Bank umgewandelt, also in ein Kreditinstitut, das mit Gewinn arbeitet.

 

Die Auswirkungen von Abwicklungsbanken

Eine Abwicklungsbank kann nur dann ihren Zweck erfüllen, wenn entweder andere Banken oder sogar der Staat die Haftung für die Not leidenden Kredite und für die risikobehafteten Wertpapiere übernimmt. Durch die Ausbuchung dieser Risiken erhöht sich die Bonität der abgebenden Institute, sodass die Banken sich untereinander wieder Geld leihen und die Kunden das Vertrauen in die Kreditinstitute nicht verlieren und ihre Geldeinlagen nicht abziehen. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die Banken weiterhin Kredite vergeben können und der Wirtschaftskreislauf nicht gestört wird oder sogar völlig zusammenbricht. So hat die Konjunktur die Chance, sich wieder zu erholen. Allerdings bedeutet die Haftung für die Risiken, die eine Bad Bank trägt, dass im Falle einer staatlichen Haftung die Steuerzahler für die Verluste geradestehen müssen.

 

Die Krise in den südeuropäischen Ländern

Es sind viele südeuropäische Länder, wie zum Beispiel Griechenland, Zypern, Portugal oder Spanien, von der Finanzkrise stark betroffen. Bei den Banken in diesen Ländern finden sich hohe Beträge an Krediten, die nicht zurückgezahlt werden. Auch die Staatsanleihen dieser Länder haben zurzeit keinen großen Wert. Es gibt Überlegungen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) einen großen Teil dieser risikobehafteten Kredite und Wertpapiere Südeuropas aufkauft.

Experten warnen aber davor, dass die EZB durch einen zu hohen Bestand an Risikopapieren selbst zu einer Bad Bank werden könnte. Daher wird empfohlen, auch in den südeuropäischen Staaten separate Abwicklungsbanken für die Kreditinstitute zu gründen, wie es in Schweden oder in Deutschland bereits erfolgreich praktiziert wurde. So vermelden zum Beispiel die ersten Abwicklungsanstalten in Deutschland Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe, die durch Zinserträge oder durch die positive Entwicklung an den internationalen Immobilienmärkten erzielt wurden.

 

 

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