Wieder bessere Zeiten für Einlagen-Sparer

In den ersten Jahren nach Ausbruch der Finanzkrise sahen Sparer alt aus. Inzwischen haben sich die Relationen zwischen Sparern mit der Geldanlage in Tagesgeld und Banken und Versicherern zugunsten der Sparer verschoben.

 

Unmittelbar nach Ausbruch der Finanzkrise und in 2009 – 2011 hatten konservative Sparer nicht viel zu lachen. Permanent stand der Zusammenbruch des Finanzsystems in Form eines Euro-Crash im Raum oder besser, wurde als solcher von den Medien propagiert. Es folgte eine Zeit, in dem im (ebenfalls) medialen Trommelfeuer die Vernichtung des Vermögens auf Girokonten und Tagesgeldkonten propagiert wurde. Die Anleger, die ihr Geld als Einlagen parkten sahen einfach aus jeder Perspektive als aus.

Rückblickend kann diese Situation mit Recht bereits für 2014 revidiert und relativiert werden. Und in den kommenden Jahre dürfte der Sparer wieder obenauf sein.

Denn: Die Banken schwitzen unter den politischen Regularien, für deren Umsetzung sie mit Manpower und Eigenkapital im doppelten Sinn sorgen müssen. Parallel befindet sich die Branche in einer ungeheuren Umbruchphase mit erheblichen Herausforderungen durch die Digitalisierung, einem veränderten Verbraucherverhalten und dem Gegenwind von kreativen, innovativen, schnell regierenden Startups. Dazu treibt die Niedrigzinsphase wohl noch einige Jahre die Ertragsmargen der Banken nach unten, denn die Zinserträge sind für deutsche Banken evident.

Die Versicherer haben ähnliche Probleme und zusätzlich noch ein ganz Großes: Altverträge mit hohen Zinssätzen müssen bedient werden. Und das in Zeiten, in denen bei Auslaufen alter gut verzinster Anlagen kein Zins-adäquate Anschlussinvestment zu finden ist. Selbst nicht mit hohen Risiken, die aber aus aufsichtsrechtlichen Gründen gar nicht zur Debatte stehen.

Der Einlagen Sparer hat diese Nöte nicht. Er m u s s keine Verträge erfüllen, hat keinen Wettbewerber und kann inzwischen sogar wieder eine positive Rendite erzielen. Nahezu ohne Risiko – von irgendwelchen globalen Worst-Case-Szenarien einmal abgesehen.

Für Tagesgeld gibt es rund 1,30% Zinsen in der Spitze. Die Inflationsrate dürfte dank Fracking und einigen weiteren Faktoren, die den Ölpreis in den letzten Monaten halbiert haben, in den kommenden Monaten deutlich unter 1,0% bleiben.

Das Glas ist damit für Einlagensparer mehr als halb voll!