Neues Wahlkampfthema Dispozinsen

Dispozinsen avancieren zum Wahlkampfthema

Dispozinsen im Wahlkampf

Warum nicht jetzt auch mal die Dispozinsen zum Wahlkampfthema machen? Genau das tut die SPD bzw. ihr Kanzlerkandidat Per Steinbrück. In einem Interview mit der BILD fordert der Politiker eine obere Grenze für den Dispositionskredit von acht Prozent über dem Basiszinssatz.

Da dieser aktuell negativ ist, läge dann die Obergrenze für die Dispozinsen bei rund 8%. Das ist sicherlich ein vernünftiger Vorschlag im Sinne des Verbrauchers, denn bei vielen Banken liegt der Dispozins deutlich höher, stellvertretend sei hier nur der hohe Zinssatz der Postbank erwähnt.

Für den Bankkunden ist es egal, ob sich hier ein Politiker nur dem Thema annimmt, weil er meint, damit beim Wähler punkten zu können oder ob ein echtes, tieferes Interesse daran besteht. Wichtig ist, was am Ende bei den Konditionen für den Dispo bei jeder Bank herauskommt und die aktuelle Initiative würde für viele Banken eine deutliche Senkung der Dispozinsen mit sich bringen.

 

Vorsicht, die Sache könnte auch nach hinten losgehen

Die Dispozinsen stellen aber bankseitig eine bedeutende Einnahmequelle dar. Deshalb ist es fraglich, ob die Banken nicht versuchen werden, den Verlust an anderer Stelle von den Bankkunden zurückzuholen. Betroffen könnten die Gebühren bei Girokonten sein oder anderweitige Kosten, die wenig transparent sind. Auch bei Kreditzinsen wäre eine Anhebung möglich, da dort bisher keine Regularien greifen.

Sollte der Basiszinssatz wieder steigen, was in den nächsten Jahren durchaus denkbar ist, da sich die Leitzinsen auf einem historisch niedrigen Niveau befinden, würden dann eventuell auch wieder Dispozinsen oberhalb der 8% legal möglich sein.

Doch: Bisher stehen diese Forderungen in einem Wahlkampf-Positionspapier. Ob daraus etwas für die Bankkunden umgesetzt wird, wird sich irgendwann nach der Wahl 2013 zeigen.