Verlustbescheinigung beantragen und mit der Steuer einreichen

Verlustbescheinigung am Jahresende beantragenJeder Bankkunde, der mit Wertpapieren handelt, möchte eigentlich auf eine Verlustbescheinigung der Bank verzichten. Kursgewinne aus Aktien- und Rentenhandel sind natürlich das Ziel aller Anleger.

Bedauerlicherweise ist dies aber nicht immer gegeben, ab und an fallen auch Verluste an. Diese werden den Kunden in Form der Verlustbescheinigung zur Vorlage bei dem Finanzamt ausgewiesen.

 

Bei der Ermittlung der Verluste werden diese aber nicht willkürlich aufaddiert, sondern in sogenannten Verlusttöpfen gesammelt. Insgesamt existieren drei dieser Verlusttöpfe, einer für Aktien, einer mit dem Oberbegriff sonstige für alle anderen Wertpapiere und der Verlusttopf Quellensteuer. Der Verlusttopf wird notwendig, wenn die Verlustbescheinigung ausgestellt wird. Unterschiedliche Verlusttöpfe werden benötigt, da Verluste aus Aktiengeschäften nicht mit Gewinnen aus festverzinslichen Wertpapieren verrechnet werden dürfen.

 

Was beinhaltet die Verlustbescheinigung?

Im Laufe eines Kalenderjahres sammelt die Bank in den entsprechenden Verlusttöpfen die aufgelaufenen Verluste eines Anlegers. Diesen Zahlen wird zur Ermittlung der Abgeltungssteuer die Summe der Gewinne gegenübergestellt. Überwiegen die Gewinne die Verluste, wird auf die Differenz Abgeltungssteuer fällig. Im umgekehrten Fall stellt die Bank eine Verlustbescheinigung aus, damit der Anleger diese Verluste im Rahmen seiner Steuererklärung geltend machen kann.

Beantragt der Bankkunde keine Verlustbescheinigung, werden die negativen Erträge in das nächste Jahr vorgetragen. Wer weiß, dass sein Geschäftsjahr nicht mit einem positiven Ertrag aus dem Wertpapiergeschäft endet, muss die Verlustbescheinigung jedoch bei seiner Bank beantragen. Dies muss bis zum 15. Dezember eines Jahres geschehen, Banken stellen die Bescheinigung nicht automatisch aus. Wird die Verlustbescheinigung beantragt, werden diese Zahlen nicht mehr in das Folgejahr vorgetragen.

 

Verlustbescheinigung gerade bei mehreren Depots sinnvoll

Wie bereits erwähnt, können Anleger ihre Verluste steuerlich geltend machen. Manch ein Bankkunde unterhält jedoch nicht nur bei einer Bank ein Depot, sondern bei mehreren. Da die Banken die Gewinne und Verluste nicht untereinander in die jeweiligen Verlusttöpfe hineinrechnen können, benötigen die Kunden dementsprechend von jedem Institut eine einzelne Verlustbescheinigung, um diese dann gebündelt der Steuererklärung beizufügen.

Verluste sind bei einer Geldanlage in Tagesgeld oder Festgeld nicht möglich und spielen damit keine Rolle bei der Aufstellung von Verlusten. Negative Realrenditen, die sich nach Abzug von Inflationsrate und geleisteten Abgeltungssteuerbeträgen ergeben, sind steuerlich leider nicht relevant.