Top-Vermögen unterschätzt – Vermögensverteilung noch asymmetrischer

Das Top Vermögen ist höher als es die Wissenschaft bisher vermutet hatDie Vermögen sind in Deutschland noch rechtsschiefer verteilt als vermutet, wie eine neue Studie des DIW belegt: Problematisch ist für die Wissenschaftler dabei die Erfassung der Vermögen des obersten Prozent, denn diesbezürliche Daten über Multimillionäre und Milliardäre wird nicht publiziert.

Von größerer Bedeutung als bisher angenommen sind die Vermögensverhältnisse ganz ganz oben, da diese Klasse einen wesentlichen Anteil am privaten Gesamtvermögen hält. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung e.V. (DIW) in Berlin hat im Auftrag der Hans-Böckler Stiftung ein Forschungsvorhaben über die Vermögensverteilung in Deutschland mit Schwerpunkt der Erfassung der Top-Vermögen durchgeführt. Eine Studie mit ähnlichem Hintergrund wurde von der Bundesbank 2013 unter dem Titel „Private Haushalte und ihre Finanzen“ durchgeführt und veröffentlicht. Die Bundesbankstudie ist Teil einer in den Mitgliedsländern der EU-Währungsunion erhobenen Forschungsanalyse zum „Household Finance and Consumption Survey“ (HFCS). Damit sollen u. a. die Kreditaufnahme und die Sparneigung der Bevölkerung sowie die Auswirkungen von zinspolitischen Entscheidungen der EZB analysiert werden.

 

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Für die Studie des DIW werden alle 5 Jahre seit 2002 die Daten erhoben. Das DIW Forschungsteam hat sich nun in seiner aktuellen Untersuchung besonders um eine approximative Erfassung der Top-Vermögen bemüht und dazu u.a. Daten aus der Forbes-Liste verwendet. Dazu wurde das Vermögen von in Deutschland beheimateten Dollar Milliardären mit Ihren Vermögen in mehreren Szenarien modelliert. Es ergab sich dadurch eine deutliche Korrektur des deutschen Gesamtvermögens um ca. 30% nach oben. Die DIW Experten schreiben dazu: „Dies entspricht einem Anstieg um mehr als einem Drittel des Gesamtvermögens und betont damit nachdrücklich die hohe Relevanz sehr hoher Vermögen für die Vermögensverteilung.“  Die Verteilung am Gesamtnettovermögen der Privathaushalte in Deutschland ist in der Abbildung 1 dargestellt. Dabei ist der Zuwachs bei den Top-Vermögen vor allem durch den Zuwach bei Aktien- und Immobilienvermögen verursacht. Zinsen von Tagesgeld und Festgeld fallen dagegen kaum ins Gewicht.

 

Abb. 1: Anteil des Top 1% bzw. Top 0,1% am Gesamtvermögen. Quelle DIW

 

Egal welches Szenario für die Vermögenschätzung der Top-Vermögen verwendet wurde, das oberste Prozent hat einen Anteil zwischen 31% und 34% am Nettogesamtvermögen. Und wird die Pyramide noch etwas weiter oben, bzw. ganz oben betrachtet, nämlich die reichsten 0,1-Prozent entfallen auf sie je nach Szenario zwischen 14 bis 16 Prozent.

Die Vermögensentwicklung in Deutschland ist jetzt durch den FvS Research Institute Vermögenspreisindex bis 2005 rekonstruiert worden.

 

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