Termingeld

TermingeldMit einer terminierten Geldanlage zu einem Festzinssatz sind höhere Zinsen als für Tagesgeld möglich.  Die Angebotspalette ist allerdings sehr groß und ein Vergleich daher immer mehr als sinnvoll. Obwohl der Begriff Termingeld umgangssprachlich oft verwendet wird, ist die Definition nicht eindeutig. Der Grund ist der, dass sowohl eine umgangssprachliche als auch eine fachliche Bedeutung existiert.

Termingeld Definition: Umgangssprachlich steht Termingeld für als Abgrenzung zu Tagesgeld (jederzeit verfügbar, ohne Termin) für festgeldähnliche Anlagen, die für eine terminierte Vertragszeit geschlossen werden. Häufig werben beispielsweise Sparkassen mit Termingeld als Synonym für Festgeld. Angeboten wird dabei eine Geldanlage mit festen Zinsen für einen „kurz- bis mittelfristigen Zeitraum“.

 

Termingeld Angebote finden Sie hier:

 

 

 

Die Termingeld Definition der Bundesbank ist dagegen noch weiter gefaßt: „Einlagen, die Geld- und Kreditinstituten von ihren Kunden oder von anderen Instituten für eine bestimmte Zeit gegen einen festen Zinssatz überlassen werden.“ (Quelle: bundesbank.de).

Im Bankensektor wird dagegen der Interbankenhandel inklusive der Handel mit Zentralbankgeld mit terminierter mittelfristiger Laufzeit als Termingeld bezeichnet, wobei der Handel am Termingeldmarkt erfolgt.

Die Anlagedauer beziehungsweise die Kündigungsfrist beträgt bei dieser Form der Geldanlage mindestens 30 Tage. Die häufigste Form von Termingeldern stellen Festgelder dar, bei denen die Anlagedauer von Anfang an festgelegt wird. Seltener werden Kündigungsgelder angeboten, bei denen der Anleger eine bei Vertragsabschluss vereinbarte Kündigungsfrist einhalten muss, um über sein Geld zu verfügen. Eine Termingeldanlage wird besser verzinst als sogenannte Sichteinlagen, über die der Kontoinhaber täglich und ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist verfügen kann. Das bekannteste Beispiel für eine Sichteinlage ist ein Tagesgeldkonto, doch auch ein Guthaben auf einem Girokonto stellt eine Sichteinlage dar.

 

Die Eröffnung eines Termingeldkontos

Gemäß Termingeld Definition stellen Tagesgelder kein Termingeld dar. Trotzdem ist bei vielen Kreditinstituten die Eröffnung eines Tagesgeldkontos die Voraussetzung für ein Termingeld Angebot. Die Kontoeröffnung kann auf verschiedene Weise erfolgen:

  • Der Kontoinhaber sucht eine Filiale der Bank auf, bei der er ein Termingeld anlegen möchte.
  • Die Kontoeröffnung erfolgt über ein Formular auf der Webseite der Bank. Der Kontoinhaber muss sich anschließend entweder über das Postident-Verfahren der Deutschen Post AG oder in einer Filiale der kontoführenden Bank legitimieren, bevor er das Termingeldkonto nutzen kann.

 

Erste Banken bieten eine Kontoeröffnung an, die komplett online abgewickelt wird. Dazu muss sich der Antragsteller über ein Online-Identverfahren legitimieren, das entweder über einen Drittanbieter oder mit Bankmitarbeitern abgewickelt wird. Der Kunde muss seinen Personalausweis bereithalten, um ihn über eine Webcam zu präsentieren. Oft werden während der Kontoeröffnung Fotos von dem Kontoinhaber gemacht und er muss verschiedene Fragen beantworten. Nach Angabe der Banken dauert der gesamte Vorgang zur Kontoeröffnung circa drei bis fünf Minuten. Die Finanzaufsichtsbehörde BaFin hat das Videoident-Verfahren ausgiebig geprüft und anschließend genehmigt.

Die Kontoeröffnung, Kontoführung und Kontoschließung von Termingeldern ist in der Regel kostenlos. Tipps dazu gibt es auf Festgeldkonto eröffnen. Bei vielen Konten handelt es sich um Online-Konten, sodass der Kontoinhaber jederzeit und von jedem Ort Gelder von einem Konto auf ein anderes Anlagekonto transferieren kann.

 

Abgrenzung Festgeld und Kündigungsgeld

Ein Festgeld ist die einmalige Anlage eines Geldbetrages für einen bestimmten Zeitraum. Die Laufzeit der Festgelder beginnt ab 30 Tagen. Die maximale Anlagedauer bestimmt jeder Anbieter selbst. Da es sich um eine kurz- bis mittelfristige Geldanlage handelt, liegen die maximalen Laufzeiten in der Regel bei 60 Monaten. Doch auch längere Anlagefristen sind bei einigen Banken zu finden. Der Zinssatz für das Festgeld steht bei Vertragsabschluss fest und ändert sich nicht bis zur Fälligkeit der Geldanlage. Ein Festgeld empfiehlt sich nur für Gelder, die der Sparer für einige Zeit nicht zwingend für den Lebensunterhalt oder für größere Ausgaben benötigt. Eine vorzeitige Verfügung ist von den Banken nicht oder nur in wenigen Ausnahmesituationen vorgesehen.

Sehr viel seltener als ein Festgeld Termingeld bieten vereinzelte Banken ein Kündigungsgeld als Termingeld Anlage an. Der Anleger entscheidet selbst, wie lange er sein Guthaben auf dem Termingeldkonto anlegen möchte. Die Bank gibt lediglich eine Kündigungsfrist vor, mit der die Geldanlage vor einer Verfügung gekündigt werden muss. Die Kündigungsfrist beträgt zwischen 30 Tagen und mehreren Monaten oder Jahren. Der Zinssatz eines Kündigungsgeldes ist variabel und wird jeweils an die Marktsituation angepasst. Kündigt der Anleger die Geldanlage, sind zwei Szenarien möglich:

  1. Der Zinssatz bleibt auch während der Kündigungsphase variabel und kann sich bis zur Auszahlung des Guthabens noch ändern.
  2. Mit Beginn der Kündigungsphase gilt ein fester Zinssatz, der sich bis zur Auszahlung nicht mehr ändert.

Vor allem die zweite Variante empfiehlt sich, wenn der Anleger sinkende Termingeld Zinsen erwartet und er sich für die Dauer der Kündigungsfrist einen höheren Zinssatz sichern möchte.

 

Bei einem Termingeld den Zinseszinseffekt nutzen

Bei einer Termingeld Anlage als Festgeld kann der Sparer in einigen Fällen mit einem Zinseszinseffekt rechnen. Dazu muss die Bank oder Sparkasse bei einer mehrjährigen Anlagedauer eine monatliche, vierteljährliche oder halbjährliche Zinszahlung anbieten. Außerdem müssen die Zinsen dem Festgeldkonto gutgeschrieben werden, damit sich ein Zinseszinseffekt ergibt. Hier muss sich der Sparer jedoch bei der Termingeldanlage Bank vor Abschluss der Geldanlage erkundigen, ob diese Option angeboten wird. In vielen Fällen erfolgt die Auszahlung der Termingeldzinsen auf das Tagesgeldkonto des Anlegers. Statt Zinseszinsen zu erhalten, profitiert der Kontoinhaber in diesem Fall von den Zinsen, die sein Guthaben auf dem Tagesgeldkonto erzielt.

 

Die Prolongation eines Termingeldes

Wird ein Termingeld fällig, hat der Anleger zwei Möglichkeiten, wie er mit dem angelegten Guthaben verfährt:

  1. Auszahlung des Guthabens, zuzüglich der angefallenen Zinsen, auf ein Referenzkonto. Bei dem Referenzkonto kann es sich um ein Tagesgeldkonto, ein Girokonto oder ein Sparkonto handeln.
  1. Prolongation Termingeld: Einige Banken bieten schon bei der Erstanlage des Termingeldes die Option einer automatischen Prolongation an. In der Regel erfolgt die Neuanlage für dieselbe Laufzeit wie die ursprüngliche Anlagedauer. Allerdings ändert sich bei einer Prolongation der Termingeld Zinssatz und der Anleger erhält die aktuell gültigen Zinsen für seine erneute Geldanlage. Falls bei Vertragsabschluss keine automatische Prolongation vereinbart wurde, kontaktieren die Banken und Sparkassen den Kontoinhaber kurz vor Fälligkeit seiner Geldanlage und fragen nach, ob eine Prolongation gewünscht ist. Falls sich der Anleger gegen eine Prolongation entscheidet, erfolgt am Fälligkeitstag die Auszahlung des Anlagebetrages zuzüglich Zinsen auf das hinterlegte Referenzkonto.

 

Vorzeitige Verfügungen über Termingelder

Sowohl vorzeitige Verfügungen als auch nachträgliche Einzahlungen sind bei Termingeldern in der Regel ausgeschlossen. Die Banken und Sparkassen zahlen für Festgelder einen höheren Zinssatz, weil sie während der Laufzeit der Geldanlage verlässlich mit dem Geld der Kunden arbeiten können. Daher sind vorzeitige Verfügungen nur in absoluten Ausnahmefällen erlaubt. Im europäischen Ausland hingegen ist diese strikte Praxis meist unbekannt. Hier können die Anleger auch vorzeitig ohne Angabe von Gründen über ihr Guthaben verfügen, sie müssen dann aber einen Zinsverzicht in Kauf nehmen.

Zu den wichtigsten Gründen, aus denen eine vorzeitige Verfügung über ein Festgeld von der kontoführenden Bank zugelassen wird, gehören:

  • wirtschaftliche Notlage des Anlegers, zum Beispiel durch Arbeitslosigkeit
  • schwere Erkrankung des Sparers
  • Tod des Kontoinhabers
  • unerwartete Ausgaben, zum Beispiel nach einem Unfall oder einem Unwetter

 

Die vorzeitige Verfügung über ein Termingeld stellt immer eine Kulanzentscheidung der Bank dar. Einige Banken zahlen lediglich den angelegten Betrag zurück, auf Zinsen muss der Anleger verzichten. Bei anderen Instituten wird eine Bearbeitungsgebühr für die vorzeitige Auflösung der Geldanlage fällig oder der Anleger muss Strafzinsen zahlen.

 

Mit einem Termingeldrechner die Rendite berechnen

Im Internet sind zahlreiche Termingelder Rechner zu finden, die kostenlos genutzt werden können. Mithilfe der Rechner können Anleger die Rendite einer Geldanlage ermitteln und die Angebote verschiedener Banken miteinander vergleichen. Der Sparer muss nur den gewünschten Anlagebetrag eingeben und auswählen, wie lange er das Geld investieren möchte. Auch zur Berechnung der Rendite für ein Tagesgeld Termingeld ist der Termingeldrechner geeignet. Mit einem Mausklick erscheint eine Übersicht verschiedener Anbieter mit Angabe der Zinssätze, die aktuell für ein Termingeld gezahlt werden. Einige Rechner berechnen auch sofort, wie viel Zinsen der Anleger für den eingegebenen Betrag und die gewünschte Laufzeit erhält. Über einen Link kann die Seite des ausgewählten Anbieters aufgesucht werden, um dort ein Termingeldkonto zu eröffnen. Dabei sollte der Anleger jedoch auf die für die gewählte Bank gültige Einlagensicherung achten. Auch zahlreiche ausländische Kreditinstitute bieten deutschen Sparern über das Internet Tagesgeldkonten und Festgelder an. Vor allem bei hohen Guthaben muss unbedingt die Einlagensicherung beachtet werden, damit das angelegte Geld bei einer Insolvenz der Bank nicht verloren ist.

 

Die Sicherheit einer Termingeldanlage

Bei allen deutschen Banken und Sparkassen sind Termingeldeinlagen der Kunden über die Einlagensicherung bis zu einem Betrag von 100.000 Euro je Kontoinhaber gegen die Insolvenz des Kreditinstitutes abgesichert. Darüber hinaus sind viele deutsche Banken Mitglieder einzelner Bankenverbände, die die Kundengelder zum Teil in unbegrenzter Höhe schützen. Auch Termingeld Anlagen bei Kreditinstituten innerhalb der Europäischen Union (EU) unterliegen mindestens der gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro je Anleger.

 

Die Bedeutung der Termingelder für die Wirtschaft

Die Europäische Zentralbank (EZB) steuert durch ihre Geldpolitik die Geldmenge in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU). Die wichtigsten Ziele der EZB sind die Erhaltung der Stabilität des Preisniveaus und die Unterstützung der Wirtschaftspolitik der einzelnen Länder. Um diese Ziele zu erreichen, besteht für die europäischen Kreditinstitute eine Mindestreserveverpflichtung. Es handelt sich einen Mindestbetrag, den jede Bank auf ihrem Konto bei der EZB unterhalten muss. Dazu bestimmt die EZB einen Mindestreservesatz für die Kreditinstitute. Zur Berechnung der Mindestsumme werden seit der dritten Stufe der Währungsunion lediglich Termingelder mit Laufzeiten oder Kündigungsfristen von bis zu zwei Jahren berücksichtigt. Die Regelungen über die Auferlegung einer Mindestreservepflicht finden sich in der Verordnung der Europäischen Zentralbank vom 1. Dezember 1998. Vor diesem Zeitpunkt galt in Deutschland die Anweisung der Deutschen Bundesbank über Mindestreserven (AMR), nach der Termineinlagen mit einer Laufzeit oder einer Kündigungsfrist von dreißig Tagen bis zu vier Jahren der Mindestreservepflicht unterlagen.

Die Wirtschaft kann bei Kreditinstituten selbst Termingelder anlegen und nutzt dieses Instrument bereits seit Jahrzehnten. Eine Übersicht aktueller Angebote gibt es auf Festgeld für Firmenkunden.

 

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