Strafzinsen die neue Normalität – nein nur eine Medienkampagne

Wohl mehr ein Medienhype: die StrafzinsenDie Wellen schlagen in Sachen Zinsen in der Medienlandschaft mal wieder hoch. Nun wird deklariert, dementiert und diskutiert ob, wer, wann, wo oder doch nicht, welche Bank Strafzinsen einführt und wie die Sparer abgezockt werden. Was ist dran, wie sieht die Zins Realität in Deutschland aus?

 

Der Hintergrund des ganzen Aufruhrs ist die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB, die am 04.09.2014 den Leitzins mit Wirkung zum 10.09.2014 auf nur noch 0,05% gesenkt hat. Parallel wurde auch der Satz der Einlagefazilität auf -0,20% gesenkt. Banken müssen also, wenn sie über Nacht bei der EZB Geld parken, der Notenbank dafür noch 0,20% Zinsen zahlen. Die EZB bestraft die Banken mit Strafzinsen wenn sie bei ihr Geld horten. Die Notenbank möchte, dass die Banken vermehrt Kapital an Privatpersonen und Unternehmen zu günstigen Kreditzinsen verleihen.

 

Medienhype Strafzins

Nun wird in den Medien diskutiert, ob sich einige Banken die Strafzinsen von den Sparern zurückholen. Als Beispiel wurde die Deutsche Skatbank genannt. Die Skatbank bietet ein Tagesgeldkonto für Privatkunden und ebenfalls Tagesgeldkonto für Geschäftskunden an. Auf der Webseite der Skatbank steht für beide Zielgruppen aber, dass die negative Zinsen in Höhe von 0,25% erst ab >3.000.000 Millionen Euro und auch dann nur auf den übersteigende Betrag zu zahlen sind. Damit betreffen die Strafzinsen gar keine Privatkunden, denn die Maximalanlage ist auf dem Privat-Tagesgeldkonto auf 500.000 Euro begrenzt.

Die Bank weißt darauf ausdrücklich auf ihrer Webseite hin

„Daher haben wir uns dazu entschlossen, ab 01.11.2014, ungeachtet der einzelnen Produktbeschränkungen, für Einlagen ab einem Volumen von 3 Mio. Euro pro Kunde Strafzinsen auf den übersteigenden Betrag zu erheben. Damit sind aus unserer Sicht die klassischen Privatanleger und Sparer im Regelfall nicht betroffen. Vor einer Berechnung von Strafzinsen werden wir außerdem betroffene Kunden vorab informieren, um Ihnen eine entsprechende Disposition zu ermöglichen.“

 

Vergleiche

 

aktueller Tagesgeldvergleich online

 

 

 

Außerdem wird kaum ein Privatkunde mit Blick auf die EU Regelung, Spareinlagen über 100.000 Euro im Fall einer Bankinsolvenz an den finanziellen Kosten zur Sanierung/Abwicklung der Bank zu beteiligen, solche Summen bei einer Bank als Einlage deponieren.

Auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken votiert glasklar gegen die Einführung von Strafzinsen und weist auf die deutsche Sparkultur hin. Eine Änderung des Zinsniveaus erwartet der BVR frühestens 2016.

 

Privatkunden von Strafzinsen gar nicht betroffen

Privatkunden sind bisher in Deutschland daher gar nicht oder nur in Einzelfällen von Strafzinsen auf Einlagen von Tagesgeld oder Festgeldkonten betroffen. Und wenn es doch einmal dazu kommen sollte?

Sollten ihre Bank eine negative Verzinsung auf Guthaben oder Einlagen einführen, ist es kein Problem die Bank zu wechseln. Wir leben in einem liberalen Wirtschaftssystem und Angebot und Nachfrage regeln den Preis, auch bei den Zinsen. Normalerweise wechseln Kunden immer den Anbieter, wenn dessen Preis, beispielsweise für einen Handyvertrag, exorbitant teurer wird. Dasselbe können auch Sparer tun, wenn ihre Bank die Zinsen exorbitant absenkt.

 

Aktive Sparer wechseln die Bank wenn die Zinsen in den Keller gehen

Ein Tagesgeldkonto ist schnell online eröffnet, ist kostenlos und erfordert kaum Formalitäten. Inzwischen biete mehrere Banken sogar die Kontoeröffnung mit online Identitätsfeststellung an. Und Tagesgeld Hopping sollte für alle Sparer inzwischen zu einer der beliebtesten Übungen geworden sein. Mit je einem online Tagesgeldkonto bei den langfristig besten Anbietern ist das nicht benötigte Geld immer zu den höchsten Zinsen angelegt.

Fazit: Bisher stellen sich Strafzinsen als reine Medienhype dar um Aufmerksamkeit und Traffic für den erstellten Content zu bekommen. Ein Blick auf unseren aktuellen Tagesgeldvergleich zeigt: Die top Zinsangebote sind zum Jahresende 2014 sogar wieder mehr geworden. 1,5% Zinsen sind aktuell möglich (PSA Direktbank), die gab es im Sommer nicht. Es gibt 8 Angebote, die über der durchschnittlichen Inflationsrate liegen. Jeder User, der im Internet recherchieren kann, sieht dass die Diskussion um Strafzinsen eine reine Luftnummer ist.