Aktienverkäufe sorgen für Geldflut bei Anleihen und führen zu sinkenden Zinsen

Zinstrend negativDer DAX hat sich von den 10.000 Punkten weit entfernt, denn mehrere Faktoren führen weltweit zu deutlichen Kursverlusten an den Börsen. Die Anleger schichten in vermeintlich sichere Staatsanleihen um, die Kurse steigen und die Renditen nähern sich Allzeittiefs. Das sind schlechte Aussichten für Tagesgeld und Festgeldzinsen. Die Zinsen purzeln.

2-Jährige Bundesanleihen rentieren wieder mit einem Minus vor der Null: -0,001%. Anleger, die dem Staat Deutschland Geld leihen, bekommen also keine Zinsen mehr, sondern müssen dafür im Gegenteil noch zahlen. Für die 10-Jährigen Bundesanleihen gab es gestern (07.08.2014) noch 1,061% Zinsen. Sollte sich dieser Trend in den nächsten Monaten weiter fortsetzen drohen für Tagesgeld Zinsen wie auch für Festgeld Zinsen weitere Zinsreduktionen.

Es ist schlicht zu viel Geld im Umlauf. Die Banken können bei der EZB quasi fast zum Nulltarif Geld borgen. Wie kommt es zu dieser Situation, die die sichere Geldanlage langsam aber sicher mangels Alternativen zur Quadratur des Kreises werden läßt?

 

 Banken Tagesgeld Vergleich

 

Ein Mix ungünstiger Faktoren führt zum Rückgang der Börsenkurse

Es sind mehre und völlig unabhängige Entwicklungen, die gegenwärtig zum Absturz der Börsen beitragen: Die Quartalsberichte der börsennotierten Unternehmen sind weitgehend hinter den Erwartungen der Analysten zurückgeblieben. Es gab sogar Gewinnwarnungen von DAX Unternehmen wie Adidas. Die wirtschaftliche Entwicklung hat sich in Europa wieder deutlich eingetrübt. Italien ist wieder in die Rezession gerutscht. Die wirtschaftliche Dynamik der EU-Lokkomotive Deutschland läßt spürbar nach.

 

Geopolitische Konflikte beeinträchtigen das friedliche und wirtschaftliche Miteinander

Die Unruheherde haben weltweit zugenommen, im Irak flammen die Kämpfe wieder auf und mit den radikalen Islamisten hat ein ganz neuer, aber sehr erfolgreicher Player die Bühne betreten.
Das Wirtschaftsembargo gegen Russland wegen dessen Verhalten in der Ukraine Krise und die Gegenmaßnahmen des Kremls treffen die europäische Wirtschaft und die Deutsche ganz besonders. Das Ifo Institut geht inzwischen von einer Pause beim Wachstum für 2015 aus. Inzwischen haben Gegenmaßnahmen auch die Banken erreicht: Die EU hat Sanktionen gegen 5 russische Großbanken eingeleitet.
Diese Gemengelage führt dazu, dass die von den Notenbanken in den letzten 6 Jahren mit viel Liquidität aufgepumpten Aktienmärkte Luft ablassen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat schon im Juni 2014 vor einer Diskrepanz zwischen Aktienbewertungen und der wirtschaftlichen Realität gewarnt. Zu Recht, wie sich nun herausstellt.

 

 

 

Wohin mit dem freiwerdenden Kapital

Anleger verkaufen Aktien in großem Stil. Der DAX hat die 200-Tage-Linie nach unten durchbrochen, ein Zeichen für einen mittelfristigen Abwärtstrend. Das aus Aktienverkäufen freiwerdende Kapital muß wieder angelegt werden und flutet nun den Anleihenmarkt. Prompt steigen die Kurse und damit sinken die Renditen weiter. Das wird nicht lange ohne Auswirkungen für den Zinsmarkt von Festgeld und Tagegeld bleiben. Die Festgeld Zinken bereits seit Jahresanfang 2014, nach einer kurzen Erholung gegen Ende 2013 wieder. Auch für 10-Jähriges Festgeld sind weit und breit keine 3% mehr zu erzielen.
Sollte Europa wieder in eine Rezession abgleiten dürfte das Zinsniveau weiter unter Druck kommen. Keine guten Perspektiven für die seit Jahren ohnehin gebeutelten Sparer.

 

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