Was ist ein Währungskonto
Wer ein Konto bei einer deutschen Bank eröffnet, schließt dieses üblicherweise in Euro ab. Das heißt, dass alle Transaktionen auf die Basiswährung Euro umgerechnet und abgewickelt werden. Ein Fremdwährungskonto (auch als Devisenkonto bezeichnet) dagegen bezeichnet nun ein Konto in Fremdwährung, dass also in einer anderen Währung wie zum Beispiel US-Dollar oder Schweizer Franken geführt wird.
Die fremde Währung wird dabei bargeldlos gebucht.
Zwei Arten von Fremdwährungskonten sind zu unterscheiden:
- Devisenkonto für geschäftliche Zwecke
- Devisenkonto für private Zwecke
Dabei werden diese Konten entweder mit allen für ein Girokonto üblichen Transaktionsmöglichkeiten (Zahlungsverkehr wie Überweisungen etc.) ausgestattet (i. d. Regel bei geschäftlich genutzten Fremdwährungskonten), oder bei dem Konto handelt es sich um ein reines Anlagekonto in einer fremden Währung (meist bei Devisenkonten für Privatpersonen). Im ersten Fall können dann über dieses Konto, wie mit einem Girokonto, alle Transaktionen wie Überweisungen und Lastschriften ausgeführt werden.
Diese Ausgestaltung wird jedoch eher von Kunden genutzt, die geschäftliche Verbindungen zu entsprechenden Ländern pflegen. Im Privatkundensegment weitaus geläufiger ist deswegen die Möglichkeit, solche Konten ähnlich wie Festgeldkonten oder Tagesgeldkonten, lediglich als Sparkonto anzulegen. In diesen Fällen sind die vertraglichen Bedingungen gleich wie bei Tagesgeldkonten und Festgeldkonten und lediglich die zugrunde liegende Währung unterscheidet sich.
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Nutzen eines Währungskontos
Generell bieten Währungskonten privaten Anlegern die Möglichkeit, Zinsunterschiede zwischen verschiedenen Ländern auszunutzen. Gerade wer in seinem Portfolio nicht ausschließlich auf die Werthaltigkeit des Euros vertrauen möchte, kann so einen Teil seines Vermögens in Fremdwährungen investieren. Da nämlich das Zinsniveau eines Landes immer maßgeblich durch die entsprechenden nationalen Notenbanken bestimmt wird, unterscheiden sich die Zinsniveaus weltweit. Eine direkte Auswirkung dieses Umstandes ist dann auch eine Anpassung des Währungskurses. Ein Sparer kann demzufolge sowohl von steigenden Währungskursen als auch von höheren Zinsniveaus profitieren.
Währungskonten bergen höhere Risiken
Gerade diese Chancen auf höhere Erträge erhöhen jedoch auch das Risiko von Währungskonten. So ist zum einen das Risiko sehr hoch, dass die Währungskurse sich sehr ungünstig entwickeln können, und somit können Zinserträge durch von Währungskursverluste aufgezehrt werden.
Ein weiteres Risiko resultiert aus der Tatsache, dass insbesondere dort die Zinsen erhöht werden, wo die Gefahr einer hohen Inflation herrscht. Da sich diese Entwicklung des Geldwerts je nach Währungsraum unterscheidet, besteht hier ebenfalls das Risiko, dass hohe Zinserträge ebenfalls durch hohe Inflationsraten geschmälert werden.
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Gebühren und Kosten bei Fremdwährungskonten
Während für die Tagesgeldkonto Eröffnung und die Führung desselben bei einer Bank üblicherweise keine Kosten für den Anleger anfallen, ist die Geldanlage auf einem Währungskonto, also der Kauf oder Verkauf einer Fremdwährung immer mit Kosten verbunden. Die Kosten können eingeteilt werden in:
- Gebühren für die Kontoführung
- Konvertierungskosten und weitere Nebenkosten
Banken bieten die Kontoführung eines Währungskontos zum Teil kostenlos an (Beispiel DAB), zum Teil werden monatliche Gebühren erhoben.
Die wesentlichen Kosten für den Anleger sind aber Konvertierungskosten, die bei dem bargeldlosen Umwechseln von Euro in die Fremdwährung und umgekehrt entstehen.
Zu unterscheiden sind:
- An- bzw. Verkaufskosten der Fremdwährung (Geld und Briefkurs)
- Transaktionskosten
Fremdwährungen werden von den Banken zu dem höheren Geldkurs verkauft und zu dem niedrigeren Briefkurs angekauft. Der Spread, also der Unterschiedsbetrag zwischen Geld und Briefkurs geht zulasten des Kontoinhabers, wenn dieser eine Fremdwährung kauft und später wieder verkauft. Üblicherweise wird der 13 Uhr Fixing Kurs der betreffenden Bank oder der Konzernbank für die Abrechnung zugrunde gelegt.
Etliche Banken erheben zusätzlich sich über den reinen Ankaufs-/Verkaufskursen hinaus Gebühren für die Konvertierung. So beispielsweise die Comdirect, die sowohl für den Ankauf als auch den Verkauf einer Fremdwährung 1% des Betrages in Rechnung stellt. Die Bank erhebt dafür keine Gebühren für die Fremdkontoführung, das Währungskonto kann im Zusammenhang mit dem Girokonto oder dem Comdirect Wertpapierdepot angelgt werden. Die Konvertierungskosten sind aber im Hinblick auf mögliche Zinseinnahamen in der fremden Währung relativ hoch.
Devisenkonten bei der DAB
Die Bank berechnet für die DAB-Währungskonten keine Konvertierungsgebühren! Euro kann in die folgenden Währungen umgetauscht werden:
So berechnet die DAB die Währungskurse Kurse beispielsweise zu dem Fixingkursen der HVB (http://www.hypovereinsbank.de/portal?view=/privatkunden/exchangeRates.jsp).
Die Comdirect rechnet dagegen mit den Fixingkursen der Commerzbank (https://www.commerzbank.de/de/hauptnavigation/kurse/kursinfo/devisenk/taegl_devisenk/taegl_devisenk.html).
Bei gängigen Währungen wie dem US-Dollar ist die Spannweite zwischen Geldkurs (Ankaufskurs) und Briefkurs (Verkaufskurs) der Fremdwährung moderat. Während bei Währungen, die seltener gehandelt werden deutliche Unterschiede bestehen.
Beispiel:
WÄHRUNG GELD BRIEF
EUR/USD 1.2680 1.2740
EUR/CLP (Chile) 586,5000 630,5000
Einlagensicherung bei Fremdwährungskonten
Guthaben auf deutschen Fremdwährungskonten, die nicht auf einer EU-Währung lauten, unterliegen nicht der Einlagensicherung. Das bedeutet, im Insolvenzfall der Bank gehen diese Einlagen in die Insolvenzmasse mit ein. Damit sind Geldanlagen beispielsweise in US-Dollar, Schweizer Franken oder Japanischen Yen nicht über die Einlagensicherung geschützt.
Zusammenfassung Währungskonto Vorteile & Chancen
- Spekulation auf Wechselkursgewinne
- Spekulation auf höhere Zinsen bei anderen Währungen
- Ein Währungskonto wird bei vielen Banken kostenlos geführt
Ein Fremdwährungskonto ist keine sichere Geldanlage sondern ein spekulatives Investment, bei dem sich Chancen und Risiken die Waage halten
Zusammenfassung Währungskonto Nachteile & Risiken
- Möglichkeit von Wechselkursverlusten (“Wechselkursrisiko” = Kursverluste im zweistelligen Bereich sind durchaus möglich)
- eine hohe Inflationsrate im Heimatland der Fremdwährung kann den Zinsvorteil reduzieren
- teilweise relativ hohe Gebühren bei Kauf/Verkauf der Fremdwährung
Frendwähungskonto Steuern: Besteuerung nicht nachhaltig geklärt
Von den Finanzbehörden ist noch nicht abschließend geklärt, wie die Besteuerung bei Fremdwährungskonten genau vollzogen werden soll. Ist das Konto verzinst, fällt zunächst einmal grundsätzlich Kapitalertragsteuer auf die Zinsen an. Dieser Sachverhalt ist zunächst offensichtlich. Strittig ist aber, wie mit den Kursgewinnen verfahren werden soll, wird eine Fremdwährung, gleich ob norwegische Krone oder chinesischer Yuan, wieder in Euro konvertiert wird. Im Grunde müsste auch hier die zehnjährige Spekulationsfrist gelten. Anleger sind daher gezwungen, jeden Ankauf oder Verkauf der Fremdwährung zu dokumentieren, andernfalls würde die Spekulationsfrist auch für die Erstanlage bei jeder Transaktion neu beginnen. Den möglichen Erträgen aus dem Fremdwährungskonto steht ein erheblicher Aufwand gegenüber, der erst ab wirklich großen Einlagevolumina gerechtfertigt erscheint.
Autor: | Stand: 24. Januar 2013

