Tagesgeld 2016

Prognosen werden mit zunehmendem Zeithorizont unsicherer. Diese „Uncertainty“ variiert aber zwischen den zu prognostizierenden Größen: Denn die Vorhersage für die Entwicklung des Wetters in zwei Jahren ist mit einer größeren Unsicherheit behaftet als die Entwicklung der Zinsen.

 

 

Wie ist die Prognose für die Zinsentwicklung von Tagesgeld in 2016? Grundlage für die Betrachtung ist die potenzielle Entwicklung der wichtigsten Einflussfaktoren: Gesamtwirtschaftliche Entwicklung (BIP), Inflationsraten, Notenbankzinsen und Sondereffekte.

Momentan ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass die Zinsen für Einlagen auf Tagesgeldkonten 2016 nicht unter dem aktuellen Niveau liegen werden. Die Annahme beruht darauf, dass es keine kommunizierten Hinweise auf eine zukünftige Zinssenkung von Seiten der EZB oder der amerikanische Notenbank (FED) gibt. Von Seiten der FED ist nach aktuellem Kenntnisstand davon nicht auszugehen.

 

Aktuelle Tagesgeld Zinsen 2016

Anlagebetrag (nur Zahl z.B. 10000)
Euro
Anlagedauer (bitte wählen)
ING
Extra-Konto
100 %
Einlagensicherung
4 Monate
Zusatzgarantie
1,00 %
Zinsen p.a.
Renault Bank direkt
Tagesgeld
100 %
Einlagensicherung
3 Monate
Zusatzgarantie
0,70 %
Zinsen p.a.
RaboDirect
RaboTagesgeld
100 %
Einlagensicherung
-
Zusatzgarantie
0,30 %
Zinsen p.a.
Moneyou
Tagesgeld
100 %
Einlagensicherung
-
Zusatzgarantie
0,25 %
Zinsen p.a.
DKB
DKB-Cash
100 %
Einlagensicherung
-
Zusatzgarantie
0,20 %
Zinsen p.a.
VTB Bank
Tagesgeldkonto
100 %
Einlagensicherung
-
Zusatzgarantie
0,20 %
Zinsen p.a.
DenizBank
Tagesgeldkonto
100 %
Einlagensicherung
-
Zusatzgarantie
0,20 %
Zinsen p.a.
Volkswagen Financial Services
Plus Konto
100 %
Einlagensicherung
-
Zusatzgarantie
0,10 %
Zinsen p.a.
Mercedes-Benz Bank
Tagesgeldkonto
100 %
Einlagensicherung
-
Zusatzgarantie
0,05 %
Zinsen p.a.
IKB Deutsche Industriebank
Tagesgeld
100 %
Einlagensicherung
-
Zusatzgarantie
0,05 %
Zinsen p.a.
* Werte für gewählten Zeitraum. Alle Angaben ohne Gewähr.

 

Aktuelle Prognose

I Quartal 2016

Die Zinssituation ist unübersichtlich: Nachdem die amerikanische Notenbank im Dezember 2015 endlich die Leitzinsen um 0,25% erhöht hat, hängt nun viel davon ab, wieviel weitere Zinsschritt  und in welcher Höhe in 2016 folgen werden.

In Europa „kämpft“ die EZB gegen die niedrige Inflation, die aufgrund des Verfalls der Ölpreise auch noch in den ersten Monaten 2016 vermutlich nicht deutlich steigen wird. Fachleute rechnen eher mit einer weiteren Senkung des Zinses für die Einlagefazilität. Das ist der Zinssatz, den die Banken für das Übernacht-Parken von Kapital bei der EZB zahlen müssen. Damit sollen die Banken quasi gezwungen werden, das Geld als Kredite an Verbraucher und den Unternehmen auszuleihen. Zusätzlich könnte auch das bestehende QE-Programm über den März 2017 hinaus verlängert werden.

Sollte dieses Szenario Wirklichkeit werden (die nächste zinsrelevante EZB Sitzung ist im März) würden die Tagesgeldzinsen aus Europa eher leicht negativ beeinflusst.

Allerdings könnten positive Zins-Entscheidungen aus den USA den negativen europäischen Einfluss neutralisieren.

Auch die Entwicklung der chinesischen Börsen und der Wirtschaft ist von Bedeutung, die Kurse chinesischer Aktien sind in der ersten Januarwoche stark eingebrochen. und haben die globalen Finanzmärkte erschüttert. Die Volatilität an den Börsen ist groß, der VDAX New ereicht wieder Werte von 30 Punkte. Sollte sich an den Finanzmärkten ein Crash oder ein deutlicher Kurssturz ergeben, dürften die Anleger in die vermeintlich sicheren Staatsanleihen flüchten und die ohnehin schon hohen Kurse weiter aufblähen, wodurch die Renditen weiter sinken würden. Dieses Szenario würde sich negativ auf Tagesgeldzinsen in 2016 auswirken.

Für Neukunden könnte sich für Anlagebeträge bis 25.000 Euro das 12 monatige Zinsgarantie-Angebot der Consorsbank auszahlen (> Consorsbank Tagesgeld Angebot). Sollten die Tagesgeldzinsen zwischenzeitlich über den von der Consorsbank-Zinssatz steigen kann durch Tagesgeld Hopping.

 

Prognose der Redaktion: Entwicklung der Tagesgeldzinsen 2016

Zeitraum Entwicklung
Quartal I -II 2016 Tagesgeldzinsen Trend Stagnation
Quartal III -IV 2016 Zinsentwicklung 2016

 

Stand September 2015

US Zinsen: Die Kapitalmärkte spekulieren seit Jahresbeginn darauf, wann die amerikanische Notenbank die Zinsen anheben wird. Aktuell kommt dafür der September oder der Dezember infrage. Indirekt dürfte eine US-Zinsanhebung auch die Zinsen in Deutschland leichten Aufwind geben. In einem ersten Schritt wird vom Markt von der FED ein Zinsschritt von 0,25% für Dezember 2015 erwartet. Die Tagesgeldzinsen dürften mit einem leichten Zuwachs darauf reagieren. Da die FED Mitglieder von weiteren Zinsschritten in 2016 ausgehen, könnte der Leitzins Ende 2016 bei 1,5% – 2,0% betragen.

Euroland Zinsen
Die EZB hat in ihrer Pressekonferenz vom 3. September 2015 nun offiziell die Wirtschaftsprognosen für 2016 für den Euroraum reduziert und durch den Ölpreisverfall auch die Inflationsprognose gesenkt. Daher steht zu vermuten, dass die EZB die Leitzinsen frühestens 2017 erhöhen wird. Eine Absenkung von dem bisherigen Niveau von 0,05% auf 0% dürfte für die Wirtschaft kaum noch Auswirkungen haben und daher keine Alternative für die Notenbank darstellen. Damit ist von der Europäischen Notenbank keine Unterstützung für die Tagesgeldzinsen in 2016 zu erwarten.

Die Redaktion geht von moderat steigenden Zinsen für Tagesgeld in 2016 aus, deren Ursache in den US Leitzinserhöhung liegen wird. Zum Jahresende 2016 könnten in der Spitze 1,3% am Markt angeboten werden. Hier finden Sie unsere Prognose für Tagesgeld in 2017.

Allerdings haben sich die Zinsen in den letzten Jahren regelmäßig anders entwickelt, als die Analysten prognostiziert hatten. Der Grund dafür liegt wesentlich darin, dass mehrheitlich schon viel früher (2014) mit der ersten Zinserhöhung in den USA gerechnet wurde, die aber nicht erfolgte. Daher wird die Entwicklung der Weltwirtschaft, mit Schwerpunkt USA, die Entwicklung der Rohölpreise, der Inflationsrate (USA), der US Arbeitslosenzahlen und auch die Entwicklung der Kapitalmärkte und Wirtschaft in China in 2016 die US-Zinsen und darüber auch die Tagesgeldzinsen in Deutschland bestimmen.

 

So haben wir die Zinssituation Anfang 2015 eingeschätzt

Die EZB könnte in 2016 aber vermutlich nicht vorher, die erste Leitzinserhöhung seit 2014 vornehmen. Die amerikanische Notenbank dürfte entsprechend dem letzten Protokoll des Offenmarktausschusses vom 17.12.2014 bereits in 2015 mit Zinserhöhungen beginnen (Leitzinssatz = Federal Funds Rate) und dann auch in 2016 Zinserhöhungen vornehmen. Deshalb sollten sich die Zinsen für Tagesgeld bereits in 2015, zumindest im 3. Quartal über dem aktuellen Niveau befinden.

 

Einlagen auf Tagesgeldkonten 2016 mit 1,5% in der Spitze prognostiziert

Für 2016 gehen wir in unserer Prognose für Tagesgeld in der Spitze von 1,5% aus. Den Durchschnitt der 10 top Angebote in unseren Tagesgeldvergleichsrechner sehen wir bei 1,2%. Diese im Vergleich zu den momentanen Zinsen höheren Zinssätze sollten aber nicht zu positiv bewertet werden. Denn auch die Inflationsrate dürfte sich mit wieder steigenden Energiepreisen und aufgrund der getätigten Lohnabschlüsse von ihrem aktuellen Tiefstand wieder in Richtung 1% bis 1,5% bewegen.

An Realrendite würde bei diesem Szenario weniger übrigbleiben als in 2014. Insgesamt würde ein höheres Zinsniveau in 2016 viele Auswirkungen auf die Wirtschaft und die Finanzmärkte haben. Bei einem langsamen Zinsanstieg bis 2016 sollten die Aktienmärkte nicht katastrophal einbrechen. Für die Versicherer wären höhere Zinsen ein Segen, um ihren Pflichten hinsichtlich der Zinsgarantie aus alten Lebensversicherungen etc. besser nachkommen zu können. Der große Verlierer wäre sicherlich der Bund in Person des Finanzministers, der für Neuschulden erheblich mehr Geld zahlen müßte als bisher.

Fazit: Nach der Prognose der Redaktion werden die Zinssätze für Tagesgeld in 2016 moderat über dem aktuellen Niveau und dem von Tagesgeld in 2015 liegen. Ein dramatischer Zinsanstieg ist auf Grund der wirtschaftlichen Entwicklung der Eurozone nicht zu erwarten. Dafür ist die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinsreduktion oder eine Stagnation der Tagesgeldzinsen sehr gering.

 

Meinungen von Fachleuten

John C. Williams

John C. Williams ist President und Chief Executive Officer der Federal Reserve Bank von San Franciso und Mitglied der amerikanischen Notenbank FED: Will interest rates be permanently lower? Werden die Zinsen dauerhaft niedrig bleiben? Statement vom 26.11.2015
Die Zinsen sind seit der globalen Krise extrem niedrig. Nach der globalen Krise haben die Zentralbanken auf der ganzen Welt ihre Leitzinsen nahe Null abgesenkt. Und einige, wie die EZB, die schwedischen Riksbank und die Schweizerische Nationalbank haben Sätze sogar unter die Nulllinie gedrückt.
Der Zeitraum von fast sieben Jahren mit extrem niedrigen Zinsen hat eine Debatte darüber, ob sie auf ein normaleres Niveau zurückkehren, angespornt. Werden sie sich erholen, sobald die Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise endlich hinter uns liegen? Oder sind niedrige Preise ein fester Bestandteil der Wirtschaftslandschaft? Die Antwort auf diese Frage hat wichtige Implikationen für die globale Wirtschaft und Währungspolitik.
Williams Zusammenfassung: Werden die Zinsen also dauerhaft niedrig bleiben? Eine eindeutige Antwort ist mit den zur Verfügung stehenden Informationen nicht möglich ist, deutet alles auf einen langfristigen, deutlichen Rückgang in der Entwicklung der Realzinsen hin. Und es gibt wenig Anzeichen für eine Rückkehr zu einem normalen Zustand. Zusammengenommen deutet dies darauf hin, dass es wahrscheinlich ist, dass der Trend der realen kurzfristigen Zinsen niedriger ist, als in den vergangenen Jahrzehnten der Fall war.
Die Redaktion: Für 2016 I. Quartal sieht John C. Williams für die Federal Funds Rate ein gemäßigtes Zinspotential.

 

Commerzbank Research

Die Commerzbank Research gibt wöchentlich Ihren „Woche im Focus“ mit einer Analyse und Prognose zu wichtigen Ereignissen und Indikatoren heraus.

„Wenn wir für zehnjährige Bundesanleihen mittelfristig etwas höhere Renditen sehen, dann liegt das nur an den Leitzinserhöhungen in den USA.“

Commerzbank Research gibt in der Ausgabe vom 27.11.2015 die folgenden Zinsprognosen für 2016 ab:

 

Q1 2016 Q2 2016 Q3 2016 Q4 2016
[%] [%] [%] [%]
USA
Federal Funds Rate 0,75 1,00 1,25 1,50
EU
Mindestbietungssatz 0,05 0,05 0,05 0,05
3-Monats-Euribor -0,05 -0,05 -0,05 -0,05
5-Jahre-Euribor 0,05 0,10 0,20 0,25
10-Jahre-Euribor 0,70 0,80 0,90 1,10

 

 

 

 

News
07.09.2015 Die 1822direkt garantiert Neukunden, die ab dem 08. September ein Tagesgeldkonto eröffnen eine Zinsgarantie von 1,0% bis zum 15.01.2016

 

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One thought on “Tagesgeld 2016

  1. Zu Ihrer Zinsprognose: das ist eigentlich Trendfortschreibung, genau wie Anfang 2014 nahezu alle Fachleute den Trend aus dem Herbst 2013 verlängerten und für den Jahresverlauf aufgrund der implizierten Zinserhöhungsankündigung der FED steigende Zinsen prognostizierten. Das ist soweit ja auch ok. Nur „behind“ sieht dann doch alles anders aus. Genau wie vermutlich kaum jemand vor Jahren prognostiziert hat, dass 8 Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise die EZB die größte Bazooka erst noch auflegen würde und das bei quasi null Prozent Hauptrefinanzierungssatz und -0,40 % Einlagenfazilität.
    Dabei wird es erst noch richtig spannend: Wenn die Simulationen der FED aus dem Experimentierkasten im Labor in die Freiheit entlassen werden, dürften die Wechselkurse von Dollar und Euro sowie die Zinssätze diesseits und jenseits des Atlantiks Tango tanzen.

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