Prognose für Zinsen auf Tagesgeld 2015

In den letzten 7 Jahren ging es für die Tagesgeldzinsen nahezu kontinuierlich bergab. Die Leitzinsen sind gegenwärtig nahe bei null Prozent. Wie könnten sich die Zinsen für Tagesgeld 2015 entwickeln? Unsere Prognose finden Sie hier:

 

Perspektiven 2015: Die EZB tut aktuell alles, um sowohl den Euro Kurs als auch die Zinsen niedrig zu halten. Der Hintergrund dafür sind die deflationären Tendenzen in der Eurozone, wodurch die Notenbank die Geldwertstabilität potenziell gefährdet sieht. Als Folge der EZB Leitzinssenkungen und verschiedener geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen sind die Zinsen für Tagesgeld auf einem historischen Tief angekommen. Mit dem Prognosehorizonte bis Ende 2015 erwartet wir ein leichtes Ansteigen der Tagesgeldzinsen auf maximal 1,5% in der Spitze, der in unserem Tagesgeld Vergleich gelisteten Anbieter. Den TAGIX® als Tagesgeld Mittelwert von 137 Banken sehen wir bei rund 0,5%.

 

hier gelangen Sie zum Tagesgeldvergleich

 

 

Hintergrundfakten für die Tagesgeld Prognose 2015

Einfluss der FED auf Tagesgeldzinsen: Die Redaktion geht davon aus, dass die amerikanische Notenbank FED das Quantitative Easing in 2015 komplett beendet und voraussichtlich im 2. Quartal, spätestens aber im 3. Quartal beginnt, die Funds Rate, den amerikanischen Leitzinssatz Stufenweise bis Ende 2015 auf 1,3% – 1,5% anhebt. Laut dem Protokoll des Offenmarktausschusses der FED (Federal Open Market Committee) vom 17.09.2014 liegt der Median der Zinserwartungen Ende 2015 bei 1,375%.

Einfluss der EZBauf die Tagesgeldzinsen: Die EZB dürfte den Leitzins zumindest bis Ende 2015 auf 0,05%, dem Niveau der letzten Leitzinssenkung vom September 2014 belassen. Die EZB wird ferner versuchen die Geldmenge auszuweiten und neben den ABS Ankäufen auch verdeckt oder nicht verdeckt Staatsanleihen anzukaufen, wenn sich die Inflationserwartungen nicht signifikant bis Anfang 2015 verbessern.

 

Auswirkungen Leitzinsen Prognose auf Tagesgeld 2015

Abb. 1: Leitzinsen in der Eurozone und den USA in 2014 und die Prognose der Redaktion für 2015. Quellen: ECB Statement 04.09.2014, FOMC,  Economic Projection 17.09.2014

 

Aufgrund der Zinspolitik der EZB dürften die Tagesgeldzinsen daher in Deutschland nicht steigen. Wir glauben aber, dass sich die kurzfristigen Zinsen in 2015 nicht komplett von den Entwicklungen in den USA als den größten und wichtigsten globalen Finanzmarkt abkoppeln werden. Die von der FED avisierten zinspolitischen Maßnahmen werden deshalb zumindest einen leichten Anstieg von 0,1 – 0,3% bei Tagesgeld bis Ende 2015 bewirken.

Die Zinsen für Tagesgeld werden sich Anfang 2015 etwa auf dem Niveau von August 2014 befinden. Gemeint sind dabei die Top 3 Angebote, die für Sparer relevant sind. Der TAGIX®, der das Gro der Tagesgeldkonto Anbieter repräsentiert, könnte dagegen durchaus tiefer als 0,46 betragen.

 

 

 

Sondereffekte könnten schon Anfang 2015 für eine Überraschung beim Tagesgeld sorgen

Wir halten darüber hinaus auch zinspositive Ereignisse für möglich. Die EZB hat gegen einige russische Banken Sanktionen aufgrund der Ukraine Krise verhängt. Nicht aber gegen deren Niederlassungen beispielsweise in Österreich. Diese Niederlassungen können mit einer BaFin Genehmigung auch in Deutschland um Tagesgeldkunden werben, wie es bereits die Sberbank in 2014 erfolgreich vorgemacht hat. Diese Ableger russischer Banken, denkbar sind auch andere osteuropäische oder südeuropäische Banken, könnten grenzübergreifend in Deutschland Zinsen für Tagesgeld bieten, die ÜBER den gängigen top Zinskonditionen liegen.

Der Hintergrund dazu ist einfach eine günstigere und unkomplizierte Finanzierung als über mögliche Anleihen an den Finanzmärkten. Im Klartext: es kann für diese Kreditinstitute günstiger sein, sich Kapital bei deutschen Sparern über einen marktunüblich hohen Tagesgeldzins zu besorgen als die Finanzierungskosten am Finanzmarkt wären.

Die Summen, die die Deutschen als Einlagen auf Konten liegen haben werden von der Bundesbank regelmäßig unter „Spareinlagen“ veröffentlicht. Mit einer hinreichenden Einlagensicherung und einem Aufschlag von 0,2% – 0,3% auf den Anbieter mit dem besten Zinsangebot sind sicherlich für die Banken Einlagen im dreistelligen Millionen-Bereich zu akquirieren.

Fals solch ein Fall eintreffen sollte, könnte 2015 bei Tagesgeld auch schon in den ersten zwei Quartalen 1,5% für Tagesgeld möglich sein. Die impliziten Terminzinsen Berechnungen der EZB gehen dagegen erst 1016 von steigenden Zinsen aus, die Rechnungen sind allerdings auch nicht direkt auf das Tagesgeld übertragbar.

 

Sondereffekt abnehmende Inflationsrate

Der erste Sondereffekt nimmt gerade Fahrt auf: der drastische Verfall der Ölpreise führt zu deutlich geringeren Ausgaben für Energiekosten in Deutschland. Die unmittelbare Auswirkung: Die Inflationsrate sinkt. Für die ersten Monate 2015 hat der Bundesbankpräsident weiter abnehmende Verbraucherpreise prognostiziert.  In einem Vortrag am 16.12.2014 in Frankfurt hält Weidmann sogar negative Inflationsraten für einige Monate möglich, wobei er eine Deflation für wenig wahrscheinlich hält.

Was würde dieses Szenario für Tagesgeld Sparer bedeuten?

Bei gleichbleibenden Tagesgeldzins Konditionen am Markt würden die Realrenditen steigen und sogar den höchsten Stand seit 4 Jahren erreichen. Tagesgeld würde dann weiter an Attraktivität gewinnen.

 

Prognosen von Ökonomen & Analysten & Banken

Deutsche Bank: Unsere Einschätzung was die Zinsen 2015 betrifft teilen auch andere Research Abteilungen: Die Deutsche Bank prognostiziert ebenfalls eine divergierende Zinsentwicklung zwischen den USA und der Eurozone. Als Ursache nennt Dr. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden, in „Perspektiven 2015“ u.a. die unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen zwischen den beiden Zonen.

 

Postbank: Die Postbank hält in ihren Perspektiven 2015 den Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB noch im 1. Quartal 2015 für wahrscheinlich, um die Bilanz auf 1 Billionen Euro aufzublähen. Die Inflation sollte der Postbank nach in den ersten Monaten des kommenden Jahres der sinkenden Energiepreise wegen, nur knapp über der Null Prozentmarke liegen. Den Leitzins in der Eurozone sieht die Postbank „daher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit bei 0,05% verharren und der Einlagensatz mit -0,20% im negativen Bereich bleiben.“ Für die amerikanische Notenbank geht sie dagegen eher eine spätere und moderate Leitzinsanhebung in 2015 als eine frühe und stärkere Zinsanhebung aus.

 

Ähnliche Seiten

Economic Research

Geldmarktzinsen

mathematische Zins Modelle

Tagesgeld News

Tagesgeld Forschung