Unterschied zwischen Bank Steuerbescheinigung und Jahressteuerbescheinigung

Bis zum Jahr 2009 wurde den Bankkunden automatisch eine Steuerbescheinigung zugesandt. Mit Einführung der Abgeltungssteuer, die das gesamte Prozedere vereinfachen sollte, wurde der automatische Versand eingestellt. Die Jahressteuerbescheinigung führt alle steuerpflichtigen Erträge eines Anlegers und die möglicherweise darauf schon gezahlten Steuern inklusive der Steueridentifikationsnummer auf. Die Banken sind nach § 45a Absatz 2 und 3 EStG gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Kunden kostenlos eine Jahressteuerbescheinigung auszustellen.

 

 

Bank Jahressteuerbescheinigung

 

Unter dem Begriff Steuerbescheinigung werden die folgendenden eigenständigen Bescheinigungen von den Banken erstellt

 

Heute macht die Jahressteuerbescheinigung nur noch Sinn, wenn es zweifelhaft ist, ob ein Anleger den Grenzsteuersatz von 25 Prozent überschreitet. Nur wenn dies nicht der Fall ist, besteht die Möglichkeit, über die Jahressteuerbescheinigung die über den persönlichen Steuersatz hinausgehende Steuerdifferenz zur Abgeltungssteuer zurückzuerhalten. In diesem Fall muss bei der Einkommensteuer die Günstigerprüfung jedoch beim Finanzamt gesondert beantragt werden. Die Bescheinigung muss von den Kunden explizit bei der Bank angefordert werden. Sinnvoll ist die Abforderung der Jahressteuerbescheinigung auch, wenn kein Freistellungsauftrag vorliegt.

 

Die Bank Steuerbescheinigung – dafür wird sie benötigt

Im Grunde gibt es drei Ursachen, weshalb ein Anleger eine Steuerbescheinigung benötigt. Als Erstes ist der Umstand zu nennen, dass die Kapitalerträge den Freistellungsauftrag übersteigen. Nächster Punkt ist der Umstand, dass seitens der Bank eine im abgelaufenen Kalenderjahr ausgewiesene Erträgnisgutschrift einen Quellensteuerabzug beinhaltet. Der dritte Punkt ist die Verwahrung ausländischer, thesaurierender Investmentfonds. Die Steuerbescheinigung wird nicht mehr automatisch versendet, sondern muss von den Bankkunden explizit abgefordert werden.

Die Steuerbescheinigung muss von deutschen Banken und Finanzdienstleistern ausgestellt werden, wenn diese im Zusammenhang mit Zins- oder Dividendenzahlungen bereits Zinsabschlags- oder Kapitalertragssteuern abgeführt haben. Die Jahressteuerbescheinigung dient im Rahmen der Steuererklärung zur Ergänzung der Anlage KAP. Beim Finanzamt muß immer die Jahressteuerbescheinigung im Orginal eingreicht werden.

Steuerbescheinigungen können vom Kontoinhaber auch rückwirkend für vergangene Jahre bei der Bank beantragt werden. Die Ausstellung erfolgt generell sowohl für ein Einzelkonto wie auch für ein Gemeinschaftskonto.

 

 

Weiterführende Literatur

Bundesfinanzministerium Steuerbescheinigung

Verlusttopf

Steuer auf Zinsen