Spitzenrefinanzierungssatz & Spitzenrefinanzierungsfazilität

Aktueller Spitzenrefinanzierungssatz, Begriff – Erklärung

Spitzenfinanzierungssatz
Begriff: Der Spitzenrefinanzierungssatz (auch Spitzenfazilität genannt) ist der Zinssatz, zu dem Banken über Nacht von der Europäischen Zentralbank Geld leihen können (Overnight-Money). Das Geschäft zwischen der EZB und den Geschäftsbanken wird auch als Spitzenrefinanzierungsfazilität bezeichnet. Es ist damit das Gegenteil der Einlagefazilität. Die Bank erhält gegen eine Hinterlegung von Sicherheien unbegrenzt Liquidität und zahlt dafür Zinsen in Höhe des Spitzenrefinanzierungssatzes. Die Banken erhalten praktisch einen Übernachtkredit.

 

Der aktuelle Spitzenrefinanzierungssatz beträgt 0,25%.

Die EZB hat am 10.03.2016 mit Wirkung zum 16.03.2016 den Zinssatz von bisher 0,30% aktuell 0,25% geändert

 

Da die Geschäftsbanken einen täglich variierenden Geldbedarf haben, leihen sich Banken auch untereinander über Nacht Geld. Da solche Zinsgeschäfte regelmäßig stattfinden, achten die Banken auf die Zinssätze um der eigenen Rendite willen. Deshalb wird keine Bank, (abgesehen bei mangelnder Bonität), einer anderen Bank einen höheren Übernachtzinssatz als den Spitzenrefinanzierungssatz der EZB zahlen.

Aus diesem Grund ist der Spitzenrefinanzierungssatz inoffiziell die obere Begrenzung für die Zinsen auf Tagesgeld. Damit erklärt sich auch die Korrelation von der Zinsentwicklung von Spitzenrefinanzierungssatz und Tagesgeldzinssatz.

 

Entwicklung der EU Spitzenrefinanzierungsfazilität

Die Abbildung 1 zeigt die zeitliche Entwicklung des Spitzenrefinanzierungssatzes in der EU von 2000 bis 2014. Deutlich ist der Einfluss der Finanzkrise auf den Zins zu sehen. Im Sommer 2008, als weltweit die Wirtschaft boomte, lag der Satz bei 5,25%. Durch die Finanzkrise war die EZB gezwungen, mit ihrer monetären Politik die Finanzmärkte zu stützen und senkte bis 2014 diskontinuierlich die Leitzinsen und damit auch den Spitzenrefinanzierungssatz auf aktuell 0,40%.

 

Entwicklung des Spitzenrefinanzierungssatz bis 2014

Abb. 1: Zeitverlauf des Zinssatzes der Spitzenrefinanzierungsfazilität von 2000 bis 2014. Datenquelle: Bundesbank, Statistiken

 

Deutlich ist das Auf und Ab der Spitzenrefinanzierungsfazilität in den vergangenen Jahren zu sehen. Betrug der Spitzenrefinanzierungssatz in 2000 noch 5,75% im Maximum, waren es in 2004/2005 nur noch 3,0%. In den folgenden wirtschaftlichen Boomjahren stieg der Zinssatz wieder an und erreichte in den Monaten Juli bis September 2008 wieder 5,25% und ging in den folgenden Jahren drastisch auf nunmehr 1,0% im Mai 2013 zurück.

 

Letzte Revisionen/Änderungen Spitzenrefinanzierungssatz:

16.03.2016 Zinssenkung von bisher 0,30% auf 0,25%

04.09.2014 Mit Wirkung zum 10.09.2014 hat die EZB den Spitzenrefinanzierungssatz von 0,40% auf 0,30% gesenkt.

Der Spitzenrefinanzierungssatz wurde am 05.06.2014 mit Wirkung zum 11.06.2014 um 0,30% auf 0,40% gesenkt

Der Satz wurde am 07.11.2013 um 0,25% auf 0,75% gesenkt (vorher 1,00%)

Der Satz wurde am 02.05.2013 um 0,50% auf 1,00% gesenkt (vorher 1,50%)

Der Satz wurde am 05.07.2012 auf 1,50% gesenkt (vorher 1,75%)