Finanzmarktstabilisierungsfonds erhält Zinsgutschrift von der Coba

Finanzmarktstabilisierungsfonds und Allianz erhalten Zinsen von der Commerzbank

Die Aktionäre der Commerzbank werden wohl auch 2013 wieder ohne Dividende auskommen müssen. Zumindest stufte der Chef des Vorstandes der Bank, Martin Blessing eine solche Zahlung auf der Bilanz-Pressekonferenz am 15. Februar 2013 als unwahrscheinlich ein. Dafür erhält der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) Zinsen.

Zinszahlung

 

Das Jahr 2012 schloss die Commerzbank mit einem Gewinn von 6,2 Millionen Euro ab. Das reicht nicht für eine Dividendenzahlung an die Aktionäre. Dafür beinhaltet das Ergebnis aber die Zahlung von Zinsen für die Einlagen der Allianz und des Bundes. Stellvertretend für den Bund erhält der Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin) 150 Millionen Euro. Der Bund hatte sich ursprünglich über den SoFFin mit 18,2 Milliarden und davon wiederum 16 Milliarden als stille Einlage an der Commerzbank beteiligt, um die Bank zu stützen. Die Commerzbank hatte nach einer Kapitalerhöhung in 2011 davon rund 14 Milliarden Euro an den Bund zurückgezahlt.

Die Form der stille Einlage als Beteiligung kommt dem Bund nun zugute: Für die stille Einlage erhält der Finanzmarktstabilisierungsfonds Zinsen, aber keine Dividende. Aktuell ist das für den Bund von „Vorteil“, da die Bank seit dem Einstieg des Bundes keine Dividende gezahlt hat.

Der Finanzmarktstabilisierungsfonds erhält von der Commerzbank aus dem Gewinn für 2012 runde 150 Millionen Euro Zinsen für die stille Einlage. In 2009 und 2010 erfolgte keine Zinszahlung (eine Pflicht zur Nachzahlung steht nicht im Vertragstext). Auch die Allianz erhält für Einlagen 62 Millionen Euro Zinsen. Die 6,2 Millionen Euro Jahresgewinn verstehen sich nach den Zinszahlungen.

 

Neues Restrukturierungsprogramm der Commerzbank auch in den Folgejahren

Die Commerzbank wird mit einem ambitionierten Restrukturierungsprogramm, wie schon in den Vorjahren versuchen, die Kosten in den Griff zu bekommen. Dies erfolgt unter anderem über einen Abbau von bis zu 6000 Stellen. Allerdings wird 2013 sehr wahrscheinlich auch die Risikovorsorge aufgestockt werden müssen. Im Portfolio der Bank befinden sich noch etliche Kredite, die vermutlich abgeschrieben werden müssen. Die Commerzbank war u.a. eine der großen Finanziers von Schiffen. Viele Schiffsfonds, die als geschlossene Fonds aufgelegt wurden, stecken heute aufgrund der stark gesunkenen Frachtpreise und einem Überangebot an Frachtkapazität in der Krise.

Das Geschäft mit mittelständischen Unternehmen verlief in 2012 besser als das Privatkundengeschäft. Im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern bietet die Commerzbank für Tagesgeld nur geringe Zinsen. Dagegen ist das Girokonto für Privatkunden kostenlos, während das Commerzbank Geschäftskonto gebührenpflichtig ist.

Die Tochter der Commerzbank, die Comdirect entwickelt sich dagegen deutlich besser als der Mutterkonzern. Die Bank punktet bei Privatkunden besonders durch das kostenlose Comdirect Girokonto und das Comdirect Depot.