Interview mit Dr. Tim Sievers von Zinspilot

„Mit ZINSPILOT legen Sparer Ihr Geld über nur ein Konto bei verschiedenen Banken an, verwalten alle Anlagen an einem Ort und können so von nonstop besseren Zinsen profitieren“


tagesgeldvergleich.com: ZINSPILOT startet als weiteres Zinsportal in Deutschland. Was ist das Geschäftsmodell und wo liegen die Unterschiede zur Konkurrenz?

Dr. Tim Sievers,  Zinspilot

Dr. Tim Sievers, Zinspilot

Dr. Tim Sievers: Mit ZINSPILOT können Sparer erstmalig mit nur einem Konto die Zinsangebote vieler Banken nutzen. Durch unsere Single-Account-Lösung entfallen für Sparer häufige Kontenwechsel, um dauerhaft gute Zinsen zu erwirtschaften. Das war bisher viel Arbeit: Kontoeröffnungsformulare ausfüllen, drucken, unterschreiben und versenden, Postident durchführen, viele unterschiedliche Online-Banking-Zugänge verwalten, Freistellungsaufträge verteilen, Steuerbescheinigungen hinterherlaufen, Prolongationen überwachen usw.

Mit ZINSPILOT legen Sparer Ihr Geld über nur ein Konto bei verschiedenen Banken an, verwalten alle Anlagen an einem Ort und können so von nonstop besseren Zinsen profitieren, und zwar ganz einfach über ihre Hausbank: Sparer brauchen dafür nur einmal ein Konto bei einer unserer Partnerbanken eröffnen und können ab dann ganz einfach von ihrer Hausbank aus auf die gewünschten Anlageangebote einzahlen.

Bei der Auswahl der Anlageangebote setzen wir auf Festgeldangebote aus Deutschland und Europa. Zusätzlich bieten wir auch das bei vielen deutschen Sparern beliebte Tagesgeld an. Gerade Tagesgeld bieten andere Zinsportale bisher nicht. Anleger können sich ab Januar auf den Ausbau unseres Angebots freuen. Wir werden attraktiv verzinste Angebote aus unterschiedlichen europäischen Ländern anbieten mit Zinsen von über 2% p.a. Das besondere für den Anleger bei ZINSPILOT ist, wir vermitteln keine Anleger direkt ins Ausland sondern seine deutsche Partnerbank legt das Geld für ihn treuhänderisch an. So muss der Anleger nicht die AGBs ausländischer Banken studieren und unterschreiben. Die deutsche Partnerbank ist sein zentraler Ansprechpartner und sein Vertragspartner. Ein für viele Anleger sehr wichtiger Aspekt.

 

Zinspilot gehört zur Deposit Solutions GmbH, zu der auch comonea.de und comonea.pro und deutsche-kautionspartner.de gehören. Worum geht es bei diesen 3 Plattformen?

Tim Sievers: Ich habe die Deposit Solutions in 2010 gegründet und wir betreiben heute bereits zwei erfolgreiche B2B-Lösungen: Comonea.pro ist eine Geldmarktplattform, auf der institutionelle Anleger und Banken überschüssige Liquidität ausschreiben können und dadurch einen Zugang zu kompetitiven Geldmarktangeboten erhalten. Deutsche Kautionspartner ist ein Kontenverwaltungssystem, das Banken und Wohnungsunternehmen für die Verwaltung von Mietkautionen großer Wohnungsbestände einsetzen, um hohe Kosten in der Kontenverwaltung zu sparen. COMONEA ist die technische Plattform hinter ZINSPILOT: Damit machen wir die Technologie und Erfahrung aus unserem B2B-Geschäft nun für den Normalverbraucher zugänglich und bieten damit erhebliche Vorteile für Banken und für Sparer.

 

Viele FinTechs umgehen die aufwändigen aufsichtsrechtlichen Anforderungen durch Anschluss an eine Partnerbank. Wie hat Zinspilot das Problem gelöst?

Tim Sievers: Voraussetzung für die Nutzung des ZINSPILOT Anleger-Services ist es, dass der Sparer ein ZINSPILOT-Konto bei einer teilnehmenden Bank hat. Im Regelfall muss ein Sparer also einmalig ein ZINSPILOT-Konto bei einer unserer Partnerbanken eröffnen. Wir versuchen aber zunehmend auch Hausbanken dafür zu gewinnen, Ihren Kunden ein ZINSPILOT-Konto anzubieten. Dann entfällt für den Sparer selbst diese eine Kontoeröffnung, um auf unsere Angebote zuzugreifen. Da alle Geldanlagen über unsere Partnerbanken laufen, benötigen wir selber keine Banklizenz.

 

Deutsche Banken unterschätzen nach Aussage mehrerer Studien die hochflexible digitale Kernkompetenz von Fintechs als potentielle Wettbewerber. Sehen Sie das auch so? Oder bringen auch Kooperationen von etablierten Banken mit beispielsweise COMONEA und ZINSPILOT Win-Win-Situationen?

Tim Sievers: Nach meinem Eindruck ist es umgekehrt genauso: Fintech-Startups sollten die Kraft der Banken nicht unterschätzen. Wir haben das Glück, dass wir vielen Banken eine Lösung für Probleme bieten, die sie selber bereits identifiziert haben. Anlagebanken wissen, dass es sehr teuer ist, eine eigene Infrastruktur zum Einwerben von Privatkundeneinlagen aufzubauen und haben mit uns erstmalig eine tolle Alternative für einen effizienten Marktzugang. Und Hausbanken können ihren Kunden mit Hilfe unserer Plattform die Tages- und Festgelder von Drittbanken unter der bestehenden Kundenverbindung zugänglich machen und bleiben damit zentrale Anlaufstelle des Kunden, ohne selber hohe Zinsen zahlen zu müssen. Solche sogenannten Offenen Architektur-Modelle sind bereits aus anderen Produktbereichen bekannt und sehr erfolgreich, wie z. B. bei Investmentfonds oder Immobilienkrediten. Banken sind also nicht unsere Gegner sondern unsere Kunden und Partner.

 

Wie beurteilen Sie die aktuelle Realrendite für Zins-Sparer, wenn der Vergleich von Zinskonditionen im Internet genutzt wird?

Tim Sievers: In Deutschland stehen 30 Millionen Sparer vor der Herausforderung, wie sie mit Zinsen umgehen, die unter der Inflationsrate liegen. Zinsvergleiche im Internet bieten hier eine gute Möglichkeit, um Angebote zu finden, die deutlich höher liegen als die Inflationsrate. Unabhängige Vergleiche liefern einen großen Mehrwert für Anleger und verstärken auch den Wettbewerb unter den Anbietern und Banken, höhere Zinsen bieten zu müssen. Vielen Anlegern ist aber das wiederholte Eröffnen von neuen Konten zu mühsam. Laut aktueller Studien lassen schon über 50% der Sparer ihr Geld einfach auf dem Girokonto liegen und machen sich nicht mehr Mühe, nach attraktiven Zinsangeboten Ausschau zu halten.

Wir wollen genau dies ändern und die Sparer reaktivieren, die ihr Geld quasi unverzinst bei Banken und Sparkassen liegen lassen. Mit ZINSPILOT erhalten Sparer eine Infrastruktur für nonstop bessere Zinsen, ohne Aufwand und ohne Kleingedrucktes. So können wir hoffentlich vielen Sparern einen komfortablen Weg aus der Realzinsfalle aufzeigen.

 

 

 

Weiterführende Informationen zu Zinsen

Eine Übersicht der Festgeldzinsen mit Laufzeiten von 3 Monaten bis 120 Monaten finden Sie hier.

Eine Kontoeröffnung ist online einfach möglich, Tipps und Hilfestellungen gibt die Infoseite Festgeldkonto eröffnen.

Hier gibt es umfassende Informationen zum Thema Termingeld.

Forschungsarbeiten über verschiedene Zinsmodelle  und deren Prognosegüte gibt es auf mathematische Modelle.

Und hier die Prognose der Redaktion zu Entwicklung der Zinsen von Tagesgeld in 2015

 

Das Interview führte Dr. Ulrich Fielitz am 17.12.2014