Interview mit Katharina Lüth, Head of Europe bei „WeltSparen“ zum Brand Raisin und den europäischen Expansionsplänen

„Allerdings ist WeltSparen als Name für europäische Kunden weder gut zu merken, noch gut auszusprechen – von daher wird der europäische Marktauftritt unter der Marke Raisin („Raise your interest“) erfolgen; kurz und einprägsam wie wir finden!“


 

tagesgeldvergleich.com:  Wie zu hören ist, will WeltSparen bereits 2 Jahre nach dem Markteintritt international expandieren, was ist dran an der News?

Interview mit Katharina Lüth zu Raisin und den Expansionsplänen von Weltsparen

Katharina Lüth, Head of Europe „WeltSparen“

Katharina Lüth: Die News können wir bestätigen. Wir befinden uns in den letzten Zügen der Vorbereitung für den Europastart von WeltSparen. Vor circa zwei Jahren sind wir im deutschen Markt gestartet und haben bereits nach relativ kurzer Zeit 30.000 registrierte und sehr zufriedene Kunden von WeltSparen überzeugen können. Über unsere deutsche Plattform WeltSparen haben wir rund eine dreiviertel Milliarde an Einlagen vermittelt und glauben, dass das Modell auch für Sparer in anderen europäischen Ländern interessant ist.

tagesgeldvergleich.com: der Auftritt im europäischen Ausland wird allerdings nicht unter WeltSparen, sondern, wie man liest, unter der Marke „Raisin“ erfolgen, stimmt das?

Katharina Lüth: Ja und nein. Für unsere deutschsprachigen Nachbarn aus Österreich werden wir auch unter der Marke WeltSparen starten, und zwar in den kommenden Tagen. Allerdings ist WeltSparen als Name für europäische Kunden weder gut zu merken, noch gut auszusprechen – von daher wird der europäische Marktauftritt unter der Marke Raisin („Raise your interest“) erfolgen; kurz und einprägsam wie wir finden!

tagesgeldvergleich.com: Ursprünglich war WeltSparen ein auf Deutschland konzipiertes Unternehmen gedacht, sonst wäre die Umfirmierung nicht nötig gewesen, oder?

Katharina Lüth: Die Umfirmierung war vielmehr der Problematik geschuldet, dass WeltSparen wie erwähnt als Markenname im deutschsprachigen Raum sehr gut funktioniert, aber eben nicht im europäischen Ausland. Daher der Gleichlauf von WeltSparen für unsere deutschsprachigen Kunden und Raisin für den Rest von Europa.

Allerdings war der Start in Europa schon ganz zu Beginn das erklärte Ziel des Gründerteams; dank des großen Erfolgs in Deutschland hat sich das Team zunächst auf den Heimatmarkt fokussiert, während der Aufbau des europäischen Modells nun schon über ein Jahr im Hintergrund durch ein separates Team erfolgt, um das deutsche Geschäft und Wachstum nicht zu beeinträchtigen.

tagesgeldvergleich.com: Das Zinstief ist historisch und im Hinblick auf aktuelle Renditen für Staatsanleihen sowie die geldpolitische Kommunikation der EZB, ist in absehbarer Zeit keine Änderung zu erwarten. Die Banken leiden unter den Niedrigzinsen – haben Sie mit Ihrem Geschäftsmodell eine ökonomische Nische gefunden?

Katharina Lüth: Das glauben wir schon, und der Zuspruch unserer Kunden sowie der breiteren Öffentlichkeit und Fachpresse bestätigen uns. Wir sehen auch kurz- bis mittelfristig trotz früher erster Anzeichen aus den USA in Europa keine Änderung der Geldpolitik und halten den Anstieg des Zinsniveaus in der Eurozone auch in den kommenden Jahren für eher unwahrscheinlich. Trotzdem glauben wir, dass wir auch in einem Marktumfeld mit höheren Zinsen mit unserem Zinsportal WeltSparen einen klaren Mehrwert bieten können. Einerseits konkurrieren wir ja nicht mit bestehenden Angeboten; wer sein Geld bei heimischen Banken zu entsprechend niedrigen Zinsen anlegen möchte, der kann das nach wie vor tun. Andererseits ist es so, dass das Verwalten unterschiedlicher Konten und Anlagen mühsam ist. Man muss sich mehrfach legitimieren, unterschiedliche Zugangsdaten und Passwörter merken oder sicher speichern und am Ende des Jahres dann mühsam für die private Steuererklärung alle Unterlagen und Bescheide zusammensuchen. Darauf hat naturgemäß niemand Lust. Die ganze Komplexität nehmen wir dem Kunden durch unser Modell ab – eine Anmeldung, ein zentraler Login und immer die besten Zinsen!

tagesgeldvergleich.com: Erfolg beflügelt bekannter Maßen und im Online-Marketing können Marktleader deutlich positive Skaleneffekte erzielen: Wird Rasin sich auf den Zinsmarkt beschränken oder gehen die Überlegungen bereits weiter.

Katharina Lüth: Wir haben in den letzten beiden Jahren gelernt, dass Bescheidenheit im Außenauftritt sehr gut tut und uns zu aggressiv geäußerte Zielsetzungen, wie man sie auch im Bereich von jüngeren FinTech-Unternehmen zunehmend öfter liest, am Ende nicht wirklich helfen.

Unser Modell funktioniert sehr gut auch und vor allem weil es so einfach erklärbar ist – keine versteckten Kosten, keine Komplexität, keine Produkteigenschaften zum Vorteil der Bank auf Kosten des Kunden – einfach nur klassische Spareinlagen. Wir freuen uns noch genauso wie Ende 2013 über jeden Neukunden der uns sein Vertrauen schenkt und unsere Dienstleistung wertschätzt. Daher bleiben wir dem Zinsmarkt zunächst treu, allerdings – so viel sei verraten – wird es schon sehr bald auch die Möglichkeit geben, Tagesgeld über WeltSparen anzulegen.

tagesgeldvergleich.com: Aktuell lautet das überwiegende Angebot von WeltSparen auf die Währung Euro. Daneben bieten Sie Anlagen in bulgarischer (BGN) und amerikanischer (USD) Währung an. Sehen Sie für Fremdwährungsanlagen ein größeres Potential in Deutschland, bzw. in Europa?

Katharina Lüth: Hier sprechen wir über eine etwas andere Zielgruppe, die bewusst in Fremdwährungen außerhalb der Eurozone anlegen möchte. Der Markt hierfür ist natürlich deutlich kleiner, aber wir glauben an den mündigen Kunden. Und der möchte in einigen Fällen eben nicht sein gesamtes Vermögen in Euro angelegt haben. Wenn er zugleich nicht gewillt ist, auf ein Einlagensicherungssystem im Hintergrund zu verzichten, können die Fremdwährungsangebote von WeltSparen eine echte Alternative zu derivativen Produkten darstellen.

tagesgeldvergleich.com: Die EU plant eine einheitliche europäische Sicherung von Bankeinlagen, die sukzessive ab 2017 vorangetrieben werden soll. Für den Start von Rasin würde das eine enorme rechtliche Stärkung des Geschäftsmodells bedeuten, stimmt’s?

Katharina Lüth: Ja, das stimmt. Wir sind gespannt, ob sich diese folgerichtige Idee, die nicht mehr und nicht weniger als die konsequente Umsetzung des Binnenmarkt-Gedankens der EU ist, durchsetzen wird. Auch unabhängig von unserem Geschäftsmodell sind wir überzeugt, dass das ein überfälliger und richtiger Schritt für ein gestärktes Europa ist.

Davon unabhängig ist es auch heute ja schon ein sehr starkes Argument, dass bisher Sparer, die im Rahmen der europaweit harmonisierten Einlagensicherung bei Banken Gelder als Einlagen gehalten haben, zu keinem Zeitpunkt Schaden genommen haben – selbst in Krisenfällen haben die Einlagensicherungssysteme bisher immer funktioniert.

tagesgeldvergleich.com: WeltSparen hat im Herbst 2015 in einer weiteren Finanzierungrunde 20 Mio. Euro u. a. von Ribbit Capital, Index Ventures und dem russischen Investor Yuri Milner erhalten. Der Name Rasin ist bisher relativ unbekannt, geht ein Großteil des Geldes in den Aufbau einer starken Brand?

Katharina Lüth: Die Finanzierung dient einerseits der europäischen Expansion und damit auch dem Aufbau der Brand „Raisin“. Andererseits wollen wir unsere Präsenz im deutschsprachigen Raum weiter deutlich ausbauen. Bisher haben wir 30.000 zufriedene Kunden, was ein großer Erfolg für uns ist; allerdings haben in Deutschland mehr als 50% der Bevölkerung ein Sparkonto – da ist also noch deutlich Luft nach oben.

Hasgtag #raisin

 

Weiterführende Informationen

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Das Interview führte Dr. Ulrich Fielitz am 03.02.2016