Welche Auswirkungen bringt die EU Direktive zur Bankenunion in spe für deutsche Anleger?

Nun ist es amtlich, in der Europäischen Union wird ein Zugriff auf Kundenkonten nach dem zyprischen Vorbild Bestandteil der Abwicklung in Schieflage geratener Banken. Was bedeutet dies für deutsche Sparer im Allgemeinen und Unternehmen, die Tagesgeldkonten als Liquiditätsreserve halten? Vor der Bundestagswahl wird es keine Änderungen in Deutschland geben, danach könnte eine Einlagensicherung nach deutschem Vorbild mit teilweise unbegrenzter Haftung Makulatur werden.

 

Offizielle um Draghi lüften den Vorhang

Warnung vor EU Direktive zur Bankensanierung

Klas Knoot, Chef der niederländischen Zentralbank und Mitglied im Zentralbankrat der EZB bestätigte die anfänglich umstrittene Aussage des Eurogruppenchefs Dijsselbloem, dass Zypern „die Blaupause“ für  künftige Fälle dieser Art sei (29. März 2013 bestätigt auf Reuters). Waren deutsche Kreditinstitute im Vergleich zu den europäischen Banken bislang aufgrund der teilweise unbegrenzten Garantien für die Einlagen der Kunden ein sicherer Hafen, so deuten sich gravierende Veränderungen an.

Über eine europäische Bankenunion soll künftig auch eine gemeinsame staatenübergreifende Regelung für die Einlagensicherung geschaffen werden. Deutsche Banken werden sich die Frage stellen, weshalb sie noch Prämien für eine Einlagensicherung zahlen sollen, die weit über der europäischen Verordnung liegt, wenn ein Bruchteil ausreichend sein wird. Europa ist noch weit von einer Fiskalunion entfernt, dieser Schritt betrifft aber alle Länder und deren Bürger.

 

Wie können deutschen Anleger gegensteuern?

Zunächst einmal gilt, dass rationales Kalkül gefragt ist. Bis jetzt steht noch die Grenze von 100.000 Euro geschützter Einlagen pro Anleger fest. Bis auf weiteres kann man davon ausgehen, dass dieser Betrag auch weiterhin nicht angetastet wird.

Bis zur Bundestagswahl sollten sich Anleger jedoch weitere Partnerbanken aussuchen. Eine Aufsplittung des Vermögens auf mehrere Konten bei unterschiedlichen Instituten ist der erste Schritt, das Vermögen durch Streuen zu sichern. Wie aus EU-Kreisen zu hören war, sind aber nicht nur die Einlagen künftig ein Mittel, Banken zu sanieren. Ebenfalls sollen die Aktionäre und Besitzer von Anleihen der Geldhäuser ihren Beitrag zu einer eventuell notwendigen Sanierung leisten. Besonders vorsichtige Anleger sind des ruhigen Schlafes willen wohl am besten damit beraten, sich von Bankaktien und Anleihen zu trennen.

Fällt die Entscheidung, dass die Einlagensicherung nach deutschem Vorbild aufgelöst und an eine europäische Sicherung angepasst wird, könnte zu massiven Kursverlusten in kürzester Zeit bei Bankaktien und Bankanleihen führen. Möglicherweise ist es sonst zu spät, diese Papiere ohne Verluste zu verkaufen. Die Situation ist zur Zeit unübersichtlich, die zunehmenden Aussagen aus Brüssel bringen aber langsam Licht in das Dunkel der Planungen der Europäischen Zentralbank und ihrer politischen Unterstützer.

 

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