Die Leitzinsen als Einflussfaktor in der Geldpolitik

In allen Medien wird den Leitzinsen in der EU-Währungszone eine besondere Bedeutung beigemessen.
Die Definition des Begriffs Leitzins, der auch als Hauptrefinanzierungssatz von Wirtschaftswissenschaftlern bezeichnet wird ist: Der Zinssatz, zu dem Banken gegen Hinterlegung von Wertpapieren und anderen besicherten Papieren Geld von der EZB für den definierten Zeitraum von einer Woche erhalten.
Mit dieser Maßnahme können sich Banken frisches Geld von der Europäischen Zentralbank besorgen. Die Höhe der Leitzinsen wird von dem EZB Direktorium auf den Pressekonferenzen nach EZB-Sitzungen bekannt gegeben.
Fachlich umfassen die Leitzinsen eigentlich die 3 Zinsarten: Hauptrefinanzierungssatz, Spitenrefinanzierungssatz und Einlangesatz. Umgangssprachlich wird mit Leitzinsen der Hauptrefinanzierungssatz bezeichnet.
Der aktuelle Hauptrefinanzierungssatz beträgt 0,50%.
Auf diesen Wert hat die EZB den Leitzinssatz am 02. Mai 2013 gesenkt (nachdem die letzte Zinssenkung am 05. Juli 2012 erfolgte, diese Zinssenkung wurde von der Redaktion bereits prognostiziert). Die Leitzinsen sind eine wichtige Stellschraube der EZB um die Geldschöpfung, also die Liquidität, in der Eurozone zu beeinflussen. Der Begriff Hauptrefinanzierungssatz ist im Wortsinn selbsterklärend: Es ist der Zinssatz für die Banken, zu dem sie sich Re-finanzieren können. Für die Banken ist dieses Geschäft oft vorteilhaft, da sie die Wertpapiere wieder gegen das ausgeliehene Geld zurückbekommen können. Wenn sie dagegen die Papiere am Kapitalmarkt veräußert und später wieder zurückgekauft hätten, entstünden deutlich höhere Transaktionskosten. Von eventuellen Wertänderungen durch Kursschwankungen ganz abgesehen.
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An den Leitzinsen orientieren sich viele Zinssätze an den Finanzmärkten. Für Anleger besonders interessant sind die Tagesgeld Zinsen, die Festgeld Zinsen und die Kredit Zinsen.
Üblicherweise sind zumindest die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld mit den Leitzinsen korreliert, wobei eine Änderung der Leitzinsen nicht automatisch zu einer äquivalenten Änderung führt. Allerdings folgen die Banken mit zeitlicher Verzögerung Änderungen des Leitzinssatzes.
Einfluss & Wirkung von Änderungen des Hauptrefinanzierungssatzes auf die Finanzmärkte
Für den Finanzmarkt, insbesondere der Börse hat eine Senkung der Leitzinsen meist eine stimulierende Wirkung. Wirtschaftsunternehmen brauchen weniger Zinsen bei der Kreditaufnahme zu zahlen, wodurch ein höherer Gewinn erzielt wird. Da an der Börse insbesondere die wirtschaftlichen Aussichten in die Aktienkurse eingepreist werden, steigen nach einer Leitzinssenkung in der Regel die Kurse.
Die EZB ist geldpolitisch auch für die Stabilität des Euro verantwortlich. Deshalb berücksichtigt sie üblicherweise bei einer Änderung der Leitzinsen auch die Inflationsrate.
In der augenblicklich sehr angespannten finanziellen Lage diverser Banken und sogar Staaten, räumt die EZB der Stützung der Wirtschaft Vorrang vor der Geldstabilität bzw. Geldentwertung ein. Ansonsten müsste der Leitzins bei rund 2% liegen, um die Kaufkraft des Euro in den meisten EU-Ländern zu erhalten.
Weitere von der EZB festgelegte Zinssätze sind:
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