Forderungsausfallversicherung: Mit einer Kreditversicherung Risiken absichern

Eine Kreditversicherung sichert die Unternehmensforderungen abEin Unternehmen lebt davon, seine Produkte oder Dienstleistungen zu verkaufen; im B2B- (Business to Business) sowie im B2C- (Business to Consumer) Segment. Einfacher ausgedrückt bedeutet dies: Bezahlen die Kunden nicht, nehmen die Unternehmen kein Kapital ein und stehen im schlimmsten Fall vor der Insolvenz. Eine Kreditversicherung kann das verhindern.

Der Forderungsausfall ist eine Situation, die in der täglichen Praxis der Firmen häufiger auftritt, als viele denken. Deshalb bieten Versicherer Unternehmen Forderungsausfallversicherungen an, um die Risiken zu minimieren.

Eine Studie von Statista besagt, dass im Jahr 2011 14% der Unternehmen in den letzten zwölf Monaten einen erheblichen Forderungsausfall hinnehmen mussten. Diese Zahl klingt auf den ersten Blick nicht hoch. Ein großer Konzern kann dies im Zweifelsfall wahrscheinlich sogar kompensieren. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) sind aber oft auf jede einzelne Zahlung angewiesen – vor allem in den Gründungsjahren, in denen das Kapital generell nicht im Überfluss vorhanden ist.

Neben weiteren Gründen sind Forderungsausfälle auch für Insolvenzen von Unternehmen verantwortlich. Dies trifft besonders auf die Selbstständigen zu, deren Kapitalstock gering ist. Zwar war in der ersten Hälfte 2014 die Zahl der Insolvenzen leicht rückläufig, trotzdem bleibt die Überschuldung in Deutschland hoch: Laut der Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes zur Insolvenzstatistik wurden vom 01.01. bis 30.06.2014 genau 12032 Unternehmensinsolvenzen und 10120 Insolvenzen von vormals Selbstständigen von den Amtsgerichten gemeldet.

 

Kredit Vergleich

 

 

Dem Forderungsausfall durch eine Kreditversicherung vorbeugen

Damit ein Forderungsausfall nicht direkt die Insolvenz bedeutet, gibt es die Möglichkeit einer Forderungsausfallversicherung- diese ist nicht zu verwechseln mit einer Kreditabsicherung. Bei letzterer sind die Kreditnehmer die Versicherten; sie schützen sich davor, dass ihr Eigentum bei einer Zahlungsunfähigkeit verpfändet wird. Vor allem bei plötzlicher Arbeitslosigkeit oder bei einem Todesfall kann es laut ergodirekt.de möglich sein, dass die monatlichen Raten nicht mehr zu tragen sind. Bei entsprechender Absicherung springt hier das Versicherungsunternehmen ein. Die Kreditversicherung wiederum wird auf Seiten der Firmen geschlossen: Sie schützen sich vor Zahlungsausfällen der Kunden; begleichen diese ihre Rechnung nicht, erhält die Firma das ausbleibende Geld von der Versicherung und bleibt damit liquide. Zu sehr darauf verlassen sollten sich Unternehmen allerdings nicht, wenn die Krise von 2009 betrachtet wird.

 

Deckungszusagen wurden aufgehoben, Selbstbeteiligungen erhöht

Mit einer Kreditversicherung den Forderungsausfall minimierenDer Betrag, den ein Unternehmen an sein Kreditversicherungsunternehmen zahlt, soll es im Schadensfall davor schützen, kein Kapital mehr zu haben. Bei nichtzahlenden Kunden springt daher die Versicherung ein und begleicht den ausstehenden Betrag – je nach Police der Forderungsausfallversicherung, aber nicht vollständig, sondern nur bis zu einer gewissen Selbstbeteiligung der Unternehmen. Im Jahr 2009 passierte es aber, dass es viele Forderungsausfälle gab. Die Risikowahrscheinlichkeit, dass einer eintrat, wurde immer höher – infolgedessen griffen die Kreditversicherer zu drastischen Maßnahmen, hoben ihre Deckungszusagen auf und erhöhten die Selbstbeteiligung der Kunden. Diese Maßnahmen wirkten allerdings krisenverschärfend, in dem durch das fehlende Kapital der Unternehmen Lieferengpässe auftraten. Die Situation drohte, zu einer Insolvenz vieler Unternehmen zu führen. Um dies abzuwenden, sprang die Bundesregierung als Kreditversicherer ein – durch einen unerwartet aufkommenden Aufschwung mussten aber nur wenige Firmen dieses Angebot annehmen. Das Beispiel zeigt aber dennoch sehr deutlich, dass Firmen bei der Wahl ihres Kreditversicherers gut aufpassen müssen und sich auch die kleingedruckten Stellen in der Police durchlesen sollten. So schön niedrige Zahlungen im Monat auch sind – es bleibt zweifelhaft, ob damit eine genügend hohe Deckungssumme angespart werden kann.

 

Warum sollte die Kreditversicherung abgeschlossen werden?

Die Thematik aus dem Jahr 2009 führt zu der Frage, warum die Kreditversicherung überhaupt abgeschlossen werden sollte – um einen Forderungsausfall abfedern zu können, würde es immerhin auch reichen, selbst als Unternehmen einen gewissen Teil des Gewinns zu sparen. Dieser Aspekt der Versicherung ist aber nicht der einzige Grund, aus dem sie vorteilhaft ist. Die Expertise des Versicherungsanbieters spielt für viele Firmen eine Rolle: In Bereichen der Bonitätsprüfung sind sie oft sehr erfahren. Die Überprüfung der Zahlungsfähigkeit der Kunden des Unternehmens übernimmt die Versicherung; und zwar nicht nur bei Abschluss, sondern laufend. Dies bedeutet, dass Firmen immer hochaktuelle Informationen zu ihrem Kundenstamm besitzen.

Besonders im B2B-Segment, bei denen die Kunden sehr große Mengen der Waren abnehmen, ist dies von Vorteil. Steigt bei einem Kunden die Wahrscheinlichkeit, dass er die Forderung nicht begleichen kann, kann das liefernde Unternehmen direkt eingreifen und die bestellten Produkte nur gegen vorherige Zahlung herausgeben. Durch diese Bonitätsprüfungen lässt sich daher ein solventer Kundenstamm aufbauen. Dies bedeutet in vielen Fällen eine bessere Verhandlungsposition – beispielsweise wenn sich die Firma vergrößern soll und dafür ein Darlehen bei einer Bank aufgenommen werden muss. Zusammengefasst ist zu sehen, dass die Gründe für eine Kreditversicherung über den Schutz gegen Forderungsausfälle hinausgehen:

  •  Ständige Überprüfung der Bonität der Kunden
  • Warnung bei erhöhtem Forderungsausfallrisiko
  • Stärkere Verhandlungsposition gegenüber Finanzdienstleistern durch solventen Kundenstamm
  • Schutz vor Forderungsausfällen

 

Bei der Wahl der Police auf die Details achten

Die Details in den Policen der Versicherer sind wichtigBei den Policen der Versicherer sind die Details wichtig . Werden diese eingehend überprüft, kann sich das Unternehmen sicher sein, im Falle eines Forderungsausfalls das Geld von der Versicherung zu bekommen. Teilweise verknüpfen die Versicherer die Zahlungen an bestimmte Bedingungen. Diese sind im Vorfeld in Erfahrung zu bringen.

Ein Beispiel hierfür: Erst nach Beauftragung eines bestimmten Inkassounternehmen beginnt die Leistung der Versicherung. Diese Klausel wird genau dann zu einem Problem, wenn die Versicherungsprämie zwar günstig ist, das Inkassounternehmen dafür aber hohe Kosten für seine Dienstleistungen verlangt. Ein weiteres Problem kann sich aus dem Zeitpunkt der Zahlung ergeben: Die Kreditversicherungen können angeben, dass sie erst zahlen, wenn der Kunde insolvent ist. Es gibt aber auch Policen, in denen eine Zahlung nach einer gewissen Frist – ohne insolventen Kunden – erfolgt. Letztere Möglichkeit ist die bessere Variante, um als Unternehmen auch bei Forderungsausfällen zahlungsfähig zu bleiben.

 

Kreditversicherung bietet Vorteile für die Unternehmen

Wer eine Firma aufbaut oder schon seit einigen Jahren leitet, weiß, dass neben dem täglichen Kerngeschäft viele kleinere Aufgaben anfallen, die einen längere Zeit beschäftigen können. Die Sorge um nichtzahlende Kunden und dadurch verlorenes Geld ist nur eine davon – mit einer Kreditversicherung ist diese aber meist zu vernachlässigen. Durch die ständige Bonitätsprüfung der Kunden sowie einer Warnung, wenn die Zahlungsfähigkeit nachlässt, wird ein großer Arbeitsprozess von der Versicherung übernommen, sodass sich die Mitarbeiter des Unternehmens mehr auf das Kerngeschäft konzentrieren können. Die Vorteile, die eine Kreditversicherung für Firmen bietet, führen berechtigterweise daher oftmals zu einem Abschluss dieser Police.

 

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