Weiter grünes Licht für Schuldner

Beste Zeiten für SchuldnerFür Kreditnehmer, gleich ob private Haushalte, Unternehmen oder auch die öffentliche Hand, herrschen rosige Zeiten. Historisch niedrige Zinsen und eine Veränderung der Politik der Europäischen Zentralbank machen es fast schon attraktiver, einen Kredit aufzunehmen als traditionell auf ein Ziel hinzusparen. Gerade der Finanzminister profitiert durch diese einmalige Situation.

 

Schuldenabbau statt höherer Neuverschuldung

Die Kapitalmarktzinsen verschaffen dem Bundesfinanzministerium ein geradezu einmaliges Erlebnis. Der traditionell von Jahr zu Jahr steigenden Verschuldungsquote des Staates steht mit einem Mal ein Rückgang der Verbindlichkeiten gegenüber. Der Bund zahlt so wenig Zinsen wie nie für seine Anleihen. Die negative Verzinsung von Bundesanleihen mit zweijähriger Laufzeit macht dies möglich. Damit bekommt der Bund quasi Kredite zum Nulltarif.

Eine zehnjährige Anleihe rentiert gerade noch mit einem Prozent pro Jahr bei einer Inflationsrate von 0,8 Prozent im Juli 2014 gegenüber dem Vorjahr. Die nach wie vor volatile Situation einiger Staaten und zahlreicher Banken lässt die Anleihen der Bundesrepublik aber nach wie vor als attraktives, weil sicheres Investment dastehen. Auf den ersten Blick scheint es fraglich, weshalb eine Anleihe eine negative Rendite erwirtschaftet und wieso dies dem Finanzministerium in die Hände spielt.

 

Kredit Vergleich

 

 

Mit Agio bei den Bundesanleihen Gewinn machen

Dazu ein Beispiel: eine Anleihe mit einer Laufzeit von einem Jahr bietet eine Verzinsung von 0,3 Prozent p.a., ist aber mit einem Agio von 0,5 Prozent ausgestattet. Die Differenz von 0,2 Prozent stellt für den Emittenten der Anleihe trotz Zinsschuld einen Gewinn dar. Vor dem Hintergrund der enormen Volumina, mit denen Bundesanleihen begeben werden, sind Anleihen mit einem Agio ein erträgliches Geschäft.

 

Kreditnehmer & Immobilienerwerber profitieren besonders

Wer eine Immobilie erwirbt, finanziert diese in der Regel. Je nach Höhe der aktuellen Bauzinsen fällt die Zinsbindung eher kürzer oder eher länger aus. Historisch niedrige Zinsen laden dazu ein, die Zinsfestschreibung möglichst über die gesamte Laufzeit abzuschließen. Bei einem Immobiliendarlehen gilt, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt der Käufer sein mit gutem Geld finanziertes Objekt aus Sicht der Bank nur noch mit schlechtem Geld bezahlt. Grundlage für diese Aussage ist der Sachverhalt, dass das ursprüngliche Darlehen auch ein Opfer des Kaufkraftverlustes wird und der Wert des zu tilgenden Darlehens nicht mehr dem ursprünglichen Wert entspricht.

Eine Kompensation wäre nur möglich, wenn bei ansteigendem Zinssatz eine Neuordnung der Finanzierung mit höheren Zinsen notwendig wäre. Auch wenn niedrige Zinsen bei gleicher Tilgungshöhe automatisch eine längere Darlehenslaufzeit bedingen, sollten Käufer die Chance nutzen und neben einer möglichst langen Zinsfestschreibung auch eine höhere Tilgungsrate vereinbaren. Wer diese Vorgaben beherzigt, vermeidet ein möglicherweise raues Erwachen. Endet die Zinsbindung und das Darlehen muss mit höheren Zinsen neu festgeschrieben werden, besteht die Gefahr, dass die künftige Rate über der aktuellen liegt und das Haushaltsbudget überdurchschnittlich belastet.

 

Sparer ziehen weiter den Kürzeren

Des einen Freud des anderen Leid: Für Sparer bleiben die Zeiten dagegen schlecht. Die Tagesgeldzinsen fallen weiter und auch beim Festgeld sieht es nicht besser aus. Die geringe Wirtschaftsentwicklung, verbunden mit einer niedrigen Inflation lassen die Geldmarkt- und Kapitalmarktzinsen einfach nicht steigen.

 

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