Was ist ein Disagio oder Damnum?

 

Definition und Begriff von Disagio: Differenz zwischen Auszahlungs- und Rückzahlungsbetrag eines Kredits ist oftmals extrem hoch

 

Ein Disagio wird in der Regel bei längerfristigen Krediten, wie beispielsweise einer Immobilienfinanzierung, vereinbart. Im Fachjargon wird das Disagio auch als Abgeld oder Damnum bezeichnet und gemeint ist damit der Unterschiedsbetrag zwischen der Rückzahlungssumme eines Darlehens und der Summe, die an den Darlehnsnehmer ausgezahlt wurde. In den meisten Fällen liegt dieser Spanne zwischen 0 und 10 Prozent des Darlehensbetrages.

 

 Bauzinsen Vergleich

 

Wie das Disagio funktioniert?

Beim Disagio genau verhandeln

Abgeld wird zwischen Darlehensnehmer und Darlehensgeber vereinbart, im Kreditvertrag fixiert, wobei im Vertrag selbst dann in den meisten Fällen sogleich auch der Auszahlungskurs angegeben wird. Bei einem Auszahlungskurs von 95 Prozent und einem Darlehnsbetrag von 100.000 Euro würde ein Betrag von 95.000 Euro an dem Darlehensnehmer ausgezahlt. Zurückgezahlt werden müssen jedoch die kompletten 100.000 Euro. Das Disagio von in diesem Fall 5 Prozent wird hierbei als Vorauszahlung auf die fälligen Kredit Zinsen gerechnet. Das Gegenteil zum Disagio ist das Agio, beispielsweise bei Aktien.

Der Vorteil für den Darlehensnehmer liegt explizit in einer geringeren monatlichen Belastung während der Laufzeit des Darlehens. Da in diesem Fall jedoch ein höherer Kreditbetrag benötigt wird, muss auch eine größere Summe zurückgezahlt werden als bei einem normalen Kredit. Aufgrund des Disagios verringert sich der in der monatlichen Rate enthaltene Nominalzins. Dies gilt zumindest für den Zeitraum, für den das Abgeld bezahlt wurde. Dagegen hat das Disagio auf den effektiven Jahreszins keinen Einfluss. Dieser bleibt über die gesamte Laufzeit des Darlehens gleich. Es entsteht in diesem Fall entsprechend also nur der optische Effekt eines auf den ersten Anschein günstigeren Nominalzinssatzes.

 

Kredit Vergleich

 

Berechnung des Disagios

Die Berechnung des Damnums ist sehr kompliziert und erfolgt mittels eines aufwendigen Verfahrens. Dieses ist genau in der Preisabgabenverordnung festgelegt. Für den Fall, dass der Darlehnsnehmer den Kredit vor Ende der vereinbarten Laufzeit zurückzahlt, so muss das Abgeld durch den Kreditgeber wieder erstattet werden. Da der Kreditnehmer die komplizierte Berechnung jedoch nur in den wenigsten Fällen nachvollziehen kann, sollte die durchgeführte Erstattung möglichst noch von einem Experten geprüft werden.

 

Disagio & Steuer: Das Abgeld steuerlich geltend machen

Steuern sparen mit dem Disagio

Die Vereinbarung eines Disagios bei einer Baufinanzierung kann sich auch steuerlich positiv bemerkbar machen. Der nicht ausgezahlte Betrag kann sich in diesem Fall steuermindernd auswirken. Allerdings ist genau festgelegt, in welchen Fällen ein vereinbartes Abgeld von den Finanzbehörden anerkannt wird. Bis zum Jahre 1998 war es so, dass Immobilienkäufer bzw. Bauherren den Unterschiedsbetrag sowohl für eigengenutzte Immobilien als Sonderausgaben wie auch für vermietete Objekte als vorweggenommene Werbungskosten steuerlich geltend machen konnten. Mittlerweile wurde die Absetzbarkeit jedoch auf vermietete Immobilien beschränkt. Dazu wird dieser nur anerkannt, wenn er den marktüblichen Bedingungen entspricht. Als Richtwert gilt hier ein Prozent pro Jahr der Zinsfestschreibung. Des Weiteren ist es seit 2006 so, dass der Abzugsbetrag über den gesamten Zeitraum der Zinsfestschreibung verteilt abgesetzt wird. Bei einer Immobilienfinanzierung beträgt diese in der Regel 10 Jahre. Bei einem Disagio von 8.000 Euro könnten also pro Jahr 800 Euro steuerlich geltend gemacht werden. Für Zinsbindungsfristen von weniger als 5 Jahren ist die Absetzung nicht möglich.

 

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