Saldo – den Begriff Buchsaldo sollten Kontoinhaber besser genau kennen

Valutarischer Saldo und Buchsaldo sind bei der Kontosaldierung zu unterscheidenBei einer Kontosaldierung erfolgt die Aufrechnung aller Buchungen auf einem Konto innerhalb eines bestimmten Zeitraums sowie die Ermittlung des Saldos. Auch die Berechnung von Zinsen, sowohl Habenzinsen als auch Sollzinsen, ist Bestandteil der Kontosaldierung.

Gemäß Handelsgesetzbuch (HGB) muss bei Bankkonten mindestens einmal pro Jahr ein Kontoabschluss seitens der Bank erfolgen. In der Praxis wählen die Kreditinstitute jedoch kürzere Abstände, um eine Kontosaldierung durchzuführen. Die Konten von Geschäftskunden werden in der Regel monatlich abgerechnet, während Privatkunden alle drei Monate einen Kontoabschluss erhalten.

Mit der Kontosaldierung rechnen die Banken und Sparkassen auch Zinsen und Gebühren ab. Bei einem Girokonto erfolgt die Gebührenbelastung für die einzelnen Buchungen sowie die Belastung von Sollzinsen für die Nutzung eines Dispositionskredites. Bei einem Anlagekonto, wie zum Beispiel einem Tagesgeldkonto, erhält der Anleger mit der Kontosaldierung eine Gutschrift der Zinsen für das angelegte Guthaben. Sofern die Zinsen dem angelegten Kapital gutgeschrieben und nicht auf ein anderes Konto des Sparers gebucht werden, ergibt sich durch einen monatlichen oder vierteljährlichen Kontoabschluss ein Zinseszinseffekt für den Anleger.

 

Girokonto Vergleich

 

 

Diese Posten tragen zur Kontosaldierung bei

Für einen regelmäßigen Kontoabschluss rechnen die Kreditinstitute folgende Positionen auf:

  • Belastungen auf dem Konto in Form von Bargeldverfügungen, Überweisungen, internen Umbuchungen, abgebuchten Lastschriften, Verfügungen mit EC-Karte, Debitkarte oder Kreditkarte, Wertpapierkäufen, eingelösten Schecks oder Wechseln
  • Gutschriften auf dem Konto in Form von Bargeldeinzahlungen, Überweisungen, internen Umbuchungen, eingezogenen Lastschriften von anderen Konten, Gutschriften für Zahlungen mit einer EC-Karte, Wertpapierverkäufen, eingereichten Schecks
  • Belastung von Sollzinsen für Kontoüberziehungen
  • Gutschrift von Habenzinsen für Kontoguthaben
  • Gutschriften aus Zinszahlungen oder Dividenden von Wertpapieranlagen
  • Gutschriften aus Zahlungen der Bank in Form von Erstattungen oder Prämien

 

Das Kreditinstitut rechnet sämtliche Sollbuchungen und Habenbuchungen gegeneinander auf und ermittelt so den Kontosaldo zum Stichtag. Gemäß § 700 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) stellt ein Habensaldo eine Forderung aus unregelmäßiger Verwahrung dar, während ein Sollsaldo eine Darlehensverbindlichkeit gemäß § 488 BGB verkörpert.

 

Kontosaldierung und Valuta

Ein wichtiger Aspekt bei einer Kontosaldierung ist die Valuta, mit der die einzelnen Buchungen dem Konto gutgeschrieben beziehungsweise belastet werden. Die Kreditinstitute unterscheiden zwischen dem valutarischen Saldo und dem Buchsaldo.

 

Valutarischer Saldo

Bei dem valutarischen Saldo sind sämtliche Kontobewegungen mit einer Zinsberechnung bis zum Tag des Kontoabschlusses berücksichtigt. Buchungen mit einer späteren Wertstellung, beispielsweise eine Scheckeinreichung oder eine Wertpapierabrechnung, sind in dem valutarischen Saldo nicht enthalten.

Pfeil rot Für den Kontoinhaber stellt der valutarische Saldo den echten Saldo seines Kontos dar, den er für seine weitere Kalkulation berücksichtigen muss.

 

Kontoinhaber: Achtung beim Buchsaldo

Bei dem Buchsaldo handelt es sich um einen Kontostand per Stichtag, in dem auch Buchungen enthalten sind, deren Zinswirkung erst zu einem späteren Zeitraum eintritt. In der Praxis verzichten die meisten Banken und Sparkassen in Deutschland darauf, den Kontoinhabern am Geldautomaten, auf dem Kontoauszug oder im Online-Banking den Buchsaldo anzugeben. Die Mehrzahl der Bankkunden erkennt den Unterschied zwischen den beiden Salden nicht und wird daher über die Höhe des frei verfügbaren Guthabens auf dem Konto in die Irre geführt. Um ungewollte Kontoüberziehungen zu vermeiden, hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe (BGH) zu diesem Thema verschiedene Urteile gefällt.

 

Anerkennung des Kontosaldos

Die Kreditinstitute führen turnusgemäß, mindestens einmal jährlich, eine Kontosaldierung (Kontoabschluss) der Kundenkonten durch. Der bei der Kontosaldierung ermittelte Saldo wird dem Kontoinhaber mitgeteilt. Mit der Information über den Kontosaldo stellt die kontoführende Bank gleichzeitig einen Antrag an den Kontoinhaber, einen abstrakten Schuldanerkenntnisvertrag über den mitgeteilten Saldo abzuschließen.

Widerspruchsfrist beim Kontoabschluss

Dieser Vertrag ist gemäß § 780 BGB und § 350 HGB nicht formgebunden, sodass ein Hinweis auf dem Mitteilungsschreiben ausreichend ist, dass der Kontoinhaber innerhalb einer Frist von vier bis sechs Wochen nach Erhalt der Kontosaldierung Widerspruch einlegen kann. Wenn sich der Kunde nicht innerhalb der angegebenen Frist bei seiner Bank meldet, kann das Kreditinstitut aufgrund des Verhaltens des Kunden schlussfolgern, dass der Kontoinhaber mit der Kontosaldierung und damit mit dem abstrakten Schuldanerkenntnisvertrag einverstanden ist. Es handelt nach den gesetzlichen Bestimmungen um eine konkludente Zustimmung.

 

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