Bei der Buchung unbedingt die Bankarbeitstage beachten

Fristen und Bankarbeitstage bei der Girokontobuchung beachtenEine alte Buchhalterregel lautet: „Buche immer Soll an Haben“. Damit wird ausgedrückt, dass jeder Kontobewegung ein Buchungssatz zugrunde liegt, auch wenn der Kontoinhaber von diesen Vorgängen nicht immer etwas mitbekommt. Was passiert bei einer Girokontobuchung genau und was ist ein Bankarbeitstag?

Täglich finden unzählige Buchungen auf den Konten der Bankkunden statt, bei denen große Geldmengen von einem Konto auf ein anderes Konto bewegt werden.

Die Banken und Sparkassen in Deutschland haben nach der Wirtschaftskrise im Jahr 1907 den bargeldlosen Zahlungsverkehr eingeführt, um vor allem die Wirtschaft unabhängig vom Bargeld zu machen. Mit Einführung einer individuellen Bankleitzahl für jedes Kreditinstitut in Deutschland wurde der Zahlungsverkehr immer weiter automatisiert.

Heute unterscheidet die Kreditwirtschaft zwischen dem beleglosen und dem beleghaften Zahlungsverkehr. Die bargeldlose Verbuchung von sogenanntem Buchgeld von dem Konto des Zahlungspflichtigen auf das Konto des Zahlungsempfängers wird von den Banken als Dienstleistung angeboten, die in der Regel gebührenpflichtig ist. Die Kontoinhaber können das kontoführende Institut auf folgende Arten beauftragen, Geld zu buchen:

  • Überweisungsauftrag
  • Dauerauftrag
  • Ausstellung eines Schecks
  • Ausstellung eines Wechsels
  • Einlösung einer Lastschrift
  • Nutzung der EC-Karte
  • Einsatz einer Kreditkarte
  • Aufladung einer Geldkarte
  • Kauf von Wertpapieren zulasten des Girokontos (s. a. Depotkonto)
  • interne Umbuchung

 

Girokonto Vergleich

 

 

Nicht jede Buchung wird ausgeführt

Bei einigen Buchungen überprüft die kontoführende Bank die Bonität des Kontoinhabers beziehungsweise es wird kontrolliert, ob sich für die Ausführung des Auftrags ein ausreichendes Guthaben auf dem Konto des Kunden befindet. Auch die Ausnutzung einer Kreditlinie, zum Beispiel der Dispositionskredit auf einem Girokonto, kann zur Ausführung einer Buchung herangezogen werden. Bei Zahlungen mit der EC-Karte inklusive Eingabe der persönlichen PIN-Nummer erfolgt direkt die Überprüfung des Kundenkontos, während der Einsatz der Karte lediglich mit Unterschrift des Zahlungspflichtigen auf dem Buchungsbeleg ohne Bonitätsprüfung erfolgt. In diesem Fall geht der Zahlungsempfänger das Risiko ein, dass die Zahlung nicht eingelöst wird, weil der Kontoinhaber nicht über ein ausreichendes Guthaben auf seinem Konto verfügt. Dieses Risiko gehen auch Gläubiger ein, die zur Begleichung einer Rechnung einen Scheck entgegennehmen.

 

Bei den Buchungen müssen die Kreditinstitute Fristen beachten

Auch die Europäische Union (EU) hat sich mit dem bargeldlosen Zahlungsverkehr beschäftigt und daher die Zahlungsdiensterichtlinie (PSD) als rechtliche Grundlage zur Schaffung eines Binnenmarktes für den Zahlungsverkehr innerhalb Europas geschaffen. Die Vorgaben der Zahlungsdiensterichtlinie wurden in Deutschland im Jahr 2009 in deutsches Recht umgesetzt und damit unter anderem der Paragraf 675 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) neu geregelt, siehe auch. Die Regelungen des Paragrafen besagen, dass ein Zahlungsauftrag wirksam wird, sobald er der Bank des Auftraggebers zugeht.

Eine Ausnahme besteht nur, wenn der Auftraggeber eine spätere Ausführung der Buchung wünscht oder wenn der Auftrag der Bank an einem Tag zugeht, an dem kein Geschäftsbetrieb stattfindet.

 

Definition: Was ist ein Bankarbeitstag

Zum Begriff Bankarbeitstag: Zu den regulären Geschäftstagen der Kreditinstitute gehören die Wochentage von Montag bis Freitag, sofern sich kein Feiertag an einem dieser Tage befindet. Auch wenn immer mehr Banken am Samstag zumindest im Backoffice-Bereich arbeiten, zählen Samstag und Sonntag nicht zu den Bankarbeitstagen, an denen Kundenaufträge ausgeführt werden müssen. Das gilt auch für Heiligabend und Silvester, da es sich bei diesen Tagen laut Banktarifvertrag ebenfalls nicht um Geschäftstage der Kreditinstitute handelt.

 

Für fast jede Buchung fallen Gebühren an

Gemäß § 675q BGB müssen sowohl die Bank eines Zahlungspflichtigen als auch sämtliche zwischengeschaltete Stellen dafür sorgen, dass der Zahlungsempfänger den Geldbetrag einer Buchung ungekürzt erhält. Somit trägt der Auftraggeber die Kosten für eine Buchung allein. Dabei unterscheidet sich die Preispolitik der Kreditinstitute zum Teil sehr deutlich voneinander.

Vor allem aus Marketingzwecken verzichten zahlreiche Banken auf die Berechnung einer Grundgebühr für die Kontoführung. Stattdessen wird jede Buchung separat abgerechnet, meist im Rahmen eines vierteljährlichen Kontoabschlusses. Häufig wird bei der Berechnung der Buchungsgebühren nach der Buchungsart differenziert, sodass zum Beispiel eine Überweisung mit einem anderen Betrag belastet wird als ein Dauerauftrag oder die Einlösung einer Lastschrift.

 

Beleghafte Buchungen sind teuerer

Wegen des erhöhten Arbeitsaufwands fallen die Kosten für eine beleghafte Buchung immer höher aus als beleglose Buchungen. Auch für Aufträge, die im Rahmen des Online-Banking erteilt werden, berechnen immer mehr Kreditinstitute eine Gebühr. Zur Kundengewinnung bieten einige Banken eine bestimmte Anzahl an Buchungen pro Monat, pro Quartal oder auch im Jahr kostenfrei an. Die Belastung der Buchungsgebühren erfolgt auf dem Girokonto des Kunden. Die Banken und Sparkassen stellen den Kontoinhabern im Rahmen des Quartalsabschlusses eine detaillierte Aufstellung mit der genauen Anzahl der verschiedenen Buchungen zur Verfügung.

Wird eine Überweisung oder eine Lastschrift mangels Deckung nicht ausgeführt, kommt keine Dienstleitung seitens der Bank zustande und sie darf daher keine Gebühr verlangen. Allerdings muss der Kontoinhaber über die Nicht-Ausführung informiert werden und für dieses Benachrichtigungsschreiben dürfen die Banken und Sparkassen wiederum eine Gebühr berechnen.

 

 

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