Die Fristen bei Inlandsüberweisung, Auslandsüberweisung oder SEPA-Überweisung

Überweisungsdauer - welche Fristen geltenÜberweisungen und Verbraucherschutz: Welche Überweisungsdauer gilt für SEPA- Inlands- und Auslandsüberweisungen? Seit Oktober 2009 hat die Europäische Union (EU) eine einheitliche Zahlungsdiensterichtlinie (PSD) beschlossen, deren Inhalt in deutsches Recht übertragen wurde.

 

So regeln zum Beispiel die Paragrafen 664, 665 und 675 BGB die Einzelheiten zu einer Überweisung, bei der es sich rechtlich gesehen nicht um einen Auftrag, sondern um einen Überweisungsvertrag zwischen dem Kontoinhaber und seiner Bank handelt. Bei einer Überweisung beauftragt der Kontoinhaber die kontoführende Bank, einen bestimmten Betrag bargeldlos zulasten seines Kontoguthabens oder seiner eingeräumten Kreditlinie auf das Konto des Begünstigten zu übertragen. Ein Überweisungsrückruf nach Gutschrift des Betrages auf dem Empfängerkonto ist in der Regel nur bei einem nachgewiesenen Betrug, einer Doppelausführung oder bei einem Fehler wegen technischer Probleme möglich.

 

Die Inlandsüberweisung

Definitionn: Bei einer Inlandsüberweisung unterhalten Zahlungspflichtiger und Zahlungsempfänger jeweils ein Konto bei einer Bank in Deutschland. Der Auftraggeber kann die Überweisung entweder schriftlich, elektronisch oder telefonisch in Auftrag geben.

Schriftliche Inlandsüberweisung

Bei der schriftlichen Überweisung muss die Unterschrift mit der bei der Bank hinterlegten Unterschriftsprobe des Kontoinhabers oder eventueller Verfügungsberechtigter über das Konto übereinstimmen. Die Übereinstimmung der Unterschriften wird von den Banken und Sparkassen vor Ausführung der Überweisung geprüft.

 

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Elektronische telefonische Inlandsüberweisung

Der elektronische Überweisungsauftrag kann entweder im Rahmen des Online-Banking oder an einem Geldautomaten beziehungsweise an einem speziellen Überweisungsautomaten der Banken erfolgen. Für eine telefonische Auftragserteilung muss sich der Kontoinhaber bei seiner Bank oder Sparkasse für das Telefonbanking anmelden und auf die Zusendung seiner persönlichen Geheimnummer warten.

 

Die Auslandsüberweisung

Bei den Auslandsüberweisungen unterscheiden die Kreditinstitute, ob der Begünstigte sein Konto bei einer Bank innerhalb der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) unterhält oder nicht. Für Euro-Überweisungen innerhalb Europas können Kontoinhaber die preiswertere SEPA-Überweisung nutzen. Erfüllt der Überweisungsauftrag nicht alle Voraussetzungen für eine SEPA-Überweisung, muss der Auftraggeber neben Betrag und gegebenenfalls Verwendungszweck zusätzlich folgende Angaben zwingend machen, damit die Überweisung ausgeführt werden kann:

  • Vorname und Name des Begünstigten beziehungsweise Firmenname inklusive Anschrift
  • die (internationale) Kontonummer des Zahlungsempfängers, in vielen Ländern auch International Bank Account Number, abgekürzt IBAN, genannt
  • die internationale Bankleitzahl der Bank des Begünstigten, auch Business Identifier Code, abgekürzt BIC, genannt und mit der SWIFT-Adresse identisch
  • vor allem bei Überweisungen in die USA Name und Anschrift der Bankfiliale des Zahlungsempfängers

 

 

Die SEPA-Überweisung

Im Zuge der Vereinheitlichung des Zahlungsverkehrs in Europa wurde im Jahr 2014 die Single Euro Payments Area, abgekürzt SEPA, eingeführt (siehe auch www.sepadeutschland.de). SEPA ist sowohl für Überweisungen wie auch für Lastschriften gültig. Anstelle von Kontonummer und Bankleitzahl gibt der Auftraggeber einer Überweisung die IBAN-Nummer des Begünstigten an. Jeder teilnehmende Staat kann die Zusammensetzung der IBAN selbst bestimmen, wobei die Nummer aus maximal 34 Stellen bestehen darf.

In Deutschland besteht die International Bank Account Number aus insgesamt 22 Stellen, die sich aus dem Länderkennzeichen DE, einer zweistelligen Prüfziffer, der „alten“ Bankleitzahl und der Kontonummer des Begünstigten zusammensetzen. Falls die Kontonummer des Zahlungsempfängers weniger als zehn Ziffern umfasst, werden zwischen der Bankleitzahl und der Kontonummer die fehlenden Ziffern mit Nullen aufgefüllt.

Zur besseren Darstellung wird die 22-stellige IBAN in sechs Blöcke aufgeteilt. Der erste Block besteht aus dem Länderkennzeichen DE sowie der computergenerierten zweistelligen Prüfziffer. Danach folgen Bankleitzahl, eventuell zwischengeschaltete Nullen und Kontonummer in vier Blöcken zu je vier Ziffern sowie einem abschließenden Block, der aus zwei Ziffern besteht. Bei Inlandsaufträgen reicht die Angabe der IBAN zur Ausführung der Überweisung aus. Einige Banken und Sparkassen weisen daher darauf hin, dass die Angabe des BIC bei inländischen Überweisungsaufträgen optional an und nur bei einer Auslandsüberweisung angegeben werden muss, während andere Banken stets auf Angabe des BIC bestehen. Für die Bankkunden besteht der Vorteil der SEPA-Überweisung vor allem darin, dass die Kreditinstitute für Überweisungen ins europäische Ausland keine höheren Gebühren berechnen dürfen als für herkömmliche inländische Überweisungsaufträge.

 

Die Überweisungsfristen

Schon vor Einführung der SEPA-Überweisung galten nach Auskunft der BaFin unter Überweisungsdauer folgende Überweisungsfristen:

  • bei beleglosen Zahlungen in Euro innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR): ein Tag
  • bei beleghaften Zahlungen in Euro innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums: zwei Tage
  • bei beleglosen Zahlungen in einer anderen Währung als in Euro innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums: vier Tage
  • für alle Zahlungen außerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums sind keine festen Fristen vorgeschrieben

 

Die Wertstellung der Gutschrift des Überweisungsbetrages auf dem Konto des Begünstigten muss dem Tag entsprechen, an dem die Bank des Zahlungsempfängers das Geld erhalten hat. Als Tag gelten die gängigen Arbeitstage der Banken und Sparkassen in Deutschland.

 

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