Die Gewerbesteuer 2014

Bei der Gewerbesteuer handelt es sich um eine Steuer, die auf dem reinen Ertragswert eines Unternehmens basiert. Besteuert werden Gewerbetreibende sowie Kapitalgesellschaften. Freie und Kammerberufe, sofern sie nicht als Kapitalgesellschaft ausgeübt werden, sind von der Gewerbesteuer ausgenommen. Die Gewerbesteuer stellt eine Variante der Besteuerung, die sich in dieser Form in keinem anderen Land findet.

 

Gewerbesteuer Formular

 

Gewerbesteuer wichtigste Einnahmequelle der Kommunen

Bei der Gewerbesteuer handelt es sich um eine kommunale Steuer nach dem Gewerbesteuergesetz (GewStG), deren Höhe auch von den Kommunen festgesetzt wird. Grundlage für die Besteuerung ist der Gewerbeertrag eines Unternehmens. Dieser wird bei Personengesellschaften um 24.500 Euro gekürzt. Die Höhe der Steuer beläuft sich auf 3,5 Prozent auf den verbleibenden Betrag, multipliziert mit dem jeweiligen Hebesatz. Die Höhe des Hebesatzes liegt im Ermessensspielraum der Gemeinden, muss mindestens 200 Prozent betragen und wird beispielsweise in München mit 490 Prozent festgesetzt. Dazu eine Beispielrechnung:

Der Gewerbeertrag beläuft sich auf 124.500 Euro, gekürzt um den Freibetrag von 24.500 verbleiben 100.000 Euro. Der daraus abgeleitete Steuermessbetrag ergibt 3.500 Euro. Bei einem Hebesatz von 400 Prozent ergibt sich eine Steuerschuld von 1.400 Euro für das steuerpflichtige Unternehmen. Der Mindesthebesatz von 200 Prozent wurde eingeführt, um aufgekommene Steueroasen, unteranderem Norderfriedrichskoog, einzudämmen. Der Gewerbesteuerhebesatz stellt in Bezug auf die Gewerbeansiedlung eines der wichtigsten politischen Instrumente einer Gemeinde dar. Gerade kleinere Gemeinden setzen bei der Intention, Gewerbe anzusiedeln, auf vergleichsweise niedrige Hebesätze. Betreibt das Unternehmen mehrere Betriebsstätten an unterschiedlichen Standorten, muss der Messbetrag auf diese Gemeinden aufgeteilt werden.

 

Sinn der Gewerbesteuer

Den besteuerten Unternehmen steht für die Zahlung der Gewerbesteuer keine direkte Leistung gegenüber. Der Sinn der Gewerbesteuer soll darin liegen, die Kosten einer Gemeinde zu kompensieren, welche durch Gewerbebetriebe verursacht werden. Erstmalig wurde die Gewerbesteuer im Jahr 1936 eingeführt und unterlag seit dem zahlreichen Modifizierungen. Mit dem Unternehmenssteuerreformgesetz aus dem Jahr 2008 wurde der Gewerbesteuer der Status als abzugsfähige Betriebsausgabe aberkannt.

 

Minderung der Gewerbesteuer

Für Einzelunternehmer und Gesellschafter von Personengesellschaften besteht jedoch immer noch eine Möglichkeit, die Gewerbesteuerschuld indirekt zu mindern. Dies geschieht durch die Anrechnung der Gewerbesteuer auf die persönliche Einkommensteuer. Dieser Personenkreis kann den 3,8fachen Gewerbesteuermessbetrag von der Einkommensteuer abziehen, allerdings nur auf den Anteil, der auf dem Ertrag aus dem Gewerbebetrieb basiert. Die Abzugsfähigkeit ist auf die maximal gezahlte Gewerbesteuer beschränkt. Vor diesem Hintergrund entsteht erst ab einem Hebesatz von mehr als 380 Prozent eine tatsächliche Gewerbesteuerschuld.

 

Gewerbesteuer Berechnung: Hinzurechnung und Kürzung

In Zusammenhang mit der Gesetzesnovelle im Jahr 2008 wurde ebenfalls die Hinzurechnung ausgedehnt. Unter der Hinzurechnung versteht das Steuergesetz einkunftsähnliche Beträge, die nicht aus den reinen Umsatzerlösen resultieren. Dazu zählen in erster Linie Zinsaufwendungen für langfristige Finanzierungen und Mieten. Übersteigen diese den Freibetrag von 100.000 Euro, werden 25 Prozent des übersteigenden Betrages den Einkünften zugerechnet. Ein Unternehmer zahlt Mieten und Zinsen auf langfristige Verbindlichkeiten von 150.000 Euro pro Jahr. 25 Prozent aus 50.000 Euro, 12.500 Euro, werden den gewerbesteuerpflichtigen Erträgen zugerechnet.

Die Kürzungen im Rahmen der Gewerbesteuer sollen vermeiden, dass ein Unternehmer für ein und dasselbe Wirtschaftsgut doppelt besteuert wird. Nutzt er Grundstücke, die zum Unternehmen gehören, zahlt er dafür bereits Grundsteuer. Aus diesem Grund findet eine Kürzung in Höhe von 1,2 Prozent des Einheitswertes dieser Grundstücke und Immobilien statt. Ebenfalls kommt es zu Kürzungen bei Dividendenerträgen in- und ausländischer Unternehmen, sofern die Beteiligung an diesen Unternehmen mindestens 15 Prozent beträgt. Weitere Positionen zur Kürzung ergeben sich aus

  • Erträge an in- und ausländischen Muttergesellschaften
  • Dem Gewerbeertrag aus einer ausländischen Betriebsstätte
  • Zuwendungen zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke
  • Bestimmte ausländische Kapitalerträge, sofern sie einem Doppelbesteuerungsabkommen unterliegen.

 

Hier finden Sie Tipps zur Berechnung der Gewerbesteuer

 

Die Gewerbesteuer in der Diskussion

Wie nicht anders zu erwarten, stellt die Diskussion um die Gewerbesteuer zwischen Kommunen und Unternehmen eine endlose Geschichte dar. Während die Unternehmen eine Abschaffung fordern, bleibt den Gemeinden im Grunde keine andere Wahl, als an dieser so wichtigen Einnahmequelle festzuhalten. Dem Risiko der Abwanderung von Firmen in Orte mit geringerer Gewerbesteuerbelastung stehen die Einnahmen der vor Ort verbleibenden Unternehmen gegenüber. Für die Kommunalpolitiker bedeutet die Gewerbesteuer ein Thema, welches bestmögliches Taktieren erfordert.

 

 

Ähnliche Seiten

Anlage AUS

Anlage KAP

Anlage SO

Grunderwerbsteuer

Kapitalerträge versteuern

Firmentagesgeld

Festgeld für Firmen

Businessdepot