Geldanlage im Geschlechtervergleich

Die Geschlechter unterscheiden sich bei der GeldanlageNach einer Studie der DAB Bank aus dem Jahr 2013 legen Männer und Frauen ihre Ersparnisse sehr unterschiedlich an. Dabei erzielen beide Geschlechtergruppen jedoch fast identische Renditen. Das zeigen auch andere Untersuchungen, die sich mit dem Anlageverhalten männlicher und weiblicher Investoren beschäftigen.

Dabei kommen alle Studien zu dem Ergebnis, dass Männer bei der Geldanlage höhere Risiken eingehen, während sich weibliche Anleger detaillierter über die verschiedenen Anlageformen informieren.

 

Frauen sind bei beim Investment neugieriger

Nach einem Anlagegespräch mit einer Frau berichten viele Anlageberater, dass sich die weiblichen Investoren nach zahlreichen Einzelheiten zu den verschiedenen Anlageprodukten erkundigen. Frauen achten, wie die Männer auch, auf eine gute Rendite, aber sie möchten darüber hinaus genau wissen, wie der Ertrag erwirtschaftet wird. So werden von Frauen häufiger Fragen danach gestellt, wie ein bestimmtes Finanzprodukt aufgebaut ist, in welche Unternehmen ein Fonds investiert, wie die langfristige Entwicklung einer bestimmten Geldanlage aussieht und welches Risiko sie mit ihrem Investment eingehen. Weibliche Investoren fragen ebenfalls nach ökologischen und nachhaltigen Anlageformen. Dabei erfahren sie jedoch, dass das Angebot an Geldanlagen, bei denen garantiert keine Waffenproduktionen, Kinderarbeit, Rüstungsprojekte oder Gentechnik unterstützt werden, noch immer selten am Markt zu finden sind. Dafür steigt aber das Angebot an sogenanntem Green Investment, bei dem Unternehmen Produkte für den Klimaschutz entwickeln, ihre Mitarbeiter fair und gerecht entlohnen und behandeln und die soziale Gerechtigkeit fördern. Diese Formen der Geldanlage sprechen vor allem Frauen an, die bereit sind, für den guten Zweck auch eine niedrigere Rendite in Kauf zu nehmen.

 

Vergleiche

 

sichere, langfristige Geldanlage

 

 

 

Frauen sind weniger risikoreich

Weibliche Anleger sind in der Regel weniger risikofreudig als Männer. So bevorzugen Frauen sichere Anlageformen wie ein Sparbuch, einen Sparbrief, ein Tagesgeldkonto oder eine Geldanlage als Festgeld. Wenn Frauen über ein Wertpapierdepot verfügen, finden sich auch hier in den meisten Fällen risikoarme Papiere, wie die Aktien eines DAX-Unternehmens, Anteile an einem konservativen Investmentfonds oder festverzinsliche Wertpapiere bekannter Firmen beziehungsweise von Bund, Ländern und Gemeinden. Optionsscheine oder Derivate sind selten in den Depots weiblicher Kontoinhaber vorhanden.

 

Unterschiedliche Risikoneigung bei Frauen und Männern

Abb. 1: Risikotoleranz von Männern und Frauen von risikoarm (0) bis risikoreich (10), Selbsteinschätzung. Quelle: DIW Studie

 

Durch die risikoarme Anlagestrategie verzichten die Frauen allerdings in einigen Fällen auf eine bessere Rendite. Dabei kursiert unter Experten jedoch auch die Theorie, dass Frauen nicht unbedingt risikoscheuer sind, sondern dass die weiblichen Anleger im Allgemeinen weniger Geld zur Verfügung haben. Daher wird ein finanzieller Verlust stärker empfunden und Frauen gehen weniger Risiken bei der Geldanlage ein. Außerdem stellt für zahlreiche weibliche Anleger die Investition einen Teil der privaten Altersvorsorge dar. Statistisch gesehen haben Frauen eine höhere Lebenserwartung als Männer und sie müssen Ausfallszeiten wegen der Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen ausgleichen. Auch die Gehälter berufstätiger Frauen liegen in vielen Branchen noch immer unter denen ihrer männlichen Kollegen, weshalb die Rente der Frauen niedriger ausfällt. Aus diesem Grund suchen weibliche Investoren stärker nach sicheren Anlageformen ohne Verlustrisiko.

 

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Männer gehen bei den Finanzen höhere Risiken ein

Ein Mann ist eher als eine Frau bereit, seine Ersparnisse bei einem ausländischen Kreditinstitut anzulegen, wenn die Rendite stimmt. Die weiblichen Anleger sind bei der Wahl ihrer Anlageform sehr viel vorsichtiger und fragen bei einer ausländischen Bank häufiger nach der gültigen Einlagensicherung als ihre männlichen Pendants. Vor allem bei Geldanlagen auf einem Tagesgeldkonto oder als Festgeld ist die Höhe der gegen eine Insolvenz der Bank abgesicherten Summe ein wichtiges Anlagekriterium, das von Männern jedoch häufig zugunsten eines hohen Zinssatzes ignoriert wird.

Bei einer Geldanlage in Wertpapieren entscheiden sich männliche Investoren eher für risikoreiche Papiere, wie zum Beispiel Optionsscheine oder Zertifikate. Auch bei Investitionen in Edelmetallen sind die männlichen Anleger führend. Bei einigen dieser Anlageformen kann es zu einem Totalverlust des investierten Kapitals kommen. Männer gehen dieses hohe Risiko ein, um sich im Erfolgsfall eine gute Rendite zu sichern. Den meisten Frauen ist dieser Einsatz jedoch zu hoch und sie schrecken vor zu spekulativen Investitionen zurück. Um einen aussagekräftigen Vergleich männlicher und weiblicher Anleger zu erhalten, müssen auch die Börsenphasen beachtet werden, in denen die entsprechenden Untersuchungen und Beobachtungen stattfinden. So sind in Zeiten steigender Finanzmärkte, die auch als Bullenmärkte oder Hausse bezeichnet werden, männliche Anleger in der Regel erfolgreicher als Frauen. Bei den Damen zeigen sich die Stärken hingegen bei den sinkenden Märkten, die auch als Bärenmärkte oder Baisse bekannt sind. Das liegt unter anderem daran, dass risikoarme Geldanlagen bei sinkenden Kursen und Zinsen nicht so stark einbrechen wie die risikoreichen Varianten.

 

Männer kaufen häufiger ein als Frauen – bei den Geldanlagen

Männer schichten ihre Geldanlagen viel häufiger um als weibliche Investoren. Sobald ein Kurs oder ein Zinssatz ansteigt, sind Männer schneller bereit, einen Teil ihrer Geldanlagen aufzugeben und die Gelder neu anzulegen. Frauen hingegen halten länger an ihrem Investitionen fest und sind bereit, auch eine Niedrigzinsphase hinzunehmen oder sinkende Kurse auszuhalten. Außerdem nehmen sich weibliche Anleger länger Zeit, um eine Entscheidung über den Kauf oder den Verkauf eines Investments zu treffen. Diese langfristige Anlagestrategie führt in vielen Fällen zu einer höheren Rendite, weil unter anderem keine zusätzlichen Kosten für die Umschichtung der Geldanlagen zu zahlen sind. Wenn ein Mann hingegen schnell auf Entwicklungen am Kapitalmarkt reagiert und aus diesem Grund öfter Wertpapiere kauft und verkauft oder andere Anlageformen auflöst und neu investiert, muss er mit Kosten und Gebühren rechnen, die die Rendite des Investments schmälern. Das zeigt sich auch in dem bekannten Investmentspruch „Hin und her macht Taschen leer“.

Männer sind die größeren Spieler

Männer zeigen sich bei ihren Investitionen häufiger als ein Spieler als die weiblichen Anleger. Das zeigt sich daran, dass ein männlicher Investor schon mal alles auf eine Karte setzt und in Erwartung einer hohen Rendite sein Vermögen in ein einzelnes Anlageprodukt oder in eine geringe Anzahl investiert. Frauen hingegen streuen ihre Investitionen breit und gleichen durch ein gut sortiertes Portfolio Schwankungen an den Kapitalmärkten besser aus.

Und die Kinder?

Und wer kümmert sich um die Anlage für die Kinder? Dazu haben wir keine Informationen gefunden. Fest steht nur, dass es einen Trend gibt, bereits Jugendliche mit einem Kinderkonto an den Umgang mit Geld zu gewöhnen. Dafür hat sich auch die Bundesregierung ausgesprochen – und natürlich propagieren dies auch die Kreditinstitute. Gerade das Onlinebanking bietet hier viele Möglichkeiten, solange die Eltern die volle Kontrolle bei Transaktionen der Sprößlinge behalten.

 

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