Sparpläne: Vermögen aufbauen, langfristig das Ziel erreichen

Mit einem Sparplan das eigene Vermögen langfristig aufbauen

Kontinuität zahlt sich aus. Dieser Sachverhalt gilt auch für den Vermögensaufbau mit einem Sparplan. Dabei ist allerdings zu beachten, dass nicht jeder Plan gleichermaßen auf nachhaltigen Erfolg ausgerichtet ist. Wesentlich bei der Auswahl der Anlage sind die Antworten auf zwei Fragen.

Zum einen:

  •  ob die Anlage dem Kaufkraftverlust standhält, zum anderen
  •  ob die Renditen langfristig attraktiv sind.

 

Zu Zeiten hoher Einlageverzinsungen sind die Fragen leicht zu beantworten, bei nachhaltig niedrigen Zinsen fällt die Antwort jedoch differenzierter aus. Konservative Anleger, welche sich bislang auf Einlagen, Festgelder, Tagesgelder und Kontensparpläne fokussiert hatten, müssen umdenken. Ein Fondssparplan ist ein probates Investment, um auch nachhaltig Gewinne zu erwirtschaften.

 

Fonds ist nicht gleich Fonds, besonders beim Fondssparen nicht

Wer nun als konservativer Anleger denkt, es müsse ja kein Aktienfonds sein, Geldmarkt- oder Rentenfonds käme ebenso in Frage, irrt. Diese Investments rentieren auf Grund der anfallenden Kosten häufig noch niedriger als eine Anlage direkt in den Geldmarkt oder eine Anleihe. Ein langfristig ertragreicher Fondssparplan muss auf Aktien basieren. Aktien, als Sachwertanlage, trotzen per se dem Mal mehr, mal weniger, aber immer vorhandenen Kaufkraftverlust. Aktiengesellschaften geben Preiserhöhungen, sei es durch steigende Lohnkosten, sei es durch angezogene Preise der Zulieferer, direkt an die nächsten Abnehmer weiter. Die Aktie selbst spiegelt nur den Wert des Unternehmens wider und dieser wird nicht durch einen Kaufkraftverlust gemindert. Wer Fonds im Sparplan erwerben möchte, sollte immer auf den einen oder anderen Aktienfonds zurückgreifen.

 

Aktienfonds sind vielseitig ausgerichtet

Neulinge auf dem Börsenparkett müssen nicht fürchten, dass ein Sparplan mit Fonds, der in Aktien investiert, ein Roulette-Spiel ist. Fonds sind stark diversifiziert. Neben Branchen können bestimmte Regionen, aber auch Anlagen in extrem konservative Unternehmen gewählt werden. Diese eignen sich gerade für Einsteiger besonders. In diesen Portfolios finden sich die „Global Player“ der einzelnen Branchen wieder. Solange Menschen essen, Energie benötigen oder auf medizinische Versorgung angewiesen sind, wird es diese Unternehmen geben. Zwar sind die Kurssprünge, die bei einem Fondssparplan wesentlich zur Rendite beitragen (dazu an anderer Stelle mehr), nicht so ausgeprägt wie beispielsweise bei einem Fonds, der in Schwellenmärkte investiert, dafür bieten sie eine solide Ausschüttung.

 

Fondssparen profitiert von Kursschwankungen

Kursunterschiede beim Fondssparplan nutzen

Anlegern, die zögerlich sind und ihr Tagesgeld lieber von der Inflation aufzehren lassen, als von den Aktienmärkten zu profitieren, sei eine Statistik nahegelegt. Das Schaubild „Stocks, Bonds, Bills and Inflation“ des US-Analystenhauses Ibbotson ist fast schon legendär. Es zeigt die Entwicklung des US-Aktienmarktes seit dem Jahr 1923 im Vergleich zu Anleihen und Inflation. Unsichere Anleger mögen einen Blick auf die großen Ereignisse der letzten 90 Jahre werfen und einmal die Auswirkungen auf die Kursentwicklung des Aktienmarktes betrachten. Der zweite Weltkrieg, die Kuba-Krise oder die Ölkrise in den siebziger Jahren sind in der langfristigen Betrachtung nichts als Dellen im stetigen Aufwärtstrend. Es sei an dieser Stelle noch einmal erwähnt, ein Sparplan mit Fonds ist eine langfristige Entscheidung, die dann aber auch nachhaltig erfolgreich ist.

 

Cost Average – der Turbo beim Fondssparen

Um es noch einmal in Erinnerung zu rufen, auch wenn es zahlreiche Fonds gibt, Immobilienfonds, Rentenfonds, Geldmarkt- und Aktienfonds, die Rede ist in diesem Beitrag ausschließlich von Aktienfonds. Wer zu einer ersten Beratung zu seiner Bank geht, wird nicht nur auf Grund der hohen Ausgabeaufschläge, welche die Banken und Sparkassen vor Ort kassieren, mit glänzenden Augen begrüßt, sondern auch mit Fachbegriffen erschlagen. Einer der häufigsten ist der des „cost average“ – des Durchschnittskosteneffektes. Dieser hat beim Fondsparen besondere Auswirkungen.

Es gibt im Grunde zwei Varianten der Anlage:

  • Entweder kauft man als Anleger in einem bestimmten Rhythmus zu wechselnden Kursen eine bestimmte Anzahl Anteile,
  • oder man kauft für einen fixen Betrag, bedingt durch die Kursschwankungen, eine wechselnde Anzahl von Fondsbeteiligungen.

 

Die Stückelung des Anteils beim Erwerb ist bis zu vier Stellen hinter dem Komma möglich. Beläuft sich der Sparbeitrag auf 100 Euro, der Anteilspreis beträgt, theoretisch ohne Ausgabeaufschlag, 100 Euro, wird ein Fondsanteil in das Depot eingebucht. Beträgt der Kurs im Folgemonat 78 Euro, erfolgt ein Erwerb von 1,2821 Anteilen. Steigt der Kurs im darauf folgenden Monat auf 107 Euro, werden 0,9346 Anteile erworben.

Vor dem Hintergrund, dass Aktienkurse gemäß dem Ibbotson-Chart langfristig nur einen Weg kennen , den nach oben (hoffentlich weiß das auch der Dax!), steigen die zu niedrigerem Kurs erworbenen Anteile überproportional und senken damit die Durchschnittskosten des Gesamtinvestments. Die Rendite wird also im Vergleich zu dem Erwerb einer festen Anzahl von Anteilen überdurchschnittlich erhöht.

 

Der Ausgabeaufschlag – überflüssig wie die Depotgebühr

Neben dem Sparbeitrag für den Fondssparplan werden den Bankkunden allerdings auch noch andere Kosten in Rechnung gestellt. Damit unterscheidet sich ein Fonds Sparplan von einem klassischen, kostenfrei geführten, Banksparplan. Wie man als Anleger diese Kosten umgehen kann, wird im Folgenden beschrieben.

Zum einen benötigt man für einen Fondssparplan ein Depot. Im Gegensatz zu den Filialbanken und Sparkassen, die eine jährliche Depotgebühr berechnen, bieten Direktbanken und Online-Broker Wertpapierdepots ohne Verwaltungskosten an. Die Wertpapierberatung bei den Filialinstituten reduziert sich heute häufig auf den Vertrieb hauseigener Investmentfonds. Der Grund ist, dass das Agio, der Ausgabeaufschlag, in der Spitze bis zu sechs Prozent auf den Anlagebetrag ausmacht und einen erheblichen Gewinn im Bereich der kurzfristigen Erträge in die Kassen spült. Aber auch diese Kosten kann man als Anleger vermeiden. Die bereits erwähnten Direktbanken bieten zahlreiche Fonds, wenn nicht völlig ohne Ausgabeaufschlag, so doch zu stark rabattierten Kosten an. Darüber hinaus haben die Kunden nicht nur die Auswahl aus dem Universum einer, der hauseigenen, Kapitalanlagegesellschaft, sondern können aus mehreren Tausend Fonds der unterschiedlichen Anbieter auswählen. Dies trifft für Einmalanlagen ebenso wie für einen Fondssparplan zu.

Es ist also durchaus empfehlenswert, sich einen Überblick über die Angebote der Online-Institute zu verschaffen. Die Befürchtung, bei einer Direktbank ohne jede Beratung auskommen zu müssen, ist obsolet. Zum einen erhalten die Kunden ausführliche und umfassende Informationen zu allen entscheidungsrelevanten Fragen, zum anderen steht per Email oder auch telefonisch ein Kundenservice zur Verfügung, der objektiver Auskunft gibt, als der Berater der Bank um die Ecke.

 

Auswahlkriterien – alles auf eine Karte oder lieber auch beim Sparplan diversifizieren?

Diverzifizieren ist oft sinnvoller

Fondssparpläne sind in der Regel ab einem Zahlbetrag von 25 Euro pro Kauf möglich. Wer einen Fondssparplan beginnt, steht vor der Frage, welcher Fonds der geeignete ist. Einsteiger sind, wie bereits erwähnt, mit einem konservativen Aktienfonds bestens bedient.

Wer sich als Anleger mit der Zeit an das Auf und Ab der Börse gewöhnt hat, kann dann mit der Diversifizierung des Portfolios beginnen und durchaus auch Anteile für ein Marktsegment erwerben, welches volatiler ist, das heißt, stärker auf Marktveränderungen reagiert. Der Durchschnittskosteneffekt macht sich hier deutlicher bemerkbar. Die Fondsauswahl sollte jedoch nicht auf den heißen Tipps von Nachbarn und Kollegen basieren, sondern zwei Dinge berücksichtigen. Zum einen muss man sich als Anleger mit dem gewählten Marktsegment „wohl“ fühlen, zum anderen sind neutrale Aspekte zu berücksichtigen. Dazu gehört zum einen die langfristige Entwicklung des Marktes (regional investierende Fonds) oder der Produktsparte (Branchen- und Themenfonds). Besonderer Popularität erfreuen sich aktuell Anlagen in Rohstoffe. Einige Fondsgesellschaften sind vor dem Hintergrund der Gewinnsteigerungen inzwischen selbst direkt in das Geschäft eingestiegen und betreiben beispielsweise Waldanbau und Landwirtschaft in großem Umfang. Dabei sind jedoch die Kapitalanlagegesellschaften in herbe Kritik geraten, die auf Grund der globalen Hungerproblematik mit Getreide Gewinne erwirtschaften wollten. Informationen über die einzelnen Marktsegmente erhalten Verbraucher über die Homepages der Direktbanken, die ausführliche Analystenmeinungen zur Verfügung stellen.

 

Kostenseite berücksichtigen

Neben dem langfristigen Potential der Anlage sind auch fonds-immanente Kosten zu berücksichtigen, da diese die Rendite deutlich beeinflussen.

 

Kosten beim Fondssparen:

  • Management Kosten
  • Erfolgsgebühren

 

Dazu gehören unter anderem die Management- und die zunehmend Verbreitung findende Erfolgs-Gebühren für das Management. Hat man sich als Sparer für bestimmte Fonds entschieden, so hilft ein Renditevergleich der letzten Jahre, die endgültige Entscheidung zu treffen. Die Kennziffer dafür ist die Rendite gemäß BVI-Methode (Bundesverband deutscher Investmentgesellschaften). Diese ermittelt die tatsächliche Rendite, bereinigt um alle fonds-internen Kosten, und macht die einzelnen Papiere direkt miteinander vergleichbar, ähnlich dem Effektivzins bei Krediten. Wer die Kosten so gering wie möglich halten möchte, entscheidet sich für passive Fonds, wie die ETF-Indexfonds. Diese bilden einen Börsenindex nach, beispielsweise den Dax, und werden nur gemanaged, wenn es Veränderungen im Index gibt.

 

VL Sparen – der Einstieg

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland hat das Recht, über einen vermögenswirksamen Sparplan Einkommensteile anzulegen. Einige Arbeitgeber übernehmen den Betrag von 40 Euro in voller Höhe, andere beteiligen sich, wiederum andere zahlen keinen Arbeitgeberanteil. Während in früheren Jahren das VL-Sparen neben Bausparen und Investmentsparen noch Lebensversicherungen und Banksparpläne einschloss, wurden die beiden letztgenannten Modelle zwischenzeitlich von der staatlichen Förderung ausgenommen. Die Förderung für einen Bausparvertrag beläuft sich auf 9 Prozent, die Ansparung in „Produktivvermögen“, also Aktienfonds, wird mit 20 Prozent im Jahr honoriert. Voraussetzung ist jedoch dass das Einkommen bei Alleinstehenden 20.000 Euro im Jahr, bei Verheirateten 40.000 Euro nicht übersteigt. Vermögenswirksame Leistungen können allerdings nicht in jeden beliebigen Fonds angelegt werden. Für einen geförderten Fondsparplan sind gewisse Kriterien zu erfüllen. Sparer müssen sich aber bewusst sein, dass es im Falle eines Kursabschwungs an der Börse nicht unbedingt sinnvoll sein kann, den Sparplan nach Ende der Bindefrist aufzulösen. Sieben Jahre sind für einen Fondssparplan im Grunde ein zu kurzer Zeitraum, um optimal von den Chancen der Börse profitieren zu können.

 

Weiterführende Informationen:

BVI Methode

Allianz Sparplan