Geldanlage Silber

 

Das Währungsrisiko bei einer Silber-Geldanlage

Silber als Geldanlage

Der Silberpreis wird in US-Dollar angegeben, weshalb eine Geldanlage in Silber für deutsche Investoren immer ein Währungsrisiko beinhaltet. Dabei verhält sich der Preis für Silber umgekehrt proportional zum Kurs des US-Dollars. Fällt also der Dollarkurs, so steigt der Silberkurs und umgekehrt. Außerdem muss eine Silberanlage nach dem Verkauf wieder von US-Dollar in Euro konvertiert werden, wodurch sich für den Anleger ein zusätzliches Wechselkursrisiko ergibt. Diesem Wechselkursrisiko können Investoren jedoch durch sogenannte Quanto Zertifikate auf Silber entgehen. Quanto Zertifikate sind währungsgesichert, wodurch das Währungsrisiko für den Anleger entfällt. Handelt es sich bei den Quanto Zertifikaten auf Silber zusätzlich um Trackerzertifikate, wird die Kursentwicklung des Silberpreises nachgebildet, während gleichzeitig Dividendenerträge den Kurswert steigern.

 

Verschiedene Möglichkeiten, Silber zu kaufen

Für eine Geldanlage in Silber gibt es verschiedene Möglichkeiten für die Anleger:

  • physisches Silber
  • Fonds mit dem Basiswert Silber
  • Silber ETCs
  • Silber ETFs
  • Aktien von Minenunternehmen

 

Vergleiche

 

langfristige Geldanlage

 

 

Viele Anleger, die auf die Ausgewogenheit ihrer Geldanlagen Wert legen, besitzen sowohl Anteile an Gold als auch an Silber. Bei dem Besitz an physischem Gold und Silber handelt es sich in den meisten Fällen um Barren und um Münzen. Die Anleger sollten aber beachten, dass eine Geldanlage in einem physischen Edelmetall keinen regelmäßigen Ertrag, zum Beispiel in Form von Zinsen oder von Dividenden, abwirft. Außerdem müssen die Barren und Münzen ordnungsgemäß gelagert werden, damit sie keine Kratzer oder Beschädigungen aufweisen, die ihren späteren Verkaufswert mindern. Auch die Kosten für eine Versicherung dieser Wertanlage oder für die Miete für ein Bankschließfach dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Aus diesen Gründen entscheiden sich die meisten Anleger nur für einen kleinen Anteil an physischem Silber in ihrem Portfolio und investieren stattdessen in Wertpapiere mit dem Basiswert Silber.

Neben Aktien von Silberminen werden auch Exchange Traded Commodities (ETCs), Exchange Traded Funds (ETFs) sowie Fonds mit dem Basiswert Silber angeboten. Bei einem ETC wird Silber als Basiswert zur Absicherung einer unbefristeten Schuldverschreibung hinterlegt, während es sich bei einem ETF um einen Investmentfonds mit dem Basiswert Silber handelt. Beide Wertpapiere werden an der Börse gehandelt und reagieren sehr schnell auf eine Veränderung der Silberpreise.

 

Die Versteuerung von Gewinnen aus Geldanlagen in Silber

Wie bei einer Anlage in Gold auch ist ein Gewinn aus der Anlage in physischem Silber steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf des Edelmetalls mindestens ein Jahr vergangen ist. Erfolgt ein vorzeitiger Verkauf des physischen Silbers, bei dem der Anleger einen Gewinn erzielt, erfolgt eine Versteuerung zu dem persönlichen Einkommensteuersatz des Anlegers, sofern der Gewinn mehr als 600,00 Euro pro Jahr beträgt.

Geldanlagen in Silberzertifikaten oder in anderen Silber-Wertpapieren unterliegen mit ihren Kapitaleinkünften der Abgeltungssteuer von 25 %. Nur Investoren, die einen Freistellungsauftrag eingereicht haben, erhalten 801,00 Euro beziehungsweise 1.602,00 bei Ehepaaren steuerfrei ausgezahlt.

 

Geldanlage in physischem Silber

Physisches Silber ist in drei Erscheinungsformen erhältlich:

  • Silberbarren
  • Silbermünzen
  • Silbermünzbarren

Bei einem Kauf von physischem Silber muss der Käufer Mehrwertsteuer (MwSt) zahlen, im Gegensatz zu einem Kauf von Goldbarren oder von Goldmünzen. Für den Erwerb von Silberbarren wird der volle Mehrwertsteuersatz von 19 % fällig. Bis zum 01.01.2014 musste für Silbermünzen nur ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von 7 % gezahlt werden muss. Seit diesem Datum hat das Bundesfinanzministerium den Mehrwertsteuersatz auch für Silbermünzen auf 19% festgesetzt, um der europäischen Mehrwertsteuersystemrichtlinie gerecht zu werden und die ungleiche Besteuerung zu vereinheitlichen.

Ein klassischer Silberbarren wird mit einem Gewicht zwischen 100 Gramm und fünf Kilogramm angeboten. Vor allem die Silberbarren der Hersteller Degussa und ­Heraeus bieten sich für eine Geldanlage in Silber an. Die Feinheit für einen Barren Silber liegt bei 999/1000, während die Feinheit bei Silbermünzen bei 925/1000, dem sogenannten Sterlingsilber, liegt. Die Herstellung der Silberbarren erfolgt entweder durch Prägung oder durch Gießen, wobei Anleger die gegossenen Silberbarren an ihren abgerundeten Ecken erkennen können. Die gängige Größe für eine Geldanlage in Silberbarren ist der Barren mit einem Gewicht von einem Kilogramm, institutionelle Anleger oder Großinvestoren entscheiden sich auch für die 5 KG-Barren. Bei den geringeren Gewichten ist meist der Aufpreis zu hoch, als dass sich diese Form der Investition in Silber lohnt.

Die beliebtesten Silbermünzen zu Anlagezwecken sind der Maple ­Leaf aus Kanada, die Wiener Philharmoniker aus Österreich, der ­American ­Silver Eagle aus den USA, der Australian Kookaburra sowie der China Silber Panda. Es handelt sich um sogenannte Bullionmünzen, also um Münzen, die in hoher Stückzahl hergestellt werden und die der Geldanlage dienen.

Bei den Silbermünzbarren handelt es sich um Silberbarren mit den Eigenschaften einer Silbermünze. Auch die Silbermünzbarren gelten in ihrem Herkunftsland als offizielle Zahlungsmittel und sie weisen ein ­Währungsnominal auf. So ist es möglich, für Silbermünzbarren nur den ermäßigten Mehrwertsteuersatz von 7 % zu berechnen. Der Anleger profitiert somit zum einen von den günstigeren Herstellungskosten für Barren sowie von dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz für Münzen. Auf dem Markt befinden sich Produkte der Cook-Island-Reihe und Andorra-Münzbarren, die von dem renommierten Hersteller Umicore produziert und über den Edelmetallhändler ­CastellGold vertrieben werden. Silbermünzbarren sind in den Gewichten 250 g, 500 g, 1 kg, 5 kg und 15 kg erhältlich.

 

Die Wertschwankungen des Silbers

Nachdem Silber jahrhundertelang als das zweitwertvollste Edelmetall nach Gold galt, verfiel sein Wert nach dem Jahr 1870 immer mehr. Ein Grund des Wertverfalls lag darin, dass die Staaten weltweit nur noch das Edelmetall Gold als Währungsreserve einsetzten. Außerdem wurde weltweit in den Minen immer mehr Silber gefördert, sodass durch das gesteigerte Angebot auf dem Weltmarkt der Wert des Edelmetalls Silber geringer wurde. So betrug zum Beispiel das Wertverhältnis von Gold zu Silber lange Zeit etwa 1:14, während dieses Verhältnis Ende des 19. Jahrhunderts auf 1:100 sank. Danach erfolgte ein erneuter Anstieg, sodass das Wertverhältnis im Februar 2012 wieder bei ­circa 1:51 lag.

 

Wirtschaftsaufschwung könnte beim Industriemetall Silber zu Preisanstiegen führen

In den nächsten Jahren ist jedoch weiter mit einem Wertanstieg des Silbers zu rechnen, da das Edelmetall wegen seiner chemischen und physikalischen Eigenschaften immer öfter in der industriellen Fertigung eingesetzt wird, dies gilt auch führ das Palladium. So ist Silber zum Beispiel in zahlreichen elektronischen und optischen Geräten vorhanden, weil seine Strom- und Wärmeleitfähigkeit sowie seine reflektierende Oberfläche dort gut genutzt werden können. Auch in der Medizin und in der Forschung ist Silber als Kontrollmedium für Keime, Bakterien und Mikroben bekannt. Die weltweite Nachfrage nach Silber wird aber vor allem durch den zunehmenden Einsatz von RFID-Chips, die über eine Funkantenne aus Silber verfügen, sowie durch den Einsatz des Edelmetalls an der Oberseite von Solarzellen ansteigen. Darum ist eine Geldanlage in Silber empfehlenswert und sollte in keinem ausgewogenen Portfolio fehlen.

 

Die Ermittlung des Silberpreises

Der Silberpreis schwankt stark

Der Silberpreis ist äußerst volatil, was sich auch an der historischen Entwicklung zeigt. So wies zum Beispiel der historische Höchstpreis am 18. Januar 1980 einen Wert von 49,45 US-Dollar für eine Feinunze Silber aus, während der Silberpreis im Jahr 1992 nur 3,55 US-Dollar je Feinunze ausmachte. Seitdem stieg der Preis aber wieder an und auch für die Zukunft ist mit steigenden Silberpreisen zu rechnen.

Der Chart für den aktuellen Silberpreis gibt beispielsweise Kitco

Der Preis für das Edelmetall Silber wird seit dem 17. Jahrhundert am London Bullion Market bestimmt. Im Jahr 1987 wurde die London Bullion Market Association (LBMA) gegründet, die seitdem jeden Arbeitstag im sogenannten Silberfixing den Silberpreis festsetzt. Am Silberfixing nehmen immer die drei ­LMBA-Mitglieder ­Deutsche Bank AG London, HSBC Bank USA NA London Branch und Mitglieder der vorsitzenden Bank ­of Nova Scotia – ScotiaMocatta teil. Die Teilnehmer am Silberfixing machen den Preis für das Edelmetall abhängig von Angebot und Nachfrage, aber auch vom Goldkurs und von den Kursen anderer Edelmetalle, von weltweiten politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen, vom Ölpreis und teilweise auch von Gerüchten und Emotionen. Damit an den Rohstoffbörsen ein standardisierter Handel mit Silber möglich ist, wurde das Währungskürzel „­XAG“ als Preis für eine Feinunze Silber eingeführt. Der Handel mit dem Edelmetall Silber findet an den Rohstoffbörsen New York ­Mercantile Exchange (COMEX), London Bullion Market, Chicago Board ­of Trades und Tokyo ­Commodity Exchange statt. Eine Übersicht zur Historie des Silberpreis Fixings finden Sie hier.

 

Geschichte & Chemie von Silber

Das Edelmetall Silber trägt als chemisches Element das Symbol Ag, eine Abkürzung der lateinischen Vokabel für Silber, Argentum. Weil sich in dem südamerikanischen Land Argentinien viele Silbererze finden, erhielt das Land seinen Namen ebenfalls nach dem Begriff Argentum, somit ist Argentinien das einzige Land der Welt, das nach einem chemischen Element benannt ist. Bei dem Edelmetall Silber handelt es sich um ein relativ weiches Metall, das sich gut formen lässt. Außerdem zeichnet sich Silber durch seine hohe elektrische Leitfähigkeit sowie durch seine ebenfalls sehr hohe thermische Leitfähigkeit aus. Die Farbe von Silber ist weiß glänzend und das Metall wurde bereits in der Antike zur Herstellung von Münzen oder von Göttergaben verwendet. Zu dieser Zeit hatte Silber zeitweise einen höheren Wert als Gold. Lange Zeit galt Silber als das Metall, das neben Gold den Geldwert der Wirtschaft vieler Staaten weltweit gedeckt hat. Es gibt auf der Erde etwa zwanzigmal so viel Silber wie Gold. Im Gegensatz zu Gold war der Besitz des Edelmetalls Silber weltweit noch nie verboten und die Staaten haben niemals auf den Silberbesitz ihrer Bürger zugegriffen.

 

News

07.06.2014 Der Referenzkurs für Silber wird ab August 2014 nicht mehr von dem bestehendem Konsortium, zu dem auch die Deutsche Bank, die HSBC Holdings Plc sowie die Bank of Nova Scotia gehören bestimmt, sondern soll auf elektronischer Basis ermittelt werden, woran bei der Bullion Market Association in London gearbeitet wird . Inzwischen hat auch Kitko ein eigenes Silverprice Fixing etabliert.

Januar 2014 Seit dem 01.01.2014 gilt für den Kauf von Silbermünzen nicht mehr der alte Mehrwertsteuersatz von 7% sondern es werden 19% fällig (Tipp: Mehrwsertsteuer Rechner).

 

 

 Literatur Silber

Holleman A. F.,  Wiberg E; 1995: Lehrbuch der anorganischen Chemie. S. 1338–1351

Reyman D. M.; 2011: Edelmetallhandbuch: Ihre praktische Vermögensanlage in Goldbarren, Silbermünzen und Platinmetallen z. B. bei Amazon

 

de.wikibooks.org/wiki/Praktikum_Anorganische_Chemie/_Silber