Palladium kaufen – als Barren & Münzen oder als ETF & Zertifikate

Palladium physisch oder als ETF bzw. Zertifikat kaufenSeit Jahren dreht sich die Debatte bei Rohstoffen um die Volatilität von Gold. Palladium tauchte in dieser Diskussion nie auf. Während Gold als Kapitalanlage schon seit Menschengedenken eine Rolle spielt, ist Palladium erst seit dem Jahr 1803 bekannt. Entdeckt wurde es von William Hyde Hollaston als Einschluss in südamerikanischem Eisenerz. Vergleicht man den Rohstoffsektor mit dem Aktienmarkt, zählt die Geldanlage Palladium zu den klassischen Nebenwerten mit überdurchschnittlichem Potenzial.

Metallisches Palladium hatte seine Hauptvorkommen in Äthiopien, Nord- und Südamerika, Ural und Australien als geologische Seifen in Flusssedimenten. Diese Vorkommen sind allerdings schon seit Jahrzehnten ausgebeutet. Palladium wird heute aus Nickel- und Kupfererzen gewonnen. Hauptproduzent ist heute Russland mit einem Anteil von rund 40 Prozent der Weltförderung. Südafrika fördert rund 37 Prozent. Kanada mit neun Prozent und die USA mit sechs Prozent. Die größten Vorräte mit fast 95 Prozent des Bestandes hält Südafrika. Trotz der sich abzeichnenden Verknappung erhielt der Markt wieder Zufluss. Das Recycling von Altwagen und die Rückführung der Katalysatoren, die einen hohen Palladiumanteil enthalten, war die Ursache.

 

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Die Verwendung von Palladium

Palladium ist in erster Linie ein klassisches Industriemetall. Neben dem Einsatz bei Katalysatoren, bei dem es dem deutlich teureren Platin den Rang abgelaufen hat, greifen auch die Hersteller medizinischer Instrumente auf das zur Platingruppe gehörende Edelmetall zurück. In der Zahnmedizin wird Palladium für die Erstellung von Zahnersatz verwendet. In der Schmuckindustrie wird es zur Herstellung von Weißgold verwendet, da Palladium Gold entfärbt. In Europa weniger verbreitet, erfreut sich Palladium im asiatischen Raum als Schmuck großer Beliebtheit. Für die Elektroindustrie wurde Palladium unverzichtbar. Bei der Herstellung von Relais und Leiterplatten wurde Palladium unverzichtbar. Besitzer edler Füllfederhalter erfreuen sich an Schreibfedern aus Palladium.

 

Industriemetalle verknappen langfristig

Der Reiz bei Palladium liegt, ähnlich wie bei Silber, darin, dass es sich um ein Industriemetall handelt. Trotz des Recyclings verknappt sich der Rohstoff nach wie vor. Im Gegensatz dazu findet bei Gold kaum ein Verbrauch statt. Der Preis dieses Rohstoffs basiert nicht auf einer Verknappung durch Verbrauch, sondern hauptsächlich durch das psychologische Moment der Anleger. Gold dient hauptsächlich der Geldanlage, nur circa 10 Prozent der geförderten Menge werden dem Markt unwiderruflich entzogen. Bei Silber verhält es sich fast genau andersherum. Vor diesem Hintergrund, der Verknappung, erhält Silber langfristig als spekulatives Anlageobjekt eine immer größere Bedeutung. Gleiches gilt auch für Palladium.

 

Palladium Preis aktuell im Aufwärtstrend

Der Palladium Preis ist wie auch der für andere Industriemetalle stark von dem Angebot und der Nachfrage abhängig. Deshalb spielt die Entwicklung der Weltwirtschaft und besonders die Dynamik in der Automobilbranche eine wichtige Rolle bei der Preisentwicklung von Palladium. Die Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der Preise für 1 Unce Palladium in Dollar von 1992 -2014.

 

Die Palladium Preisentwicklung von 1992 -2014 in US Dollar

Abb. 1: Palladium Preis – Entwicklung des Palladium Preises für 1 Unze in US Dollar von 1992 – 2014 im Fixing London. Quelle: Kitko Palladium Charts

 

Der Preis von Palladium ist von 1992 kontinuierlich von rund 100 US $ bis auf fast 1100 US $ in 2000 angestiegen. Mit der Platzen der Dotcom Blase fielen auch die Palladiumpreise stark. Von 2002 bis 2007 nahm der Palladium Wert wieder zu, der Preiseinbruch durch die Finanzkrise war nur kurz. Seit 2009 ist der Palladium Chartverlauf wieder in einem Aufwärtskanal, der bisher in 2014 eine besonders positive Dynamik entwickelt. Da Palladium in US Dollar gehandelt wird, ist für Investoren die häufig mit Platin handeln ein Dollar Konto vorteilhaft.

 

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Palladium als Kapitalanlage

Palladium physisch als Münzen oder Barren

Für Anleger bieten sich zur Kapitalanlage sowohl Palladiummünzen als auch Barren an. Die Attraktivität dieser Geldanlage zeigt sich in der Kursentwicklung. Im Vergleichszeitraum Mai 2013 bis Mai 2014 legte das Edelmetall 30 Prozent im Kurs zu. Gold dagegen verlor bei einem stark volatilen Verkauf im gleichen Zeitraum über zehn Prozent. Der Kurs von Silber gab im gleichen Zeitraum ebenfalls weit über zehn Prozent nach.

Anleger müssen beim Einstieg in die Geldanlage mit Palladium berücksichtigen, dass sowohl die Barren als auch Münzen beim Kauf mit 19 Prozent Mehrwertsteuer belegt sind. Für Palladium gilt das Gleiche wie für Gold und Silber.

 

Palladium Kauf: Abnehmende Erwerbsnebenkosten mit steigender BarrenGröße

Je kleiner die Einstiegsgröße ist, um so höher sind die Erwerbsnebenkosten. Barren sind in der Größenordnung von 1 Oz, 50 Gramm, 100 Gramm, 500 Gramm und einem Kilogramm erhältlich. Es empfiehlt sich daher, gleich zu Beginn zu überlegen, ob über die Zeit ein größerer Betrag in Palladium investiert werden soll. In diesem Fall ist es sinnvoller, den Erwerb nicht über einen längeren Zeitraum zu verteilen, sondern die Anlage auf einmal zu tätigen.

Der Erwerb von Palladium, sei es als Münze oder Barren, ist im Gegensatz zu Gold oder Silber nicht unbedingt bei jeder Bank möglich. Allerdings bieten spezialisierte Edelmetallhändler beide Varianten an. Anleger sollten ebenfalls einen Bezug über die Degussa in Frankfurt oder Heraeus in Hanau mit in Betracht ziehen. Obwohl der Preis über die Börse gesteuert ist, wollen die Einzelhändler natürlich auch ihre Marge beim Verkauf verdienen.

 

Palladium als Zertifikate & ETFs

Neben der Investition in Barren oder Münzen bietet sich seit einigen Jahren auch die Möglichkeit der indirekten Beteiligung durch den Kauf von Zertifikaten. Bei Rohstoffzertifikaten handelt es sich in der Regel um Indexzertifikate, die schlicht den Kurs des unterlegten Basiswertes, in diesem Fall Palladium, abbilden. Die meisten der angebotenen Zertifikate haben keine Laufzeitbeschränkung. Der Vorteil liegt darin, dass das Investment keines zusätzlichen Schließfaches bedarf, sondern die Verwahrung im eigenen Aktiendepot erfolgen kann. Neben klassischen Zertifikaten stehen für den Handel natürlich auch Futures und Optionen zur Verfügung.

 

Palladium Zertifikate Chancen & Risiko

Zertifikate bergen bei einem Kurseinbruch allerdings ein Risiko. Während physisches Palladium jederzeit verkauft werden kann, muss sich bei einem Wertpapier zunächst über die Börse ein Käufer finden lassen. Ebenfalls mit Chancen, aber auch mit Risiken, sind Zertifikate in einer Fremdwährung behaftet. Steigt der Kurs des Palladiums und das Verhältnis Euro zur Fremdwährung verschlechtert sich umgekehrt proportional, hat der Anleger zumindest keinen Verlust gemacht. Bei einem stagnierenden oder nur schwach ansteigenden Kurs des Edelmetalls und gleichzeitiger Verschlechterung des Währungsverhältnisses entsteht ein Defizit. Auf der anderen Seite bergen Zertifikate in Fremdwährung sogar eine doppelte Renditechance. Steigt der Kurs des Palladiums und das Währungsverhältnis befindet sich in einem positiven Trend, profitiert der Anleger bei Verkauf des Zertifikates gleich doppelt. Auch wenn die zweite Variante verlockend klingt, muss sich jeder Anleger über das Chance-Risiko Verhältnis bewusst sein.

Wer das Risiko liebt und auf gehebelte Produkte setzt, kann mit einem Differenzkontrakt, einem CFD, bei vergleichsweise geringem Einsatz überdurchschnittliche Gewinne erwirtschaften. CFDs werden allerdings nicht von allen Banken angeboten. Darüber hinaus ist bei dieser Art des Tradens ein Totalverlust nicht ausgeschlossen. Gehebelte Produkte, sei es auf Währung oder auf Rohstoffe, sollten nur einen sehr kleinen Anteil am Gesamtportfolio ausmachen. Das gilt auch dann, wenn der Broker eine Stopp-Loss-Funktion zur Risikominimierung anbietet.

 

 

Rohstoffe und strategische Metalle als eigene Anlageklasse

Rohstoffe waren schon lange eine Form der Kapitalanlage. Allerdings wurde diese nun auch bei privaten Anlegern um einige neue Elemente ergänzt. Platin, Palladium, Iridium oder seltene Erden rücken als Spekulationsobjekte immer stärker in den Fokus der Anleger. Das Investment kann dabei über Beteiligungen an Beständen im Rahmen eines Zertifikates oder als tatsächlicher physischer Erwerb stattfinden. Sogar Sparpläne können auf diese Produkte abgeschlossen werden. Einige Händler bieten auch den Erwerb eines Warenkorbes an, der sich entweder aus strategischen Metallen oder seltenen Erden zusammensetzt. Anleger, die sich möglichst breit aufstellen möchten und mögliche Marktschwächen in einem Segment durch andere Märkte kompensieren wollen, sollten ein Investment in die hier vorgestellte Anlagegruppe durchaus in Betracht ziehen.

 

Die Geschichte der Palladiummünzen

Palladium etabliert sich als Nischenprodukt bei Kapitalanlegern. Es zählt zur Gruppe der strategischen Metalle, der beispielsweise auch Iridium, Gallium oder Tellur zugerechnet werden. Die ersten Palladiummünzen wurden erst im Jahr 1966 geprägt.

Neben der afrikanischen Republik Sierra Leone stieg auch das Königreich Tonga in die Prägung von Palladiummünzen ein. Es dauerte 20 Jahre, bis erneut Münzen aus Palladium geprägt wurden. Wiederum Tonga, aber auch Frankreich, Portugal, Isle of Man und Bermuda boten nun diese Münzen an. In den Jahren 1988 bis 1995 prägte Russland die „Ballerina“ als Anlagemünze in Palladium. Portugal bot mit Unterbrechungen in den Jahren zwischen 1987 bis 2000 die Reihe „Portugiesische Entdeckungen“ als Palladiummünze an, Australien von 1995 bis 1998 den „Emu“. Die Schweiz schloss sich den Ländern, welche Palladiummünzen auf den Markt brachten, in den Jahren 1989 und 1990 an. China brachte seine erste Palladiummünze im Jahr 2004 heraus, Kanada emittierte den Palladium Maple Leaf in der Zeit zwischen 2005 und 2007 sowie in 2009.

Palladiummünzen zeichnen sich durch eine extrem hohe Reinheit aus. Der Anteil des Edelmetalls beträgt fast durchgängig 999,5/1000.

 

 

Palladium Literatur

 Palladium Legierungen

Wissenswertes über Palladium

 

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