Geschlossene Fonds als Investment

Schiffsbeteiligungen sind klassische geschlossene Fonds

Keine Geldanlage für Kapitalanleger mit einem kurzfristigen Anlagehorizont: Geschlossene Fonds waren als Geldanlage über viele Jahre das Lieblingsanlageobjekt der Steuerzahler mit überdurchschnittlicher Steuerprogression. Unabhängig davon, ob es sich um Schiffe, Filme, Flugzeuge oder Immobilien handelte, die Möglichkeit der Verlustkompensation mit anderen Einkunftsarten war ein Steuerparadies im Inland.

Hohe Kreditaufnahmen und niedrige Eigenkapitalleistungen belasteten das Vermögen nicht direkt, die Steuerkomponente und Sonderabschreibungen erwirtschafteten den Hauptteil der Rendite. Betrachtet man die Absatzzahlen der deutschen Initiatoren im Jahr 2012, wäre die Umschreibung „Krise“ allerdings beschönigend. Die Absatzzahlen brachen durchgängig im zweistelligen Bereich, je nach Fokus bis zu 60 Prozent ein.

 

Schiffsfonds bewegen die Welt

Zu den wichtigsten Produkten bei geschlossenen Fonds zählen zweifellos Schiffsfonds. Obwohl diese auch in 2012 einen massiven Zeichnungsrückgang zu verzeichnen hatten, hätten die Reedereien ein massives Problem, wenn nicht private Investoren Jahr für Jahr neue Schiffe zeichnen würden. Die Bandbreite reicht dabei von Luxuspassagierschiffen für die Binnengewässer, beispielsweise Donau-Kreuzfahrten, über kleine Transporter bis hin zu Großcontainerschiffen. Dabei hat sich im Laufe der Jahre herauskristallisiert, dass sich die einzelnen Fondsgesellschaften immer mehr auf einen speziellen Bereich fokussiert haben.

Ebenfalls problematisch wäre es für Fluggesellschaften, wenn private Anleger nicht die Gelder aufbringen würden, um im Rahmen eines geschlossenen Fonds ein Flugzeug zu erwerben, welches dann an die Gesellschaft weitervermietet wird. Ein geschlossener Fonds kann, im Gegensatz zu offenen Fonds, nur innerhalb einer bestimmten Zeichnungsfrist gezeichnet werden. Der Anteilszeichner erhält mit dem Kauf des Anteils Unternehmerstatus. In der Regel werden geschlossene Fonds als Kommanditgesellschaft aufgelegt. Neben den Chancen auf überdurchschnittliche Erträge birgt dies allerdings auch das unternehmerische Risiko bis hin zum Totalverlust. Ist das eingezahlte Kapital nicht ausreichend, ein Risiko, welches gerade bei geschlossenen Immobilienfonds besteht, falls die Gestehungskosten aus dem Ruder laufen, ist der Kommanditist in der Nachschusspflicht.

Trotz des ansteigenden Bedarfes an Transportschiffen mussten Zeichner in diesem Marktsegment in den letzten Jahren herbe Verluste hinnehmen, da die Auslastung doch nicht den Erwartungen und prognostizierten Ertragsrechnungen entsprach. HCI, eines der großen, auf Schiffe spezialisierten Emissionshäuser, musste insgesamt sechs seiner auf hoher See fahrenden Boote in die Pleite segeln lassen. Damit sind die Hamburger jedoch nicht alleine, die sturmischen Gewässer haben alle Schiffsfonds erreicht – Schiffsfonds havarierten reihenweise.

 

Steueränderungsgesetz brachte 2004 den ersten Einbruch

 

geschlossene Immobilienfonds bekommen das meiste Anlegergeld

Wie eingangs erwähnt, war die Steuerkomponente ein besonderer Bonus bei geschlossenen Fonds. Die Kosten für die hohe Fremdmittelausstattung übertrafen, gewollt, die Erträge während der Laufzeit. Diese Verluste konnten bis 2004 mit Gewinnen aus anderen Einkunftsarten verrechnet werden. Paragraf 15b EStG regelt jedoch seitdem den Wegfall der Vorteile aus Steuerstundungsmodellen. Die Konsequenz ist, dass die Verluste nur mit den Gewinnen aus derselben Einkunftsart verrechnet werden können. Dies wiederum führte dazu, dass die Eigenmittelquote bei geschlossenen Fonds deutlich erhöht wurde.

Da geschlossene Fonds über eine feste Laufzeit konzipiert sind, in der Regel zwischen acht und 25 Jahren, sind die Eigenmittel für diesen Zeitraum gebunden. Eine Veräußerung von Fondsanteilen ist nur über einen kaum existenten Zweitmarkt möglich. Hier zeigte sich in der Vergangenheit immer wieder, dass eine Veräußerung dort, wenn überhaupt, nur mit großen Verlusten zu realisieren war. Am Ende der Laufzeit wird der Fondsgegenstand verkauft, die Anleger profitieren dann, nach den Ausschüttungen während der Laufzeit, noch einmal Verkaufserlös. Kritisch in der Gesamtrechnung wird es jedoch, wenn das Fondsobjekt mit Verlusten abgestoßen werden muss.

 

2008 ging auch an geschlossenen Fonds nicht spurlos vorbei

Die Finanzkrise, in Kombination mit dem Immobiliendesaster dieser Zeit, hinterließ auch bei den geschlossenen Fonds eine tiefe Delle. Sonderabschreibungen auf Immobilien, zu hoch bewertete Objekte und Mietleerstände führten dazu, dass geschlossene Immobilienfonds ebenfalls in einen Abwärtsstrudel gerieten. Dieser hielt sich konstant über die Jahre, neue Emissionsvolumina zu finden, stellte sich auch vor dem Hintergrund der Eurokrise als immer schwerer dar. Der Absatzeinbruch des vergangenen Jahres sollte eigentlich unter den Emissionshäusern zu einem Aufräumeffekt führen. Zu vielen Anbietern stehen zu wenig zeichnungswillige Kunden gegenüber. Dennoch verstrahlt die Branche Zuversicht. Bei einem Absatzeinbruch von über 40 Prozent, zahlreichen Fondspleiten und zögerlichen Investoren kann es allerdings nur noch besser werden. Solaranlagen und Windparks bieten sich heute den Anlegern als alternative Geldanlagen an, sollte der Bedarf an Bruttoregistertonnen weiter zurückgehen.

 

 

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Bausparen

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