Investment Wein, der neue Trend bei der Geldanlage

Ein guter Wein ist nicht nur zum Trinken da

Cabernet Sauvignon reife Trauben

Cabernet Sauvignon Trauben

Sachanlagen wie die in Wein liegen im Trend und lassen die Preise für feine Tropfen steigen. Seit sich das globale Finanzsystem in der Krise befindet, haben Sachanlagen Hochkonjunktur. Das zeigt sich auf dem Immobilienmarkt und das wird nur zu offenkundig bei der geradezu spektakulären Preissteigerung für Gold.

Auch der Aktienmarkt, der ja ebenfalls ein Investment in Sachwerte darstellt, hat sich gut erholt und nähert sich – zumindest was den DAX anbelangt – langsam aber sicher einem Fünfjahreshoch. Doch nicht jeder, der sein Geld gewinnbringend anlegen möchte, kann gleich in ein ganzes Haus oder einen Goldbarren investieren. Und Aktien kaufen, auch davon lassen vor allem Kleinanleger lieber die Finger, die sie sich vor ein paar Jahren vielleicht kräftig verbrannt haben.

Ein Investment, das stetig populärer wird, ohne dass es bereits weithin bekannt ist, ist die Geldanlage in Wein. Wer in den vergangenen Jahren das richtige Gespür hatte, gut über den Markt informiert war und dann Wein gekauft hat, der kann sich inzwischen über einen ordentlichen Wertzuwachs freuen.

 

Welche Weine eignen sich zur Anlage?

Wie bei allen Investments, so gilt auch bei Weinen: Vor dem Kauf informieren, informieren und nochmals informieren. Die Chance, dass man in ein Supermarktregal greift, die Weinflasche dann zehn Jahre im Keller liegen lässt und anschließend mit 1000 Prozent Wertsteigerung verkauft, tendieren gen Null – und das ist optimistisch ausgedrückt. Die meisten Flaschen, die heute im Handel zu haben sind, sind zum schnellen Verzehr gedacht; d. h. sie haben ihr geschmackliches Potenzial bereits erreicht und können bei einer längeren Lagerung nicht mehr besser werden.

Ein Anlage-Wein dagegen hat zum Zeitpunkt des Kaufes noch jede Menge Potenzial. Er braucht die Lagerung, um zu reifen und seinen vollen Geschmack zu entfalten. Wenn er dann verkauft wird, ist er hoffentlich deutlich wertvoller als zum Zeitpunkt des Ersterwerbs. So weit die Theorie. In der Praxis ist es für einen Laien aber kaum erkennbar, welcher Wein tatsächlich mal ein ganz großer Tropfen werden kann und welcher nicht. Am Preis allein ist das jedenfalls nicht erkennbar.

Der clevere Wein-Investor holt sich deshalb kompetenten Rat. Den gibt es zum Beispiel in Fachzeitschriften. Dort werden zum Beispiel Winzer, Weingüter, Weinregionen und Traubensorten vorgestellt. Dort kann der Interessent aber auch nachlesen, wie die Tropfen bestimmter Weingüter sich preislich über die Jahrzehnte entwickelt haben und welche Ergebnisse Auktionen erzielen. Selbstverständlich gibt es auch Weine, die sehr oft eine gute Anlage waren. Wer etwa die Gelegenheit hatte, einen vergleichsweise jungen Wein vom Chateau Petrus oder vom Chateau Margaux vor einigen Jahren günstig kaufen zu können, der hat sein Investment sicher nicht bereut.

Ganz wichtig für die Investmententscheidung sind zudem Weinverkostungen von renommierten Profis sowie Auszeichnungen für Weine. Bei Weinverkostungen steht heute das Potenzial der getesteten Tropfen sehr häufig im Vordergrund. Es geht also nicht mehr so sehr um Geschmacksbeschreibungen („Nuancen von Walderdbeeren mit einem Hauch Moos“), die Laien oft nur schwer nachvollziehen können, sondern, um ein Beispiel zu nennen, um die Lagerfähigkeit. Wenn einem jungen Rotwein attestiert wird, dass er mindestens 20 Jahre „liegen“ kann, dann wird die Sache für den Rotwein-Investor interessant. Vielleicht macht er sich jetzt noch die Mühe, etwas über die Herkunft dieses Tropfens herauszufinden und wie sich andere Jahrgänge des Weingutes preislich entwickelt haben. Wenn das alles vielversprechend ausfällt, dann steht einem ersten Engagement in Sachen Rotwein eigentlich nichts mehr im Wege.

 

Nach dem Kauf kommt es auf die richtige Lagerung an

Die richtige Lagerung der Weine

Die ersten Flaschen Wein sind als Kapitalanlage gekauft? Dann kann die Rotwein-Anlage in die zweite Runde gehen – und die ist mindestens so wichtig wie die erste. Die Rede ist von der richtigen Lagerung der Weine. Tropfen, die zehn, zwanzig oder sogar mehr Jahre reifen sollen, brauchen dazu optimale Bedingungen.

Diese Bedingungen finden sie in einem dunklen Raum, der eine gleichbleibende Temperatur und eine ebenfalls gleichbleibende Luftfeuchtigkeit bietet. Zwischen 10 und 18 Grad werden als gute Lagertemperatur empfohlen; bei der Luftfeuchtigkeit gilt ein Wert von etwa 70 Prozent als wünschenswert.

Diese Bedingungen finden sie in einem dunklen Raum, der eine gleichbleibende Temperatur und eine ebenfalls gleichbleibende Luftfeuchtigkeit bietet. Zwischen 10 und 18 Grad werden als gute Lagertemperatur empfohlen; bei der Luftfeuchtigkeit gilt ein Wert von etwa 70 Prozent als wünschenswert.  Der Lagerraum braucht zudem regelmäßig frische Luft, sonst könnte sich der Wein einen muffigen Geschmack annehmen. Dass die Flaschen liegend gelagert werden sollten, versteht sich von selbst.

Zusammenfassung optimale Bedingungen füe die Weinlagerung

  • gleichbleibende Temperatur
  • gleichbleibende Luftfeuchtigkeit von ca. 70%
  • liegende Lagerung
  • frische Luft

 

Wer solche Bedingungen weder im Keller noch in sonst einem Raum schaffen kann, der könnte für einen Klimaschrank für seine Weinschätze nachdenken. Diese Schränke sind allerdings nicht ganz billig. Eine weitere Alternative bieten Unternehmen, die optimalen Lagerraum vermieten. Entsprechenden Adressen findet der Interessent über das Internet. Aber auch ein vertrauenswürdiger Weinhändler kann sicher mit einer Empfehlung weiterhelfen. Was dagegen gar nicht geht, ist eine unsachgemäße Lagerung. Sie schließt jede Wertsteigerung von vornherein aus.

 

 

Begriff Liv-Ex – eine Börse nur für Weine

Eine gute Informationsquelle für Anleger, die Geld in Rotwein investieren möchten, ist die Börse Liv-Ex. Hinter der Abkürzung verbirgt sich die „London International Vintners Exchange“, die 1999 gegründet wurde. Sie bietet tagesaktuelle Informationen über An- und Verkäufe von Weinen an. Die Plattform kann zwar nur von Händlern genutzt werden; Sammlern dienen aber vor allem die Indizes „Liv-Ex 50“ (verfolgt die täglichen Preisschwankungen der 50 meistgehandelten Weine)  und „Liv-Ex 100“ (verfolgt die monatlichen Preisentwicklungen der 100 nachgefragtesten Weine) als wertvoller Hinweis auf Preisentwicklungen und Trends.

Derzeit erzielen zum Beispiel vor allem Rotweine aus dem Bordeaux gute Preise, während große Italiener etwas stagnieren. Wer zum ersten Mal hineinschaut, bitte nicht erschrecken: Die Preise gelten für Kisten, nicht für einzelne Flaschen! Kontinuierlichen Beobachtern des „Liv-Ex 100“ bleibt natürlich nicht verborgen, dass die Preise über längere Phasen durchaus auch mal nach unten gehen könne n. Eine Investition in Rotwein ist reizvoll; risikolos ist sie jedoch nicht.

 

Auch Verkaufen will gelernt sein

Wein Kauf und Verkauf will gekonnt sein

Wie bei jeder Anlage kommt auch beim Rotwein irgendwann der Zeitpunkt, wo ans Verkaufen gedacht werden sollte. Sich von einem lieb gewonnenen Schatz, der sich über Jahre kontinuierlich im Wert gesteigert hat, zu trennen, ist oft gar nicht einfach.

Die Kunst zu investieren, liegt aber nicht nur im klugen Einkauf, sondern mindestens eben so sehr auch im klugen Verkauf. Wann der „richtige“ Zeitpunkt gekommen ist, das ist weniger eine Sache des Gefühls, sondern mehr der aufmerksamen Beobachtung des Marktes. Weinpreise sind nicht so anfällig für politische Ereignisse wie etwa Aktienpreise. Der Rotwein-Investor kann also mit etwas größerer Ruhe handeln. Hat sein Wein langsam die angestrebte Reife erreicht? Befindet sich das Weingut, von dem der Abzug stammt, vielleicht gerade im preislichen Aufwind? Ist die Region, oder ist die Traubensorte im Trend? All das können Gründe sein, um sich von einem Wein mit Gewinn zu verabschieden. Wer es jedoch überhaupt nicht übers Herz bringt, sich von einem Tropfen zu trennen, dem bleibt nur eine Lösung: Korkenzieher rausholen, die besten Gläser polieren und den Wein ganz bewusst mit einem besonders lieben Menschen genießen.

 

Promis mit Weingütern

Natürlich habe auch viele Prominente den Wein als Geldanlage erkannt. Hier einige berühmte Beispiele.

Mick Fleetwood, Mitbegründer und Schlagzeuger von der legendären Gruppe Fleetwood Mac hat schon lange in Wein investiert. Mick vermarktet unter „MICK FLEETWOOD PRIVATE CELLAR WINE“ seinen Wein auf http://www.fleetwoodsonfrontst.com/blog/2013/11/19/mick-fleetwood-private-cellar-wine.
Die Mick Fleetwood Private Cellar Collection bietet beispielsweise an:
Mick Fleetwood 2001 Chardonnay
Mick Fleetwood 1998 Cuvee ein Merlot/Cabernet

 

Francis Ford Coppola vermarktet den auf seinem Weingut produzierten Wein unter „Director’s Cut“. Das Angebot umfasst Cabernet Sauvignon, Malbec, Petit Verdot, Zinfandel und Chardonnay, die Weine sind auf Francis Ford Coppola Winery zu finden.

 

Digitaler Atlas / Karte der Weinanbaugebiete in Deutschland

Interaktive Karte der Weinanbaugebiete in Deutschland

Atlas der Weinanbaugebiete in Deutschland. Quelle: deutscheweine.de

Das Deutsche Weininstitut (DWI) hat eine digitale Karte der Weinlagen in Deutschland veröffentlicht. Auf einer interaktiven Karte sind verschiedene Themen wie Weinanbaugebiete, Events etc. abrufbar. Am interessantesten sind für den Laien sicherlich die Details zu den Weinanbaugebieten. Die digitale Karte hat das Deutsche Weininstitut in Kooperation mit den fachlich zuständigen Landesämtern erstellt.

Aus einigen Bundesländern konnten auch Daten zu Böden, Niederschlagsmengen und Temperaturverläufen mit in die Datenbank  aufgenommen werden. Infos gibt es hier.

 

 

 

 

 

 

 

News

Beteiligungsfonds für den Weinbereich: 33entrepreneurs20.03.2015  Die Weinernte ist 2014 in Deutschland nicht optimal gelaufen. Die Ausfuhr nahm im Vergleich zu 2013 um 9,2% auf 1,2 Millionen Hektoliter ab, wie das Deutsche Weininstitut in der Pressemitteilung vom 12.03.2015 berichtet.
Positiv ist für die Winzer aber die Preisentwicklung, denn für den Liter gab es mit 2,68 € rund 4% mehr als im vorausgegangenen Jahr. Bei den Qualitätsweinen legten die Preise sogar um 5% zu. Hier wurden Literpreise von 2,97 € erzielt. Erfreulich für die Hersteller ist dabei, dass die Qualitätsweine einen Anteil von rund 75% am Exportvolumen haben. Die meisten Weine wurden nach wie vor nach Amerika verkauft.

 

26.06.2014 Der erste Beteiligungsfonds über den sich Anleger an Start-Ups für die Branchen Gastronomie & Tourismus mit den Schwerpunkten Wein und Spirituosen beteiligen können: 33entrepreneurs. Der Fonds wurde von Vincent Pretet, einem aus Frankreich stammenden Business Engel und Investor initiiert und startet mit einem Volumen von 1 Millionen Euro. Der Fonds investiert gezielt in vielversprechende Start-Ups aus der Weinbranche.

Unterstützt wird der Fonds von mehreren Größen aus der Weinbranche, wie das nahe Bordeaux gelegene Château Lynch-Bages, das von Jean-Michel Cazes geleitet wird.

26.05.2014 Diese Kapitalanlage in Wein hat sich offenbar gelohnt: Sir Alex Ferguson hat über Christie’s Hongkong einen Teil seiner Weinsammlung verkauft und erlöste für Weine wie Château Latour, Domaine de la Romanée-Conti Vintage 1997, Romanée-Conti Grand Cru 1999 rund 2,3 Million Pfund.

21.03.2014 China ist auf dem Weg zu einem der größten Weinkonsumenten Märkte der Welt zu werden. Laut einer Prognose Studie von Vinexpo, ändert sich das Trinkverhalten der Chinesen. Die Farbe Rot gilt in China als Glücksbringer und steht für Erfolg und Vermögen und hier kann Rotwein gegenüber anderen alkoholischen Getränken deutlich punkten. Die Chinesen werden aber auch immer gesundheitsbewusster, weshalb vermehrt Konsumenten von den angeblich ungesunden einheimischen Spirituosen auf Rotwein umschwenken. So wird auf Feiern und Geschäftsessen den Freunden und Kunden mehr und mehr Rotwein offeriert.
Dem chinesischen Zoll zufolge wurden von Januar bis Oktober 2013 Weine für rund 10,1 Milliarden Yuan nach China importiert.

01.02.2014 Die Preise für edle Weine sind aufgrund einer deutlichen Kaufzurückhaltung auf dem asiatischen Markt in 2013 z. T. deutlich eingebrochen. Als Folge davon verkauft die Weinhandelsgruppe HAWESKO die Tochter Château Classic, die auf Premiumweine spezialisiert war und zuletzt Verluste eingefahren hat.

Oktober 2013: Preisrückgang bei vielen Spitzenweinen. Der Index Liv-Ex 50 legt den Rückwärtsgang ein. Lag der Index noch im April 2013 bei 322 Punkten, waren es im Oktober 2013nur noch 306 Punkte. Als wesentlichen Grund für die Abnahme des Index sehen Fachleute den Rückzug asiatischer Käufer, die in vorangegangenen Perioden die Preise angetrieben haben.

Dagegen hat der Index Liv-Ex 100 in den letzten Monaten nur wenig verändert.