Bausparen – die Renaissance nach dem Crash

Bausparen mit guter Rendite

Nach dem großen Börsencrash im Jahr 2000 erlebte eine im Rahmen des Hypes auf dem Parkett als verstaubt und muffig geltende Form der Kapitalanlage eine Renaissance. Das Bausparen kehrte, zwar nicht mit Renditen von 30 Prozent am Tag, aber dafür mit soliden vier Prozent im Jahr, zurück. Anleger, die in kürzester Zeit Tausende von Euros verloren hatten, begannen wieder, kleinere aber dafür relativ sicherere Brötchen zu backen. Dabei bietet das Bausparen facettenreiche Möglichkeiten, Vermögen auf- oder auszubauen.

 

Flexibilität bleibt gewahrt

Neben der häufig gewählten Variante, Bausparen für die Anlage der vermögenswirksamen Leistungen zu nutzen, entspricht es der deutschen Mentalität, dass Großeltern früher oder später einen Bausparvertrag für die Enkel einrichten. Der Vorteil liegt auf der Hand. Neben kontinuierlichen Sparbeiträgen sind jederzeit Sonderzahlungen, beispielsweise die Geldgeschenke der Verwandten zu Weihnachten oder zum Geburtstag möglich. Die Bausparkassen bieten gezielt Vertragsvarianten an, welche sich in erster Linie an Anleger richten. Diese bieten einerseits eine höhere Guthabenverzinsung, berechnen aber bei Inanspruchnahme eines Bauspardarlehens auch einen höheren Sollzins. Der möglichen Veränderung des Verwendungszwecks, weg vom reinen Kapitalaufbau hin zur Möglichkeit der Baufinanzierung tragen die Institute Rechnung. Ein Wechsel in einen anderen Tarif ist jederzeit möglich.

 

Abschlussgebühr belasten teilweise die Verträge

Bausparvertrag

Für den Abschluss eines Bausparvertrages wird eine sogenannte Abschlussgebühr in Rechnung gestellt. Diese beträgt, je nach Bausparkasse, zwischen 1 und 1,6 Prozent der vereinbarten Bausparsumme. Es ist inzwischen üblich, dass diese Gebühr bei Nicht-Inanspruchnahme des Darlehens zurückerstattet wird, dennoch ist bei Abschluss eines Vertrages Vorsicht geboten.

Vermittler leben von den Gebühren. Ein beliebtes Strickmuster, um diese Provision nach oben zu treiben, ist die Aufteilung der Sparbeiträge in einen kurz und einen langlaufenden Vertrag. Bei Abschluss wird vereinbart, den Kurzläufer optional bei Fälligkeit in den Langläufer zu integrieren. Die Bausparsumme des längerlaufenden Vertrages wurde in der Vergangenheit möglicherweise das eine oder andere Mal nicht nur auf der Basis der zu zahlenden Sparrate berechnet, sondern bezog von Anfang an die Ablaufleistung des kürzer geschlossenen Vertrages mit ein. Die höhere Bausparabschlussgebühr ging zu nächst zulasten des Sparers, die ersten Raten dienen nur der Erwirtschaftung der Abschlussprovision. Im Rahmen einer vorzeitigen Vertragsauflösung, das heißt, vor Erreichen der notwendigen Bewertungsziffer verfällt in den meisten Fällen der Anspruch auf Rückzahlung der Abschlussgebühr.

 

Bausparen ist eine längerfristige Anlage

Bausparverträge haben in der Regel eine Laufzeit von mindestens sechs Jahren. Für Kapitalanleger sind auch Modelle am Markt erhältlich, die nur eine Laufzeit von zwölf Monaten vorsehen. Die Renditen aus diesen Verträgen sind durchaus marktgerecht und bieten für die kurzen Laufzeiten eine attraktive Verzinsung. Sparer können über ihr Kapital verfügen, sobald der Bausparvertrag seine Zuteilungsreife erreicht hat.

Dies ist der Fall, wenn die Bewertungsziffer, ein Koeffizient aus Sparbeitrag, Anspardauer und Mindestguthaben, erreicht ist. In einigen Fällen hat es sich als sinnvoll herausgestellt, einen Bausparvertrag in zwei Verträge aufzuteilen, um so schneller die notwendige Bewertungsziffer zu erreichen. Dies trifft allerdings weniger auf Kapitalanleger zu als vielmehr auf diejenigen Sparer, die beschlossen haben, ein Bauspardarlehen in eine Baufinanzierung zu integrieren.

 

Förderung abhängig von wohnwirtschaftlicher Verwendung

Bis vor wenigen Jahren gab es neben der Möglichkeit der Arbeitnehmersparzulage auch noch für jeden Bürger in Deutschland, der das 16. Lebensjahr vollendet hatte, die Option der Bausparprämie. Diese wurde unabhängig vom Wunsch, Immobilieneigentum zu finanzieren im Rahmen bestimmter Einkommensgrenzen gezahlt. Dies ist für Verträge, die nach dem 1. Januar 2009 geschlossen wurden, nicht mehr möglich.

Die Bausparprämie kann zwar beantragt werden, findet jedoch keine wohnwirtschaftliche Verwendung statt, wird sie bei Auszahlung des Vertrages wieder einbehalten. Gezahlt wird sie auf maximal 512 Euro Sparbeitrag im Jahr. Das zu versteuernde Einkommen der Anleger darf dabei 25.600 Euro bei Alleinstehenden und 51.200 Euro bei Verheirateten nicht übersteigen. Wer seine vermögenswirksamen Leistungen in einen Bausparvertrag anlegt, erhält neun Prozent Arbeitnehmersparzulage auf eine maximale Sparleistung von 480 Euro im Jahr. Die Einkommensgrenzen liegen dabei für

  • Alleinstehende bei 17.900 Euro zu versteuernden Einkommens,
  • für Verheiratete bei 35.800 Euro im Jahr.

 

Eine renditestärkere Alternative oder Ergänzung ist jedoch die Anlage der VL in Aktienfonds.

 

News

05.12.2014 Nach einer Revision durch die BaFin, können Finanzvertriebler seit dem 03.12.2014 von Bausparkassen erhaltene Provisionen an den Kunden weitergeben. Die BaFin erklärt dazu in ihrer Auslegungsentscheidung zur Provisionsrückgabe:

„Unter Berücksichtigung der vorstehenden Ausführungen erwarte ich auch nicht mehr grundsätzlich, dass die Bausparkassen durch geeignete Maßnahmen eine Provisionsabgabe, insbesondere eine aus Provisionseinnahmen finanzierte Erstattung der Abschlussgebühr für einen Bausparvertrag, durch den Vermittler an den Kunden verhindern.“

 

 

Weitere Formen der Geldanlage

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