Jetzt noch in Aktien investieren?

Aktien kaufen als Geldanlage

Noch einmal gesunkene Zinsen im Einlagengeschäft treiben die Besitzer von Tagesgeldern und Festgeldkonten in die Verzweiflung. Noch scheuen sich viele, aus dem Niedrigzinssegment an die Börse zu wechseln und Aktien zu kaufen, obwohl von dort jeden Tag neue Jubelrufe erklingen. Der Dax wandert von einem Allzeithoch zum nächsten, der Einstieg in das Aktiengeschäft wird immer verlockender. Wie jede Form der Geldanlage haben aber auch Aktien Vor- und Nachteile. Diese sollen an dieser Stelle einmal beleuchtet werden.

 

Was sind Aktien eigentlich?

An der Börse werden die verschiedensten Arten von Wertpapieren gehandelt. Die beiden Hauptgruppen sind Aktien und festverzinsliche Wertpapiere. Während es sich bei der zweiten Gruppe um eine Art Kredit handelt, welchen der Wertpapiererwerber dem Herausgeber der Anleihe gewährt, stellt eine Aktie eine Beteiligung an einem Unternehmen dar. Der Aktienbesitzer ist faktisch Miteigentümer am Unternehmen.

 

Depot Vergleich

 

 

Neue Aktien werden mit einem Nominalwert versehen auf den Markt gebracht, der sich jedoch schnell durch Angebot und Nachfrage auf den in den Augen der Anleger tatsächlichen Wert einpendelt. Geht ein Unternehmen ganz frisch an die Börse, beginnt wenige Tage vor dem eigentlichen Börsengang das Bookbuilding. In diesem Verfahren teilen interessierte Käufer mit, zu welchem tatsächlichen Preis sie die Aktien kaufen würden. Daraus ergibt sich dann die Bookbuildingspanne, die widerspiegelt, welcher Preis mit dem Börsengang für das Unternehmen mit der Aktienausgabe erzielbar sein wird.

 

Der Wert einer Aktie

Der Wert einer Aktie spiegelt nicht den tatsächlichen, heutigen Wert des Unternehmens wider, sondern die Erwartung auf Gewinne in der Zukunft. Dazu gehört auch die Dividendenerwartung der Anleger. Bei der Dividende handelt es sich um die Ausschüttung, die Beteiligung am Unternehmensgewinn. Je nach der Erwartungshaltung der Anleger, die durch gesamtvolkswirtschaftliche Daten, branchenspezifische Kennziffern und die Unternehmenskennzahlen selbst geprägt wird, schwankt der Kurs des jeweiligen Papiers tagtäglich. Entwickelt ein Automobilhersteller eine völlig neue Technologie, wird diese Aktie überdurchschnittlich steigen, die Anteilsscheine der Mitbewerber werden aber ebenfalls im Wert etwas leichter zulegen.

 

Die Besteuerung

Bei Aktien selbst wird zwischen Stammaktien und Vorzugsaktien unterschieden. Der Aktionär ist Teilhaber am Unternehmen und hat damit im Rahmen der Hauptversammlung ein Stimmrecht im Rahmen der Stammaktie. Bei der Vorzugsaktie verzichtet der Inhaber zugunsten einer höheren Dividende an dem Mitspracherecht zur Unternehmensführung. Die Dividende einer Aktie wird mit der Abgeltungssteuer bei Auszahlung belegt. Gleiches gilt für den Gewinn, wenn das Papier verkauft wird. Beide Steuerpositionen können jedoch durch den Freistellungsauftrag abgemildert werden. Gewinne aus dem Verkauf einer Aktie können mit dem Verlust bei Verkauf eines anderen Dividendenpapieres verrechnet werden. Verlustvortrag und Verlustnachtrag sind ebenfalls möglich.

 

Die Börse – Geldvermehrung mit Nervenkitzel

An der Börse online Aktien handeln spart Kosten

Nicht-Börsianer stehen auf dem Standpunkt, dass Aktien riskant und gefährlich sind. Das berühmte Schaubild des US-Analystenhauses Ibbotson „Bills, Bonds, Stocks and Inflation“ zeigt die Entwicklung der größten US-Aktien seit dem Jahr 1923. Trotz Weltkrieg, Kuba- und Energiekrise, trotz aller negativen Effekte kennen Aktien, gleich, welchen 12-Jahreszeitraum man betrachtet, nur einen Weg – den nach oben.

Seit dem Jahr 2000 gab es drei große Kurseinbrüche. Im März 2003 zeichnete der DAX 30 bei 1.788 Punkten, nach 5939 Zählern im Februar 2000. Dem folgte ein erneuter Höchststand von 5.277 Punkten im Dezember 2007, bevor der Index im Februar 2009 erneut auf 2.400 Punkte absackte.

Aktuell jagt der Dax von einem Allzeithoch zum nächsten und notiert deutlich über 8.100 Punkten (8.5.2013). Diese Zahlen belegen, dass man mit Aktien durchaus Geld verdienen kann, Voraussetzung ist jedoch Geduld. Experten sind sich einig, es gibt keinen richtigen Zeitpunkt für einen Anleger, der nicht spekulieren möchte, um in Aktien zu investieren. Der Altmeister der Börse, der inzwischen verstorbene Andre Kostolany, sagte einmal: „Kaufen Sie Aktien, legen Sie sie in das Depot und schlafen Sie zehn Jahre.“

Durch die Erfahrungen aus der Finanzkrise sind viele Vermögensverwalter seit 2008 aber der Meinung, dass die Portfolio-Zusammensetzung regelmäßig an die wirtschaftlichen & monetären Entwicklungen angepasst werden sollte.

 

Aktien als klassischer Sachwert & die Vorteile

Spareinlagen und festverzinsliche Wertpapiere haben einen Nachteil. Wer hier investiert, investiert in Geldvermögen. Geldvermögen fällt bereits mittelfristig gravierend dem Kaufkraftverlust zum Opfer. Aktien sind Sachwerte. Unternehmen produzieren oder bieten eine Dienstleistung. Steigen die für die Produktion oder Dienstleistung notwendigen Produkte im Preis, wird diese Inflationssteigerung in das Produkt künftig mit eingepreist, der Unternehmenswert selbst wird von der Inflation nicht angegriffen. Damit gelten Aktien neben Immobilien als die klassischen inflationsresistenten Sachwerte.

Eine entschuldete Immobilie gilt in Deutschland immer noch als der Traum der meisten Verbraucher. Gleich ob selbst genutzt oder fremd vermietet, als Altersversorgung rangiert das Eigenheim eigene Immobilie immer noch an erster Stelle. Aktien sollten jedoch bei diesem Thema nicht außen vor bleiben, sondern auch Berücksichtigung finden. Entweder als konkrete Papiere im Depot oder in Form von Investmentfonds als Sparplan
(Beispielsweise als ETF-Sparplan) oder im Rahmen einer fondsgebundenen Versicherungslösung. Neben diesen Vorteilen bieten Aktien einen weiteren Ansatz. Je nach Vertriebsgesellschaft werden auch geschlossene Fonds als Kapitalanlage in den Vordergrund gestellt. Diese haben jedoch den Nachteil der mangelnden Fungibilität, der Verwertbarkeit. Während Wertpapiere börsentäglich verkauft werden können (hier finden Sie infos zur Aktien Order), und sei es mit Verlust, ist der Zweitmarkt für geschlossene Fonds in Deutschland sehr übersichtlich. Wer sich von seinen Anteilen trennen möchte, hat in der Regel massive Probleme dabei.

 

Nachteile von Aktien

Damit sind wir auch bei den möglichen Nachteilen von Aktien. Sie sind nicht für eine kurzfristige Geldanlage oder Zielsparen geeignet. Da die Kurse schwanken, laufen Anleger Gefahr, dass just zu dem Zeitpunkt, an dem der Geldbedarf besteht, der Aktienkurs unter dem Einstandspreis liegt. Für solche Fälle, dem Zielsparen und der eisernen Reserve, ist ein Tagesgeldkonto die deutlich bessere Alternative. Damit wird deutlich, dass eine Diversifikation, eine Aufteilung des Vermögens, absolut wichtig ist. Nur so werden Liquidität und hoher Ertrag gleichzeitig sichergestellt.

Für die Aufteilung des Vermögens gibt es eine Faustformel. Der Aktienbestand am Gesamtvermögen sollte prozentual 100 – Lebensalter sein. Gold und Silber stehen zu Krisenzeiten hoch in der Gunst der Anleger. Der Haken gegenüber einer Aktie ist, dass es keine Ausschüttung gibt, sondern nur auf eine Kurssteigerung spekuliert werden kann. Nach der Goldrallye im Jahr 2012 scheint dies aktuell nicht der Fall zu sein, Gold hat im dritten Quartal in Folge nachgegeben.

 

 

 

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