Xetra Gold nach 1 Jahr doch steuerfrei

Xetra-Gold steuerfreiDie Ungewissheit über die Besteuerung von Veräußerungsgewinnen aus Xetra-Gold ist vorbei. Das Bundesfinanzministerium hat die Anwendung der entsprechenden BFH-Entscheidung bekanntgegeben. Danach sind realisierte Kursgewinne nach Ablauf der Spekulationsfrist von einem Jahr steuerfrei. Fallen Veräußerungsgewinne oder -verluste während der Spekulationsfrist an, sind sie in der Einkommensteuer zu realisieren.

Mit Schreiben vom 18.01.2016 bestätigt das Bundesfinanzministerium per E-Mail, dass erzielte Veräußerungsgewinne mit Xetra-Gold den privaten Veräußerungsgeschäften zuzuordnen sind. Bisher mußten entsprechende Veräußerungsgewinn als Einkünfte aus Kapitalvermögen, also über die Abgeltungssteuer versteuert werden . Hier finden Sie Tipps zur Geldanlage in Gold.

Damit sind Veräußerungsgewinne aus Xetra-Gold, die innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist entstehen in der Einkommensteuererklärung anzugeben und mit dem persönlichen Einkommensteuersatz zu versteuern. Veräußerungsgewinne, die nach Ablauf der Spekulationsfrist angefallen sind bleiben steuerfrei.

 

Auszug aus dem Schreiben des Bundesfinanzministerium


 

Einzelfragen zur Abgeltungsteuer;

Neuveröffentlichung des BMF-Schreibens
GZ IV C 1 – S 2252/08/10004 :017
DOK 2015/0468306

(bei Antwort bitte GZ und DOK angeben)

Unter Bezugnahme auf das Ergebnis der Erörterungen mit den obersten Finanzbehörden der Länder gilt für die Anwendung der gesetzlichen Regelungen zur Abgeltungsteuer auf Kapitalerträge

Folgendes:

  1. Kapitalvermögen (§ 20 EStG)

……………

  1. b) Veräußerung sonstiger Kapitalforderungen

(§ 20 Absatz 2 Satz 1 Nummer 7 EStG) Rz 48 – 58

………………..

Zertifikate Rz 57

Werden Inhaberschuldverschreibungen veräußert oder eingelöst, die einen Lieferanspruch auf Gold oder einen anderen Rohstoff verbriefen und durch Gold oder einen anderen Rohstoff in physischer Form nicht gedeckt sind, sind die Einnahmen Einkünfte i. S. des § 20 Absatz 2 Satz 1 Nummer 7 EStG. § 20 Absatz 2 Satz 1 Nummer 7 EStG findet außerdem bei der Veräußerung oder der Einlösung Anwendung, wenn die jeweiligen Vertrags/Emissionsbedingungen vorsehen, dass der Anspruch des Forderungsinhabers/Zeichners nicht nur durch die Lieferung des Basiswertes erfüllt werden kann, sondern entweder der Forderungsschuldner/Emittent den Lieferanspruch des Forderungsinhabers/Zeichners auch durch eine Geldzahlung befriedigen oder der Forderungsinhaber/Zeichner von dem Forderungsschuldner/Emittenten statt der Lieferung des Rohstoffs auch die Erfüllung durch Geld verlangen kann. Für vor dem 1. Januar 2009 angeschaffte Inhaberschuldverschreibungen findet § 52 Absatz 28 Satz 17 EStG Anwendung.“


 

Das Finanzministerium hat damit das Urteil des Bundesfinanzhofs vom Oktober 2015 (Az: VIII R 4/15 und VIII R 35/14) gesetzlich umgesetzt.

 

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